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LSVS-Skandal: SpVgg Quierschied wehrt sich

Thomas Gerber   25.04.2018 | 13:21 Uhr

Die Sportvereinigung Quierschied wehrt sich im Zusammenhang mit dem LSVS-Skandal gegen Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Der Verein erklärte, sämtliche Rechnungen des LSVS zu Trainingslagern der 1. Mannschaft an der Sportschule seien bezahlt worden. Korruptionsermittler hatten am Dienstag das Clubheim des Vereins sowie Privat- und Büroräume des stellvertretenden LSVS-Hauptgeschäftsführers durchsucht.

Fakt ist: Die Untreue-Vorwürfe der Staatsanwaltschaft, die zur Razzia geführt haben, richten sich nicht gegen Verantwortliche der Sportvereinigung, sondern bisher nur gegen den stellvertretenden LSVS-Hauptgeschäftsführer André F. Der 28-Jährige soll Rechnungen über insgesamt 5500 Euro für Trainingslager der Quierschieder unterdrückt haben. Strafrechtlich geht es also nicht darum, ob der Heimatverein von LSVS-Präsident Klaus Meiser Rechnungen bezahlt hat, sondern ob er diese überhaupt bekommen haben. Ein Sprecher der Rechtsaufsicht im Innenministerium sagte dem SR, für den 28-Jährigen gelte nach wie vor die Unschuldsvermutung. Maßnahmen der Aufsicht seien daher zur Zeit noch nicht geplant.

"Veranstaltung Klaus Meiser"

Für einen Trainingsaufenthalt 2015, räumt der Verein ein, sei bislang noch keine Rechnung gekommen. Für die Einheiten im Juni letzten Jahres nebst Abendessen mit Mannschaft, Vorstand und Fans kamen die Rechnungen reichlich spät. Die fälligen 3300 Euro seien Anfang Februar – acht Tage nach Erhalt der Rechnungen – beglichen worden, so der Verein.

Warum der LSVS ein Dreivierteljahr für die Abrechnung brauchte, ist unklar. Möglicherweise hat André F. Schadensbegrenzung betreiben wollen, weil eigentlich gar keine Rechnung gestellt werden sollte. Das Trainingslager nebst Abendessen war nach SR-Informationen LSVS-intern zunächst unter „Veranstaltung Klaus Meiser“ verbucht worden.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 25.4.2018 berichtet.

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