Ein Schild zur Rezeption des LSVS, im Hintergrund die Mensa (Foto: imago/Becker&Bredel)

LSVS: Gericht hat Bedenken wegen Kündigungen

Thomas Gerber / Onlinefassung: Axel Wagner   26.03.2019 | 16:27 Uhr

Nach der Kündigungswelle im Zuge der Sanierungsbemühungen beim LSVS hat das Arbeitsgericht am Dienstag erhebliche Bedenken deutlich gemacht. Konkret ging es um zwei Buchhalterinnen, denen zum 31. März betriebsbedingt gekündigt worden war, da ihre Abteilung komplett ausgelagert werden soll. Die beiden Frauen hatten gegen ihre außerordentlichen Kündigungen geklagt.

Die beiden Mitarbeiterinnen sind seit Jahrzehnten beim LSVS beschäftigt. Deshalb schrieb das Gericht dem LSVS so einiges ins Lastenheft: Bevor man einer langjährigen Mitarbeiterin im öffentlichen Dienst überhaupt kündigen könne, müsse nach milderen Lösungen, etwa einer Versetzung, gesucht werden. Das sei in einem Fall offenbar nicht geschehen.

Im dem anderen Fall sei nicht ausreichend belegt, dass der Personalrat tatsächlich bei der Entlassung angehört worden sei. Während im ersten Fall ein Vergleich möglich scheint, bei dem es nur noch um die Höhe der Abfindung gehen könnte, schloss ihre Kollegin dies im Gerichtssaal kategorisch aus.

Büroleiterin will zurück

Sie galt dem Verband eigentlich als Vorzeigefall, konnte sie doch zur Landesentwicklungsgesellschaft Saarland (LEG) vermittelt werden. Dort aber, so ihr Anwalt, werde sie behandelt wie ein Lehrling. Die frühere Büroleiterin wolle zurück zum LSVS. An den Wochenenden arbeite sie zurzeit sowieso auf Minijobbasis weiter für den Turnerbund, mache dessen Buchhaltung.

Das Arbeitsgericht will Ende April die beiden Urteile verkünden. Über zahlreiche weitere Kündigungsschutzklagen insbesondere von Reinigungskräften ist ebenfalls noch nicht entschieden.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Rundschau vom 26.03.2019 berichtet.

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