Der Erste Weltkrieg an der Saar

Eine Einheit bildete das Saargebiet zu Beginn des Ersten Weltkrieges nicht. Zudem war im Gegensatz zu heute Lothringen das Grenzgebiet. Geprägt durch den Sieg im deutsch-französischen Krieg herrschte im Saarland zunächst Jubel über den Kriegseintritt. Nachdem es aber im Alltag zu Problemen kam, schlug die Anfangsbegeisterung in Ernüchterung um.

GedenkveranstaltungWeltkriegsgedenken im Ehrental

Seit vielen Jahren lädt das französische Generalkonsulat zum 11. November ein. Das Gedenken an den 100. Jahrestag in diesem Jahr nahm Generalkonsulin Catherine Robinet zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass Präsident Macron dieses Jahr von Anfang an eine gemeinsame deutsch-französische Veranstaltung geplant hatte.

GedenkenVom deutsch-französischen Krieg hin zum „Grande Guerre“

Am 10. November finden sich deutsche und französische Politiker und Bürger zunächst im Ehrental, dann auf der Spicherer Höhe zum Gedenken ein. Wie wichtig es ist, beide Kriege im Zusammenhang zu sehen, erklärt SR-Frankreichexpertin Lisa Huth.

Tagebücher der Jahre 1914-18Eine "Verborgene Chronik" des Ersten Weltkriegs

Wie es den Menschen in den Jahren des Ersten Weltkrieges ging – ob zuhause oder an der Front, davon erzählt die “Verborgene Chronik 1914/18 ” - ein Projekt des Deutschen Tagebucharchivs Emmendingen. Aus insgesamt privaten 111 Tagebüchern wurde ein vielfältiges Panorma privater Erinnerungen an die Urkatastrophe des 20. Jahrunderts zusammengestellt. SR-Redakteur Jochen Marmit hat sich mit den gedruckten Ausgaben und dem Hörbuch beschäftigt.

Ein Gespräch mit Andreas PlatthausDeutschland zwischen Revolution und Versailles

100 Jahre nach dem Waffenstillstand von Compiègne, der Novemberrevolution, der Republikgründung und nach Versailles widmet sich der Journalist Andreas Platthaus in seinem neuen Buch dem Ende des Ersten Weltkriegs und der historisch entscheidenden Phase zwischen November 1918 und Juni 1919. SR 2-Moderator Jochen Erdmenger hat mit ihm über Zeit zwischen Revolution und Versailles gesprochen.

100 Jahre Ende des Zweiten WeltkriegsDas Friedenkonzert in Verdun

Am Sonntag, 11. November, hat in der Kathedrale von Verdun ein ganz besonderes Konzert stattgefunden. Zum 100. Jahrestag zum Ende des 1. Weltkriegs wurde als letztes Konzert der diesjährigen Musikfestspiele Saar ein Friedenskonzert veranstaltet.

Videos

Erinnerungen einer Zeitzeugin
Verseuchte Kriegsschauplätze um Verdun
Der wundersame Wiederaufbau eines lothringischen Dorfes
Der ferne nahe Krieg (Teil 1)
Der ferne nahe Krieg (Teil 2)
Der ferne nahe Krieg (Teil 3)

Audios

Historiker Prof. Oliver Janz"Die Welt nach 1918 ähnelt insgesamt unserer Welt wieder relativ stark"

Der Berliner Historiker Prof. Oliver Janz ist davon überzeugt, dass auch angesichts der aktuellen globalen Wirtschaftsstreitigkeiten "der Frieden und auch der Frieden in Europa wirklich erkämpft werden muss". Augenblicklich ähnelten die Zeiten jenen von vor 100 Jahren - als die Welt nach dem Versailler Vertrag wieder auf einen Weltkrieg zusteuerte.

Literatur

KulturDas große Schlachten

Die erste Großschlachterei des 20.Jahrhunderts in Europa, „La Grande Guerre de 14-18“, hatte tiefgreifende Wirkung vor allem in Frankreich – das zeigt sich auch an der sehr umfangreichen Beschäftigung mit dem Thema in der frankophonen „bande dessinée“. Ein Überblick.

Das Saarland im Ersten Weltkrieg

Anlässlich des 100. Jahrestags des Weltkriegsendes am 10. November 1918 treffen sich Deutsche und Franzosen zunächst im Deutsch-Französischen Garten, dann auf der Spicherer Höhe. Beide Orte stehen symbolisch für die Jahre zwischen den großen Kriegen 1870/71 und 1914/18.

In der Zeit nach Kriegsbeginn kam es teilweise zu chaotischen Verhältnissen in der Saargegend. Die Lebensmittel wurden knapp und Sammlungen mussten eingeführt werden. Die Angst vor französischen Spionen führte zu zahlreichen Verhaftungen. Mit dem Auto zu fahren, war in dieser Zeit gefährlich: Wer sich Brücken, Schlachthöfen oder Gaswerken näherte, riskierte festgenommen oder erschossen zu werden.

Der Erste Weltkrieg forderte auch deswegen so viele Opfer, weil mit bis dahin völlig neuartigen Möglichkeiten gekämpft wurde. Vor allem Luftangriffe forderten in Saarbrücken viele Tote und Verletzte. Denn die Menschen wussten zunächst nicht, wie sie sich verhalten sollten. Auch die Industrie musste Vorkehrungen treffen.

Die Saar-Industrie lieferte mit Eisen, Stahl, Kohle und Koks die wichtigsten Grundstoffe der Rüstungsproduktion. Kriegsaufträge bestimmten die Herstellung. Allerdings fehlten viele Arbeitskräfte, die stattdessen an der Front kämpften. Sie wurden durch Frauen, Jugendliche, Rentner und Zwangsarbeiter ersetzt. Alle hatten Probleme durch die unzureichende Lebensmittelversorgung.

Der Krieg in Metz und Verdun

Der Krieg in Metz

Metz gehörte nach dem Sieg der Deutschen 1871 zum Deutschen Reich. Obwohl es nicht weit entfernt liegt von Saarbrücken, waren die Auswirkungen des Krieges dort völlig andere. Vor allem hatte die Stadt mit den Spannungen zwischen den deutschen und französischen Bürgern zu kämpfen.

Das Kriegsende und die Folgen

Das Kriegsende und die Folgen im Saarland

Die aussichtslose militärische Lage des deutschen Heeres und die damit verbundene Novemberrevolution läutete 1918 das Ende des Krieges und der Monarchie in Deutschland ein. Noch im gleichen Monat gründeten sich die ersten Arbeiter- und Soldatenräte. Die Franzosen lösten diese allerdings nach kurzer Zeit wieder auf.

Der Friedensvertrag von Versailles und seine Auswirkungen

Nach dem am 11. November 1918 geschlossen Waffenstillstand endete der Erste Weltkrieg formal mit dem Versailler Vertrag. Deutschland, als Verlierer, musste hohe Reparationszahlungen leisten und Gebiete abtreten. Für die Saargegend hatte das Kriegsende und der folgende Friedensvertrag weitreichende Folgen. Zudem war zunächst unklar, ob das Gebiet deutsch oder französisch wird.