Soldaten im Ersten Weltkrieg bei der Mobilmachung (Foto: dpa)

Das Saarland zu Beginn des Ersten Weltkrieges

 

Eine Einheit bildete das Saargebiet zu Beginn des Ersten Weltkrieges nicht. Zudem war im Gegensatz zu heute Lothringen das Grenzgebiet. Geprägt durch den Sieg im deutsch-französischen Krieg herrschte im Saarland zunächst Jubel über den Kriegseintritt. Nachdem es aber im Alltag zu Problemen kam, schlug die Anfangsbegeisterung in Ernüchterung um.

Vor dem Beginn des Krieges gehörte das heutige Saarland zum Deutschen Reich. Es war allerdings keine politische Einheit wie heute. Der größte, westliche Teil gehörte zu den preußischen Rheinlanden. Der Osten des Saarlandes war Teil des Bayerischen Rheinkreises. Der dritte, kleinste Teil im Nordosten gehörte zu Oldenburg.

Das Grenzgebiet vor dem Ersten Weltkrieg

Die Saarregion lag damals nicht an der Grenze zu Frankreich. Der deutschsprachige Nordosten Lothringens und die Stadt Metz mit ihrem Umland bildeten zusammen mit dem Elsass das Reichsland Elsass-Lothringen und somit das Grenzgebiet.

Bereits seit 1814/15 wurden in der Saargegend preußische Truppen stationiert. Sie waren bei der Bevölkerung nicht sehr beliebt, da der Militärdienst auf große Ablehnung stieß. Erst nach dem Ende des deutsch-französischen Krieges 1871 änderte sich die Einstellung. Denn die Preußen wurden nun als Befreier von der französischen Besetzung gefeiert. Sie bestimmten bald das Alltagsgeschehen.

Anfangsbegeisterung und Ernüchterung

Nach der Kriegserklärung war die Stimmung im Saargebiet gespalten. Die zur Front ziehenden Soldaten wurden von der städtischen Bevölkerung mit Jubel begleitet. Die Bewohner der ländlichen Regionen, besonders in Elsass und Lothringen, fürchteten dagegen um ihre Existenz.

Aber auch in Saarbrücken änderte sich die Stimmung kurz nach Beginn des Krieges, als sich die ersten Auswirkungen im Alltag bemerkbar machten. Durch die Einstellung der zivilen Bahnlinien und die Anwesenheit des Militärs kam es schnell zu Versorgungsproblemen. Die Hamsterkäufe und langen Schlangen vor den Banken - die Menschen wollten ihre Ersparnisse sichern – verschlimmerten die Situation.

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