Der Krieg in Metz

 

Metz gehörte nach dem Sieg der Deutschen 1871 zum Deutschen Reich. Obwohl es nicht weit entfernt liegt von Saarbrücken, waren die Auswirkungen des Krieges dort völlig andere. Vor allem hatte die Stadt mit den Spannungen zwischen den deutschen und französischen Bürgern zu kämpfen.

Saarbrücken war überwiegend ein Industriezentrum, Metz dagegen eine wichtige Festungsstadt. Seit 1871 gehörte die Stadt zum Reichsland und damit zum Deutschen Reich. Metz war die wichtigste Befestigung in der Westmark. Während des Krieges wurden große Teile der Kämpfe von dort organisiert. Zudem war das Militär in Metz deutlich präsenter und zahlenmäßig größer als in Saarbrücken.

Spannungen in der Metzer Bevölkerung

Die Eingliederung der Stadt Metz ins Deutsche Reich hatte kurz vor und vor allem während des Krieges deutliche Spannungen zur Folge. Denn es wohnten zwei Bevölkerungsgruppen in der Stadt. Zum einen lebten dort der französischstämmige Anteil und zum anderen viele Deutsche, überwiegend Militärangehörige und ihre Familien.

Es kam zu häufigen Zwischenfällen, wie Beschimpfungen und Schlägereien. Nach Kriegsausbruch wurde die deutsche Sprache Pflicht und die französischen Straßennamen wurden abgeschafft.

Kriegsalltag in Metz

Metz lag außerhalb der Reichweite der französischen Geschütze. Allerdings war es doch so nah an der Front, dass der Lärm der Schlachtfelder zu hören war. Zudem prägten Tausende von Soldaten das Stadtbild.

Sie waren entweder auf dem Weg zur Front oder kehrten zurück. Viele mussten in den Lazaretten in Metz behandelt werden. Die Bevölkerung der Stadt war also direkt mit den Grausamkeiten des Krieges konfrontiert. Diese psychische Belastung führte aber offenbar zu einem großen Bedürfnis an Unterhaltung. Denn das Geschäft der Cafés, Restaurants und auch das Leben auf der Esplanade florierte die meiste Zeit.

Kriegsende in Metz

Nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandes übernahm – wie in Saarbrücken – ein Arbeiter- und Soldatenrat die Regierung. Er bereitete den Einzug französischer Truppen vor.

Eine Woche später, am 19. November 1918, begrüßten Tausende Menschen begeistert die französischen Soldaten. Überall war die Tricolore gehisst. Deutsche Denkmäler waren zuvor zerstört worden. Die deutschen Bewohner mussten mit Repressionen rechnen und die Stadt daher fast fluchtartig verlassen. Die Straßen bekamen nun wieder französische Namen.

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