Mädchen sitzt am Computer (Foto: Lisa Brachmann)

Jugendliche entlarven Fake News

Céline Kuklik   02.03.2021 | 21:13 Uhr

Besonders in der Corona-Zeit machen in sozialen Medien Falschmeldungen und Verschwörungsmythen die Runde. Diese bewussten Täuschungen zu erkennen, lernen Schülerinnen und Schüler im Saarland durch ein Projekt des SR in Zusammenarbeit mit der Organisation Lie Detectors.

Das Schulprojekt der gemeinnützigen Organisation Lie Detectors und dem Saarländischen Rundfunk ist heute in die zweite Runde gestartet. Dabei sollen Schülerinnen und Schüler für die Themen Fake News und manipulierte Bilder und Videos sensibilisiert werden. Den Auftakt machte das Peter-Wust-Gymnasium in Merzig.

Video [aktueller bericht, 02.03.2021, Länge: 2:48 Min.]
In Schulen den ‚Fake News‘ auf der Spur

Politiklehrer Jens Kessler hatte die Klasse 9a auf den Workshop vorbereitet. Wegen Corona fand er virtuell statt – im ersten Jahr des Workshops 2019/2020 kamen die Journalistinnen und Journalisten zu den Jugendlichen an die Schulen. Klassensprecherin Lisa Brachmann hat selbst schon Erfahrungen mit Falschinformationen gemacht: „Bei Kettenbriefen auf WhatsApp weiß man oft nicht, wo die herkommen, und ob es stimmt, was da drinsteht. Gerade im Zusammenhang mit Corona ist das oft der Fall.“

„Fake News werden immer schwieriger zu enttarnen“

SR-Medienkompetenz-Projekt: Fake-News entlarven
Audio [SR 3, Lisa Krauser, 02.03.2021, Länge: 03:08 Min.]
SR-Medienkompetenz-Projekt: Fake-News entlarven

90 Minuten dauert die virtuelle Schulstunde, die von SR-Journalistin Karin Mayer aus der Wirtschaftsredaktion geleitet wird. Sie ist zum ersten Mal dabei und wurde dazu von den Lie Detectors speziell geschult. Sie findet es wichtig, gerade jetzt in der Corona-Zeit, Schülerinnen und Schüler für das Thema Fake News zu sensibilisieren: „Es wird immer schwieriger, auf den ersten Blick zu erkennen, ob ich eine seriöse Nachricht vor mir habe. Deswegen glaube ich, ist dieses Projekt jetzt wichtiger denn je.“

Mayer erklärt in der Videoschalte mit der Klasse, wie sie ihre Arbeit angeht: Immer mindestens nach zwei verlässlichen Quellen suchen. Wird eine Nachricht von einer bestimmten Webseite verbreitet, solle man das Impressum überprüfen – oft steckten Firmen dahinter, die Marketingzwecke verfolgten. Aber nicht nur deshalb werden Fake News verbreitet, wissen Lisa und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler. Manchen mache es schlichtweg Freude, damit Menschen zu verunsichern, andere versuchten damit, bei Leserinnen und Lesern eine bestimmte Haltung oder Meinung hervorzurufen.

Zum kritischen Hinterfragen motivieren

„Die Jugendlichen bewegen sich allein im Netz und sind nicht nur in moderierten Foren wie bei Twitter unterwegs. Deshalb ist es so wichtig, dass ihnen diese Medienkompetenz und die richtigen Werkzeuge zum Fakten checken vermittelt werden“, sagt die Gründerin und Geschäftsführerin der Lie Detectors, Juliane von Reppert-Bismarck. Mit dem Projekt wolle die Organisation Schülerinnen und Schüler neugierig machen und sie zum kritischen Hinterfragen ermutigen: „Wir sagen ihnen niemals, was sie zu denken haben, sondern dass sie zu denken haben.“

Mit den richtigen Tools gegen Fake News

Lisa und ihre Klassenkameradinnen und –kameraden lassen sich nicht so leicht von den manipulierten Bildern täuschen. Mithilfe der sogenannten Rückwärtssuche finden sie heraus, dass das Foto eines Hais, der angeblich nach einem Hurrikan über einen amerikanischen Freeway schwimmt, nicht echt ist. „Das wird einem eigentlich schon klar, wenn man darüber nachdenkt, dass das einfach nicht stimmen kann“, sagt die 15-Jährige.

Lisa ist kein leichtgläubiger Mensch, trotzdem nimmt sie etwas aus dem Workshop mit: „Ich erwische mich manchmal selber dabei, dass ich einfach etwas glaube, das ich im Internet lese, ohne es genauer zu hinterfragen. Darauf will ich auf jeden Fall noch besser achten.“ Durch das Lie-Detectors-Projekt haben Lisa und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler jetzt das richtige Handwerkszeug dazu.

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