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Kein neues Stadion für den 1. FC Saarbrücken

nje   23.01.2013 | 10:00 Uhr

Der 1. FC Saarbrücken wird kein neues Stadion bekommen. Das haben die Landesregierung und die Stadt Saarbrücken am Mittwoch bekannt gegeben. Stattdessen soll der Ludwigspark einer Sanierung unterzogen werden.

Sanieren statt Neubau – so lautet der Beschluss der Landesregierung und der Stadt Saarbrücken für den Saarbrücker Ludwigspark. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz sowie Reinhard Klimmt, Aufsichtsratsvorsitzender des 1. FC Saarbrücken, sahen in der "großen Lösung" zu hohe Risiken.

Sport
Das Stadion zum Greifen nah?
Der Bau einer neuen Fußball-Arena in Saarbrücken wird immer wahrscheinlicher. Nach SR-Informationen bestätigt ein Zwischenbericht der Machbarkeitsstudie die Realisierbarkeit des 28 Millionen-Projekts. Doch noch immer sind nicht alle Fragen geklärt.

Kosten zu hoch

Das habe der Zwischenbericht der Machbarkeitsstudie gezeigt. Der geht von rund 40 Millionen Euro an Kosten aus - allein die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen für die neuen Parkplätze würden mit mehr als sechs Millionen Euro zu Buche schlagen. Darüber hinaus würde der Neubau des Stadions mindestens vier Jahre in Anspruch nehmen.

Ebenfalls zu bedenken sei die anfallende Stadionmiete, so die Verantwortlichen. Beispiele wie Aachen, Bielefeld und Duisburg hätten gezeigt, dass Vereine solch hohe strukturellen Kosten nicht selbstverständlich stemmen könnten.

Stattdessen sollen nun im Rahmen des geplanten Budgets von 28 Millionen Euro Umbaumaßnahmen durchgeführt werden. Details sind zwar noch nicht bekannt, als sicher gelten jedoch die Erneuerung der Sanitäranlagen, die Modernisierung der Haupttribüne und der Einbau einer Rasenheizung.

Borgard zeigt Verständnis

FCS-Präsident Paul Borgard zeigte sich nach Entscheidung zwar enttäuscht, hat aber auch Verständnis für die Entscheidung der Politik. "Man muss sich den Realitäten beugen", erklärte er im SR-Interview. Eine Entscheidung für die Teillösung mit einem baldigen Beginn sei ihm lieber als vier weitere Jahre im Ungewissen zu sein. "Das, was jetzt vorhanden ist, ist so schlecht, dass das, was jetzt kommt, nur besser werden kann."

"Unwägbares Risiko"

Die Saarbrücker SPD-Vorsitzende Isolde Ries sagte, mit dieser Entscheidung bekenne sich die Landeshauptstadt einerseits zum überregionalen Fußball, andererseits werde im Hinblick auf die klamme Finanzsituation von Stadt und Land Augenmaß bewahrt. Ein Stadionneubau wäre nicht nur für Saarbrücken und das Saarland, sondern auch für den Verein mit einem unwägbaren Risiko verbunden gewesen.

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