Weiblicher Fußballfan des 1. FC Saarbrücken steht im Stadion zwischen leeren Rängen (Foto: dpa)

Das Stadion zum Greifen nah?

  29.11.2012 | 20:46 Uhr

Der Bau einer neuen Fußball-Arena in Saarbrücken wird immer wahrscheinlicher. Nach SR-Informationen bestätigt ein Zwischenbericht der Machbarkeitsstudie die Realisierbarkeit des 28 Millionen-Projekts. Doch noch immer sind nicht alle Fragen geklärt.

Die Gerüchteküche brodelt schon lange: Bekommt das Saarland eine neue, moderne Fußball-Arena? Ein Zwischenbericht der in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie sendet nun eindeutig positive Signale. Nach SR-Informationen kommt der Bericht zu dem Ergebnis, dass ein Fußball-Stadion mit 18.500 Plätzen am jetzigen Standort des Ludwigsparks für 28 Millionen Euro zu realisieren sei. Neu ist auch, dass sich das Land an der geplanten Projektgesellschaft beteiligen will – zumindest in der Bauphase. Bislang war lediglich bekannt, dass sich die Landesregierung mit 17 Millionen Euro an dem Bauprojekt beteiligen will, während die Stadt elf von den insgesamt 28 Millionen Euro übernehmen wird.

450.000 Euro Miete pro Saison

Für den FCS soll sich das Stadion laut Machbarkeitsstudie trotz der hohen Mietsumme von 450.000 Euro jährlich – immerhin fast zehn Mal so viel wie bisher – rechnen. Mit Bandenwerbung, Events im neuen VIP-Bereich und kalkulierten 10.000 Drittliga-Zuschauern soll der Verein 3,4 Millionen Euro im Jahr an dem neuen Stadion verdienen. "Der FCS braucht als Mieter ein Stadion, das ihm zur Verfügung gestellt wird für die Summe X. Diese Summe muss erwirtschaftet werden im Rahmen unseres Wirtschaftsplanes. Und die Zahlen, die wir jetzt haben, nähern sich diesen Dingen an“, sagte FCS-Präsident Paul Borgard im aktuellen bericht.

Zuschauerschnnitt müsste mehr als verdoppelt werden

Parkplatznot am Rodenhof
Wenn im Ludwigsparkstadion Fußballspiel ist, platzen die Straßen auf dem Rodenhof aus allen Nähten. Das soll sich mit dem Stadion-Neubau ändern. Zu den Plänen gehört unter anderem auch ein neues Parkhaus. Doch die Anwohner bleiben skeptisch.

In der bisherigen Saison kommen im Durchschnitt etwas mehr als 4000 Fans in den Ludwigspark. Um den in der Machbarkeitsstudie errechneten Gewinn tatsächlich zu erwirtschaften, müsste der Schnitt also mehr als verdoppelt werden. Präsident Borgard sieht darin kein Problem. Die Studie habe bewiesen, dass der Neubau umsetzbar sei. Zudem sei der politische Wille da. „Es hängt jetzt an den handelnden Personen, die Dinge auch voran zu bringen.“ Und diese Personen werden wohl im kommenden Frühjahr endgültig darüber entscheiden, ob das Stadion gebaut wird oder nicht. Läuft alles nach Plan, soll 2014 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Ende 2015 könnte dann endlich der Ball in der neuen Arena rollen.

Problem mit den Parkplätzen

Trotz der positiven Wasserstandsmeldung durch die Machbarkeitsstudie sind aber noch immer einige Fragen offen, etwa bei der Parkplatzsituation. So soll auf dem Gelände vor der Eishalle eine zweite Park-Etage gebaut werden. Das allein wird allerdings für die kalkulierten 10.000 Fans nicht reichen. Es muss also noch eine Alternative her. Die Kosten für Schaffung neuer Parkplätze ist im übrigen noch nicht in die Gesamtsumme von 28 Millionen Euro eingerechnet.

Artikel mit anderen teilen