Der 33-jährige Angeklagte spricht im Verhandlungssaal des Landgerichts Kaiserslautern mit seinem Anwalt Thomas Will.  (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Pool | Uwe Anspach)

Komplize soll "spürbare Angst" vor Hauptangeklagtem gezeigt haben

Mit Informationen von Barbara Spitzer   11.08.2022 | 18:59 Uhr

Am Donnerstag ist der Prozess um die beiden getöteten Polizisten bei Kusel fortgesetzt worden. Während der Nebenangeklagte Florian V. weiter beharrlich schweigt, haben zwei Polizisten übereinstimmend ausgesagt, V. habe den Namen des Hauptangeklagten bei seiner Vernehmung aus Angst nicht nennen wollen.

Riesenandrang am Landgericht Kaiserlautern nach dreiwöchiger Verhandlungspause: Mit zwei Vernehmungsbeamten im Zeugenstand ist der Mordprozess um die tödlichen Schüsse auf zwei Polizisten Ende Januar bei Kusel fortgesetzt worden. Im Mittelpunkt stand am Donnerstag die Tatversion des 33-jährigen Nebenangeklagten Florian V. aus Sulzbach, der vor Gericht weiter schweigt.

Video [aktueller bericht, 11.08.2022, Länge: 2:31 Min.]
Beweisaufnahme im Kusler Polizisten-Mordprozess

Der Mitangeklagte Florian V. hat noch am Tattag beide Morde dem Hauptangeklagten Andreas S. zur Last gelegt. Seine Aussagen lassen jedoch noch Fragen offen. Unklar ist etwa, wo Florian V. genau stand, als die Schüsse auf die Polizistin Yasmin B. fielen. Deshalb steigt nun der Druck auf ihn, sein Schweigen vor Gericht zu brechen.

Doch eine Aussage des 33-Jährigen vor Gericht kommt laut seinem Verteidiger nicht infrage – obwohl sein beharrliches Schweigen auch Risiken für ihn birgt. V. wird bislang nur versuchte Strafvereitelung und Wilderei vorgeworfen.

Andreas S. laut Komplize "eiskalt"

Beim elften Prozesstag schilderte ein Polizeioberkommissar die Vernehmung nach V.'s Festnahme. Er habe demnach zunächst alles abgestritten und beteuert, niemandem etwas getan zu haben. Nach einigen Vorhaltungen sei dann aber "das Eis gebrochen".

Aus Angst vor dem Hauptangeklagten Andreas S. habe sich V. allerdings erst geweigert, dessen Namen zu nennen. "Wir haben ihm abgenommen, dass er Angst vor ihm hat." Schließlich habe der 33-Jährige eingelenkt und gesagt, Andreas S. habe die beiden Polizisten erschossen.

Ein weiterer Polizist, der bei der damaligen Vernehmung dabei war, berichtete ebenfalls, der Nebenangeklagte habe zunächst alles abgestritten. "Erst als wir ihn mit Erkenntnissen konfrontierten, ist er eingeschwenkt." Der Nebenangeklagte habe spürbar Angst vor Andreas S. gehabt – dieser sei "eiskalt."

Prozess wird am Freitag fortgesetzt

Die Verhandlung wird am Freitag fortgesetzt. Das Gericht will am zwölften Verhandlungstag unter anderem von einer Vernehmungsbeamtin hören, was der Nebenangeklagte nach seiner Festnahme ausgesagt hatte.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 11.08.2022 berichtet.

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