Polizeiabsperrung und Ermittlung (Foto: picture alliance/dpa | Thomas Frey)

Polizisten aus dem Saarland in Kusel getötet

  31.01.2022 | 18:17 Uhr

In der Nacht zum Montag sind im rheinland-pfälzischen Landkreis Kusel eine Polizistin und ein Polizist erschossen worden. Beide Opfer stammten aus dem Saarland. Die Polizei hat einen tatverdächtigen Saarländer in Sulzbach festgenommen.

Bei einer Verkehrskontrolle auf der Kreisstraße 22 zwischen Kusel und Ulmet sind in der Nacht auf Montag gegen 4.20 Uhr zwei Polizeibeamte durch Schüsse tödlich verletzt worden. Eines der beiden Opfer stammte aus dem Landkreis St. Wendel, teilte Landrat Udo Recktenwald mit. Auch das zweite Opfer stamme aus dem Saarland, schrieb Saar-Ministerpräsident Tobias Hans auf Twitter.

Die beiden Beamten waren nach Polizeiangaben auf einer routinemäßigen Streifenfahrt unterwegs. Nach dem, was zunächst über den Hergang bekannt wurde, waren die Beamten wohl schon näher an das Fahrzeug herangetreten und hatten mit der Kontrolle begonnen, als geschossen wurde.

Video [aktueller bericht, 31.01.2022, Länge: 3:24 Min.]
Tödlicher Angriff auf zwei Polizisten

Die Beamten konnten laut Polizei noch selbst eine Funkmeldung über den Beschuss absetzen. Vorher hatten sie ihre Kollegen offenbar noch darüber informiert, dass sie totes Wild im kontrollierten Fahrzeug gefunden hätten.

Als die Verstärkung am Tatort ankam, sei es für die 24-jährige Polizeianwärterin bereits zu spät gewesen. Der Mann habe zunächst noch gelebt, sei aber gestorben, als die Rettungskräfte eintrafen, berichtete ein Polizeisprecher.

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr, soll der Polizist am Tatort noch mehrere Schüsse abgegeben haben. Die Waffe seiner Kollegin kam demnach offenbar nicht zum Einsatz. Beide hatten Uniformen und Sicherheitswesten getragen.

Tatverdächtiger aus dem Saarland

Am Montagnachmittag nahm die Polizei in Sulzbach einen Tatverdächtigen fest. Es handelt sich um einen 38-jährigen Mann, nach dem öffentlich gefahndet wurde. Ein weiterer 32-jähriger Mann wurde ebenfalls vorläufig festgenommen. Bei ihm ist noch unklar, ob er an der Tat beteiligt war.

Zeugen, die im Saarland etwas Verdächtiges wahrgenommen haben, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0681/962-9201, -9204 oder -9207 mit dem Landespolizeipräsidium Saarland in Verbindung zu setzen.

Die Hintergründe des Geschehens sind bislang nicht bekannt. Die DPA meldet, dass der Mann einen Waffenschein haben und in der Vergangenheit wegen Unfallflucht aufgefallen sein soll.

Zwei junge Polizeibeamte bei Verkehrskontrolle erschossen
Audio [SR 3, Janina Schreiber, 31.01.2022, Länge: 02:20 Min.]
Zwei junge Polizeibeamte bei Verkehrskontrolle erschossen

Tiefe Trauer

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) kündigte angesichts der Tat an, als Ausdruck der Trauer und Solidarität die Flaggen im Saarland auf Halbmast zu setzen. Seine Stellvertreterin Anke Rehlinger (SPD) sagte, angesichts dieser Nachricht mischten sich Trauer, Fassungslosigkeit und Wut.

Flaggen auf Halbmast vor dem Saarbrücker Rathaus am 31. Januar 2022 (Foto: Elena Oberhauser / SR)
Flaggen auf Halbmast vor dem Saarbrücker Rathaus

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeigte sich angesichts der Tat "tief erschüttert und voller Trauer". "Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen und Liebsten der durch eine Gewalttat im Dienst verstorbenen Kollegen", erklärte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek.

Das Land Rheinland-Pfalz ordnete am Montagvormittag für die Dienstgebäude Trauerbeflaggung an. Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz (beide SPD) zeigten sich betroffen und schockiert. „Die Tat ist entsetzlich. Es bestürzt uns sehr, dass zwei junge Menschen im Dienst ihr Leben verloren haben.“

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte: „Unabhängig davon, welches Motiv der Tat zugrunde liegt: Diese Tat erinnert an eine Hinrichtung, und sie zeigt, dass Polizistinnen und Polizisten jeden Tag ihr Leben für unsere Sicherheit riskieren.“

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 31.01.2022 berichtet.

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