Einmal im Jahr verwandelt sich Mosberg-Richweiler in ein Horror-Dorf (Foto: Facebook/Haunted Village Mosberg-Richweiler)

Gruselig: Diese Nachbarn sind zum Fürchten

Felicitas Fehrer   18.08.2018 | 08:00 Uhr

Ein 400-Seelen-Dorf ohne jegliche Bus-Anbindungen oder Geschäfte, umgeben von Wald, und einmal im Jahr treiben gruselige Gestalten ihr Unwesen in den Straßen: Die Rede ist von Mosberg-Richweiler. Die Bewohner bezeichnen sich als eine große Familie, in der jeder auf den anderen aufpasst.

Lisa Wendel wohnt schon lange in Mosberg-Richweiler – und sie liebt ihr Dorf.  „Wir sind wie eine große Familie“, sagt sie. „Wenn man durchs Dorf spaziert und gesehen wird, wird man von den Nachbarn quasi aufgefordert, noch zu einem Bierchen zu bleiben.“ Grillen, Geburtstage, die traditionelle Pfingstkirmes oder einfach nur gemütliches Zusammensein – das schweißt die Dorfbewohner zusammen.

Lisa Wendel mit ihrem Mann Manuel und Sohn Henry (Foto: Lisa Wendel)
Lisa Wendel mit ihrem Mann Manuel und Sohn Henry

Doch einmal im Jahr wird man auf den Straßen von Mosberg-Richweiler nicht auf ein Bierchen eingeladen, sondern von Horror-Clowns und Grusel-Nonnen erschreckt. Und zwar an Halloween. Immer am 31. Oktober organisieren die ortsansässigen Vereine gemeinsam das „Haunted Village“. Dann verkleiden sich die Dorfbewohner als furchterregende Gestalten und jagen ihren Nachbarn und Besuchern Angst und Schrecken ein. Auch Lisa ist als Grusel-Schauspielerin dabei.

„Letztes Jahr schafften wir es, über 700 Besucher mit unserem Event zu verzaubern und unserem kleinen verträumten Mosberg einen Namen zu machen“, sagt sie. In diesem Jahr erwarten die Vereine noch mehr Gäste.

Eindrücke vom Haunted Village

Fahrgemeinschaften

Gemeinsame Sache machen die Nachbarn hier aber nicht nur beim Leute-Erschrecken. Weil es in Mosberg-Richweiler keine Bus- oder Bahnverbindungen gibt, bis auf den Schulbus, haben einige Bewohner Fahrgemeinschaften gebildet, um zur Arbeit zu kommen. „Der Zusammenhalt ist bei uns sehr wichtig“, sagt Lisa. „Auch Mitbürger, die in der letzten Zeit erst zugezogen sind, werden hier einwandfrei in die Gemeinschaft integriert.“

Auch wenn es hier weder Gaststätten noch Geschäfte gibt – die Bewohner sind gemeinsam glücklich und würden dort nicht mehr weg wollen.

Nachbarschaft im Saarland
"Wart, ich zieh mei Schaffbux an unn helf da, das do kann ma sich jo net angugge!" - Aussagen wie diese sind keine Seltenheit in manchen saarländischen Orten. SR.de erzählt Geschichten über Dörfer und Städte im Saarland, in denen die Nachbarn zusammenhalten wie eine große Familie.

"Mir halle sesamme!"

Dieser Beitrag ist der Auftakt zur Rubrik "Mir halle sesamme!" - eine Serie über Zusammenhalt unter Nachbarn im Saarland.

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