Ein Mann bekommt eine Herzdruckmassage (Foto: imago images / Photocase)

Schlaganfall und Herzinfarkt - was zu tun ist

  17.04.2020 | 14:56 Uhr

Herzinfarkt und Schlaganfall gehören zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Allein 2015 starben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 50.948 Menschen an einem Infarkt. In beiden Fällen ist vor allem schnelles und besonnenes Handeln gefragt.

Woran erkenne ich einen Herzinfarkt?

Ein Herzinfarkt lässt sich meistens durch Zeichen im Herzbereich oder im Brustkorb erkennen:

  • starke, mindestens fünf Minuten anhaltende Schmerzen in der Brust, die auch in andere Körperbereiche ausstrahlen, etwa in die Arme, den Oberbauch, zwischen die Schulterblätter in den Rücken, in den Hals oder den Kiefer
  • ein massives Engegefühl, d. h. ein heftiger Druck oder ein starkes Einschnürungsgefühl
  • ein heftiges Brennen

Weitere mögliche Anzeichen, die ernstgenommen werden müssen:

  • Übelkeit, Erbrechen, Atemnot und Schmerzen im Oberbauch (in zuvor noch nie erlebtem Ausmaß). Wichtig: Dies sind insbesondere bei Frauen häufigere Anzeichen für einen Herzinfarkt.
  • Angstschweiß mit kalter Haut und blasser Gesichtsfarbe

Herzinfarkt – wer ist gefährdet?

Besonders gefährdet sind Menschen,

  • die an Diabetes mellitus leiden,
  • Bluthochdruck,
  • erhöhte Blutfettwerte
  • oder Übergewicht haben,
  • die sich zu wenig bewegen,
  • rauchen
  • oder in deren Familien Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufgetreten sind.

Vorbeugen kann man durch einen gesunden Lebensstil. Dazu gehört:

  • nicht rauchen
  • genügend Bewegung, mindestens dreimal pro Woche 20 bis 30 Minuten
  • gesunde Ernährung, also wenig Fleisch und tierische Fette, dafür mehr Gemüse, Fisch und Vollkornprodukte
  • Vermeidung von Übergewicht
  • regelmäßige Blutdrucküberwachung

Woran erkenne ich einen Schlaganfall?

Je nachdem, wo es im Gehirn zu einem Schlaganfall kommt, können unterschiedliche neurologische Symptome auftreten. Typische plötzliche Ausfälle, die auf einen Schlaganfall hindeuten:

  • Schwäche oder Lähmung in Armen oder Beinen, verbunden mit Kraftlosigkeit
  • einseitige Gesichtslähmung mit hängendem Mundwinkel
  • Gefühlsstörung einer Körperseite (Taubheitsgefühl, Kribbeln)
  • Sehstörung
  • Störung beim Sprechen oder Hören
  • Schwindel mit Gangunsicherheit
  • Doppelbilder
  • Ungewohnt heftige Kopfschmerzen
  • Bewusstlosigkeit

Schlaganfall – wer ist gefährdet?

Besonders gefährdet sind Menschen,

  • die an Diabetes mellitus
  • oder Bluthochdruck leiden,
  • die erhöhte Blutfettwerte haben,
  • übergewichtig sind,
  • die an Durchblutungsstörungen leiden,
  • sich zu wenig bewegen,
  • erhöhte Cholesterinwerte haben,
  • die rauchen,
  • in deren Familien Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufgetreten sind
  • oder die an altersbedingter Gefäßwandschwäche leiden.

Vorbeugen kann man auch hier durch einen gesunden Lebensstil. Dazu gehört:

  • Verzicht aufs Rauchen
  • Genügend Bewegung, mindestens dreimal pro Woche 20 bis 30 Minuten
  • Gesunde Ernährung, also wenig Fleisch und tierische Fette, dafür mehr Gemüse, Fisch und Vollkornprodukte
  • Vermeidung von Übergewicht

Was bei einem Verdacht auf Schlaganfall oder Herzinfarkt zu tun ist

  • Bewahren Sie Ruhe!
  • Rufen Sie sofort unter Telefon 112 den Rettungsdienst!
  • Enge Kleidungsstücke öffnen
  • Den Betroffenen so lagern, dass es für ihn bequem ist. Sprechen sie ruhig mit ihm!
  • Atmung und Bewusstsein überwachen

Wenn der Betroffene plötzlich nicht mehr auf Ansprache oder Schütteln reagiert und nicht mehr normal atmet, liegt ein Herzstillstand vor – beginnen Sie in diesem Fall sofort mit der Wiederbelebung!

Legen Sie den Betroffenen mit dem Rücken auf eine harte Unterlage (Fußboden). Knien Sie sich an eine Seite des Betroffenen und legen Sie einen Handballen auf die Mitte des Brustkorbes und die zweite Hand auf den Handrücken der Ersten. Drücken Sie mit gestreckten Armen das Brustbein tief (mindestens fünf Zentimeter) und schnell (100- bis 120-mal pro Minute) in Richtung Wirbelsäule.

Als Richtschnur für den richtigen Rhythmus bietet sich hier die Musik an. „Stayin‘ Alive“ von den Bee Gees, „Dancing Queen“ von Abba oder auch „Like a Prayer“ von Madonna geben mit 100 bis 120 Beats pro Minute den richtigen Takt vor. Mit 116 Beats pro Minute ebenfalls hilfreich, wenn auch textlich nicht ganz passend: „Highway to Hell“ von AC/DC.

Nach jedem Drücken soll das Brustbein vollständig entlastet werden, ohne dass Sie den Kontakt zwischen Hand und Brustbein verlieren. Die Herzdruckmassage wird so lange fortgeführt, bis das Rettungsteam eintrifft.

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