Die Hermann Neuberger Sportschule in Saarbrücken (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Langer Fragenkatalog an LSVS-Geschäftsführer

Thomas Gerber / Onlinefassung: Thomas Braun   28.12.2017 | 13:42 Uhr

Die Vernehmung des Hauptverdächtigen im Finanzskandal beim LSVS ist am Donnerstagvormittag ohne konkretes Ergebnis geblieben. Wie die Staatsanwaltschaft dem SR mitteilte, wurde dem suspendierten Geschäftsführer des Verbandes, Paul Hans, ein umfangreicher Fragenkatalog vorgelegt. Zur schriftlichen Beantwortung sei dem Verteidiger des 64-Jährigen eine mehrwöchige Frist eingeräumt worden.

Zu den Inhalten des Fragenkatalogs machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben. Dabei dürfte es aber nach SR-Informationen unter anderem um die Verantwortlichkeiten beim LSVS gehen. Details oder gar konkrete Buchungsvorgänge sollen in der circa einstündigen Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft kein Thema gewesen sein.

Hans weist Vorwürfe zurück

Hans hatte durch seinen Anwalt Hans-Jürgen Gebhardt mehrfach erklärt, dass er stets im Auftrag des Präsidiums gehandelt habe. Die Aussage von LSVS-Präsident Klaus Meiser, Hans habe das Millionenloch verschleiert und dies auch eingeräumt, will Gebhardt ebenfalls nicht stehen lassen. Sein Mandant habe vielmehr seit längerem ein Vier-Augen-Gespräch mit Meiser gesucht, als es dann so weit gewesen sei, habe ihm neben Meiser eine ganze Armada von Anwälten gegenüber gestanden. Gebhardt äußerte die Vermutung, dass Hans zum Bauernopfer gemacht werden solle.

Vernehmung der designierten Nachfolgerin abgebrochen

Aus LSVS-Vorstandskreisen ist allerdings zu hören, dass Hans bei der Präsentation der Bilanzen stets den Eindruck vermittelt habe, der LSVS stünde finanziell glänzend da.

Am Mittwoch war bereits die designierte Nachfolgerin von Hans vernommen worden. Sie hatte den Skandal ins Rollen gebracht, nachdem ihr aufgefallen war, dass der LSVS bei der Uni wegen nicht bezahlter Fernwärmerechnungen erheblich in der Kreide steht. Die Vernehmung der Frau wurde am Mittwoch abgebrochen. Zu den Gründen dafür wollten sich weder die Staatsanwaltschaft noch der LSVS äußern.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 28.12.2017 berichtet.

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