Das Homburger Rathaus (Foto: SR)

Homburgs Ex-OB Schöner bestreitet alle Vorwürfe

Thomas Gerber   28.01.2019 | 16:08 Uhr

Vor dem Landgericht hat am Montag der Prozess gegen den ehemaligen Homburger Oberbürgermeister Karlheinz Schöner begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 67 Jahre alten CDU-Politiker Untreue und Betrug im Zusammenhang mit Baumaßnahmen an seinen Privatanwesen und bei der Beschaffung einer Beschallungsanlage vor. Schöner ist sich keiner Schuld bewusst – zum Prozessauftakt wies er sämtliche Vorwürfe zurück.

Kollegengespräch: "Karlheinz Schöner droht reichlich Ungemach"
Audio [SR 3, Kollegengespräch: Renate Wanninger/Thomas Gerber, 28.01.2019, Länge: 04:59 Min.]
Kollegengespräch: "Karlheinz Schöner droht reichlich Ungemach"

Der Bautrupp der kommunalen Beschäftigungsgesellschaft Aquis habe in seinem Garten lediglich Schäden repariert, die der Trupp zuvor durch Baumfällarbeiten auf einem Nachbargrundstück angerichtet habe. Die angeblichen Arbeiten an seinem Haus, die mittels Scheinrechnungen von der Stadt bezahlt worden sein sollen, habe es so gar nicht gegeben.

Auch beim Kauf der 12.000 Euro teuren Beschallungsanlage will sich Schöner nicht bereichert haben. Die Anlage, die er zwei Tage vor seiner Pensionierung geordert hatte, sei von Geld bezahlt worden, das Besucher seiner Feier zum sechzigsten Geburtstag für die musikalische Früherziehung gespendet hätten. Der Musikschule sollte die Anlage denn auch eigentlich zur Verfügung gestellt werden. Ein von ihm geplantes Konzert mit seiner Band Madhouse anlässlich der Übergabe sei allerdings nie zustande gekommen – sein Nachfolger, Rüdiger Schneidewind (SPD), habe die Veranstaltung offenbar nicht gewollt.

Verlust der Pension droht

Dass das Gericht dieser Version folgt, scheint eher unwahrscheinlich. Der vorsitzende Richter stellte Schöner mehr als eine kritische Nachfrage. Der mitangeklagte Bauunternehmer wollte sich zu den Vorwürfen zunächst nicht äußern.

Sollte Schöner zu einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr - auch auf Bewährung - verurteilt werden, droht ihm der Verlust seiner Pension. Ein Teil der Vorwürfe war im Rahmen der sogenannten Detektivaffäre beim Homburger Baubetriebshof bekannt geworden, wegen der sich ab morgen der amtierende Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind ebenfalls vor dem Landgericht verantworten muss.

Video [aktueller bericht, 28.01.2019, Länge: 2:39 Min.]
Ex-Oberbürgermeister weist Vorwürfe zurück

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3-Rundschau vom 28.01.2019 berichtet.

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