Oskar Lafontaine (Foto: Felix Schneider/SR)

Lafontaine beendet politische Karriere

Carolin Dylla / Onlinefassung: Anne Staut   18.11.2021 | 16:59 Uhr

Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine wird seine politische Karriere beenden. Ein Linksfraktionssprecher bestätigte dem SR Aussagen gegenüber der Zeitung "Welt". Lafontaine wird bei der kommenden Landtagswahl nicht antreten.

Es ist das Ende einer Ära: Oskar Lafontaine, ehemaliger saarländischer Ministerpräsident und aktuell Chef der Linksfraktion im Landtag nimmt seinen Hut. Ein Sprecher der Linksfraktion bestätigte dem SR entsprechende Aussagen Lafontaines in der Zeitung "Die Welt".

In einem Interview mit der Zeitung erklärte Lafontaine, bei der Landtagswahl im kommenden März nicht noch einmal anzutreten. Vermutungen, dass der 78-Jährige mit einer eigenen Liste ins Rennen gehen würde, sind damit vom Tisch.

Innerparteilicher Streit

Lafontaine zieht damit wohl auch Konsequenzen aus dem erbitterten Streit mit Landeschef Thomas Lutze. Der hatte zuletzt eine neue Stufe erreicht, als die Landtagsabgeordnete Barbara Spaniol – die auch stellvertretende Landeschefin ist – aus der Fraktion ausgeschlossen worden war.

Zugleich griff Lafontaine die eigene Partei scharf an und warf der Parteiführung vor, seit Jahren den innerparteilichen Konflikt zu befeuern. Zudem kritisierte er die Ausschlussverfahren gegen ihn und seine Frau Sahra Wagenknecht. 

Parteien, die permanent Angriffe auf ihre populären Politiker zuließen, dürften sich über Wahlniederlagen nicht wundern, so Lafontaine. Oskar Lafontaine hatte vor der Bundestagswahl davon abgeraten, die Linke zu wählen.

Zum Rückzug Lafontaines aus der Politik
Audio [SR 3, Studiogespräch: Simin Sadeghi/Michael Thieser, 19.11.2021, Länge: 04:02 Min.]
Zum Rückzug Lafontaines aus der Politik

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 18.11.2021 berichtet.

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