Oskar Lafontaine (Foto: picture alliance/Uwe Anspach/dpa)

Lafontaine rät von Wahl der Linken ab

mit Informationen von Jan Henrich   07.06.2021 | 16:00 Uhr

Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine will bei der kommenden Bundestagswahl die Linke im Saarland nicht unterstützen. Er rät davon ab, die Partei mit der Zweitstimme zu wählen. Hintergrund ist die Wahl Thomas Lutzes zum Spitzenkandidaten der Partei.

Jeder, der bei der kommenden Bundestagswahl im Saarland die Zweitstimme der Linkspartei gebe, stimme für ein Verfahren innerparteilicher Willensbildung, das er grundsätzlich ablehne, sagte Linkenfraktionschef Oskar Lafontaine am Tag nach der Kür von Thomas Lutze zum Spitzenkandidaten seiner Partei. Bei der Mitgliederversammlung der Saar-Linken am Sonntag konnte sich Thomas Lutze trotz starkem Gegenwind von Oskar Lafontaine und der Landtagsfraktion bei der Wahl zum Spitzenkandidaten durchsetzen.

Video [aktueller bericht, 07.06.2021, ab 19:23 Min.]
Ein Thema in den Nachrichten des aktuellen berichts.

Nach Lutzes Wahl erhob Lafontaine den Vorwurf, damit habe sich das Betrugssystem des Landesvorsitzenden Lutze erneut durchgesetzt. Lutze soll demnach Mitglieder für ihr Kreuz bezahlt haben.

Lutze bestreitet Vorwürfe

Lutze bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Er lade trotz der Differenzen alle Parteimitglieder dazu ein, sich am Bundestagswahlkampf zu beteiligen.

Oskar Lafontaine äußerte sich nicht zur Frage, ob er bei der Landtagswahl im März 2022 erneut antritt. Er wolle abwarten, wie sich die Situation nach der Bundestagswahl entwickelt.


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Kurz bevor die Saar-Linke auf ihrer Mitgliederversammlung ihre Wahlliste für den Bundestagswahlkampf aufstellt und damit festlegt, wer die besten Chancen hat, ins Bundesparlament einzuziehen, kochte ein Streit hoch, der schon seit Jahren im Landesverband schwelt. Worum es geht und was der Streit für die Zukunft der Partei bedeutet.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 07.06.2021 berichtet.

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