Grundschullehrer demonstrieren vor der Staatskanzlei (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Grundschullehrer beklagen hohe Belastung

Sabine Wachs / Onlinefassung: Thomas Braun   09.06.2015 | 18:38 Uhr

Es brennt offenbar an den saarländischen Grundschulen. Die Lehrer beklagen vor allem zu wenig Personal und zu große Klassen. Die Belastung sei immens gestiegen. Um auf das Problem aufmerksam zu machen, demonstrierten am Dienstag rund 400 Grundschullehrer aus dem ganzen Saarland vor der Staatskanzlei und überreichten eine Unterschriftenliste.

1625 von knapp 2000 aktiven Grundschullehrern aus dem ganzen Saarland haben unterschrieben. Mit dieser Unterschriftenliste wollen sie auf die steigende Belastung aufmerksam machen. Es herrsche Personalmangel, sagte die Vorsitzende des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (SLLV), Lisa Brausch. Klassen mit über 25 Schülern seien mittlerweile Standard.

Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) hielt in seiner Rede dagegen. Das Saarland habe die Klassengröße schon reduziert. Mit 20,7 Schülern pro Klasse liege das Land leicht unter dem Bundesschnitt. Von den 1.418 Klassen an den öffentlichen Grundschulen hätten zu Beginn des Schuljahres lediglich knapp fünf Prozent mehr als 25 Schüler. Für seine Aussagen erntete Commerçon bei der Kundgebung laute Pfiffe.

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Nicht genügend Förderlehrer?

Auch dass es genügend Förderlehrer gebe, die sich an den Grundschulen um Kinder mit besonderen Bedürfnissen kümmerten, verneinten die Lehrer. Während ihres Unterrichts leisteten sie zusätzlich Integrations- und Inklusionsarbeit. Zeit, allen Kindern gerecht zu werden, bleibe schon lange nicht mehr.

Zwar habe das Saarland die Lehrer, die im Springerdienst Vertretungen übernehmen, aufgestockt und mehr pädagogische Tage eingeführt. Den Lehrern aber reicht das noch nicht. Die Politik, so das Fazit ihrer Kundgebung, dürfe die Augen nicht mehr verschließen.

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