Erzieherstreik (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Lehrer fordern mehr Entlastung

Axel Burmeister   02.06.2015 | 15:10 Uhr

Zu wenig Lehrer für zu große Klassen - die saarländischen Lehrer fühlen sich überlastet. Deshalb könnten sie den Bedürfnissen der Kinder nicht mehr gerecht werden. Grüne und Linke wollen unter anderem einen Stopp beim Stellenabbau und mehr Geld für Junglehrer.

Der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV) kritisiert, dass die Arbeitsbelastung für die Grundschullehrer in den vergangenen Jahren „ständig gestiegen“ sei. Eine Entlastung dafür habe es nie gegeben. SLLV-Chefin Lisa Brausch verwies unter anderem auf die hohe Unterrichtsverpflichtung. Zudem kritisierte sie zu große Klassen und den Personalmangel bei der Inklusion. Das belaste viele Lehrer. Außerdem fehlten mobile Lehrkräfte. Auch sei es schwierig, wenn Klassen immer wieder zusammengelegt würden. Die Lehrer könnten den Bedürfnissen der Kinder nicht mehr gerecht werden.

Beste Bedingungen für Grundschüler

Den Stellenabbau stoppen und mehr Personal für Inklusion bereitstellen – das hat die Landtagsfraktion der Grünen gefordert. „Die Arbeitsbedingungen in den Grundschulen sind ein Resultat der verfehlten Sparmaßnahmen von Minister Commerçon im Bildungsbereich“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Klaus Kessler. Seien die Lehrkräfte überlastet, leide darunter letztlich die Qualität des Unterrichts und die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler.

Die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Barbara Spaniol, wies darauf hin, dass es an der wichtigsten Schule, der Grundschule, die besten Bedingungen geben müsse. „Darum müssen Mittel, die durch den Rückgang der Schülerzahlen frei werden, auch im Grundschulbereich bleiben. Die Kürzung der Eingangsbesoldung für Junglehrer muss wieder zurück genommen werden“.

Chancengleichheit herstellen

Die Piraten erinnerten an ihre vor zwei Jahren geäußerte Kritik zu der von Bildungsminister Ulrich Commerçon geforderte Grundschulreform. Es seien zu wenige Lehrerkräfte eingeplant gewesen. Dies, so die bildungspolitische Sprecherin der Piratenfraktion, Jasmin Maurer, schlage dem Minister jetzt von Seiten der Lehrer entgegen. Die Umsetzung der Inklusion zum Nulltarif greife zu kurz. Diese alleine mit Hilfe der demographischen Rendite zu schaffen sei nie möglich. Die aktuelle Herausforderung liege darin, immer heterogener werdende Klassen, trotz des unterschiedlichen Betreuungsbedarfs, „so etwas wie Chancengleichheit zu geben“, fügt Maurer hinzu.   

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