Homburger Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind vor Gericht (Foto: SR Fernsehen)

Kritik nach Urteilsspruch gegen Schneidewind

Thomas Gerber   24.02.2019 | 18:31 Uhr

In Homburg kritisieren mehrere Persönlichkeiten der Stadt das Urteil gegen Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind. Er war wegen der Detektivaffäre zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt worden.

In einer Stellungnahme heißt es, zwar habe sich der SPD-Politiker eines gravierenden Fehlverhaltens schuldig gemacht, trotzdem verletze der Richterspruch das Rechtsempfinden. Die vom Landgericht erklärte Absicht, Schneidewind wegen Nicht-Eignung aus dem Amt zu entfernen, komme einer öffentlichen Demontage gleich. Das Urteil sei offenbar auch von sachfremden Erwägungen geleitet, hieß es.

Interview mit Bernhard Bernarding: "Das Urteil in seiner drastischen Konsequenz hat mit befremdet"
Audio [SR 3, Interview: Nadine Thielen, 25.02.2019, Länge: 02:55 Min.]
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Interview: "Es ist eine gesetzliche Regelung und keineswegs die Meinung der Kammer"
Audio [SR 3, Interview: Nadine Thielen, 25.02.2019, Länge: 02:46 Min.]
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Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem der frühere Homburger Landrat Clemens Lindemann (SPD), der Chef des Unternehmens Dr. Theiss Naturwaren, Giuseppe Nardi, und der Publizist Bernard Bernarding.

Grüne fordern Rücktritt

Schneidewind war am Donnerstag im Zusammenhang mit der Detektivaffäre zu 15 Monaten Haft auf Bewährung und 10.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Er hat bereits Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Er selbst hat das Innenministerium gebeten, ihn vom Dienst zu suspendieren. Die Grünen im Homburger Stadtrat haben unterdessen erneut den sofortigen Rücktritt Schneidewinds als Oberbürgermeister gefordert.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 24.02.2019 berichtet.

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