Coronavirus (Foto: Hao Yuan/ dpa-Reportdienste)

Corona-FAQ: Was wir über das Virus wissen

  15.06.2020 | 10:38 Uhr

Wie wird das Virus übertragen? Wie kann man sich schützen? Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich glaube, mich angesteckt zu haben? Auf die wichtigsten Fragen geben das Robert Koch-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Antworten.

Wie wird das neuartige Coronavirus übertragen?

Das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Hauptübertragungswege sind eine Infektion mit Tröpfchen, die etwa beim Husten und Niesen entstehen und über winzige Aerosole, die beim Atmen, Sprechen und Singen ausgestoßen werden. Der längere Aufenthalt in kleinen, schlecht belüfteten Räumen kann die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole auch über eine größere Distanz als zwei Meter erhöhen. Ansteckungen im Außenbereich an der frischen Luft kommen hingegen eher selten vor. Eine Übertragung durch kontaminierte Oberflächen ist insbesondere in der unmittelbaren Umgebung eines Infizierten nicht auszuschließen.

Wie lange dauert es, bis die Erkrankung nach einer Ansteckung ausbricht?

Derzeit wird davon ausgegangen, dass es nach einer Ansteckung bis zu 14 Tage dauern kann, bis Krankheitszeichen auftreten. Im Mittel (Median) liegt die sogenannte Inkubationszeit bei fünf bis sechs Tagen.

Wie lange ist eine mit dem Virus infizierte Person ansteckend?

Aufgrund der bisherigen Datenlage gehen die Wissenschaftler davon aus, dass infizierte Personen bereits zwei Tage vor Symptombeginn ansteckend sind. Wie lange Erkrankte insgesamt infektiös sind, ist derzeit noch unklar - die Spannbreite zwischen verschiedenen Studienergebnissen variiert derzeit noch stark, zudem ist bislang noch nicht ausreichend untersucht, welchen Einfluss die Krankheitssschwere auf die Dauer der Infektiosität hat. Manche Studien gehen von fünf bis sieben Tagen nach Symptombeginn aus, in anderen wurden auch noch am elften Tag nach Symptombeginn aus Proben erfolgreich Viren angezüchtet.

Welche Symptome werden durch das Coronavirus ausgelöst?

Die Krankheitsverläufe variieren stark. Manche Infizierte zeigen keine Symptome, viele haben eher leichte Beschwerden, es kann aber auch zu schweren Verläufen mit Lungenversagen bis hin zum Tod kommen. Am häufigsten wurden bislang Symptome wie Fieber, Husten und Halsschmerzen beobachtet, einige Betroffene leiden auch an Schnupfen oder Durchfall. In mehreren Studien wird zudem von einer meist plötzlich auftretenden schwerwiegenden Beeinträchtigung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns berichtet. Bei den bisher bekannten Fällen waren vier von fünf Krankheitsverläufen mild. Bei einem Teil der Patienten kann das Virus zu einem schwereren Verlauf mit Atemproblemen, Lungenentzündung und einer Schädigung der Blutgefäße führen.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Die wichtigste Regel ist das Abstandsgebot. Wo immer möglich, sollte ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen eingehalten werden. Berührungen wie Umarmungen und Händeschütteln sollten vermieden werden. Aufenthaltsräume sollten regelmäßig gelüftet werden, persönliche Kontakte zu anderen Menschen auf ein Mindestmaß reduziert werden.

Insbesondere sollten Situationen gemieden werden, in denen man mit anderen Menschen über einen längeren Zeitraum gemeinsam in kleinen, schlecht belüfteten Räumen zusammen ist.

Eine gute Händehygiene ist ebenfalls wichtig. Das heißt, regelmäßig – etwa nach Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln und vor jeder Mahlzeit – die Hände gründlich mit Seife waschen (mindestens 20 bis 30 Sekunden) und gegebenenfalls desinfizieren. Zudem sollte ein Kontakt der Hände mit Mund, Nase und Augen vermieden werden. Husten und Niesen sollten in die Armbeuge oder in ein Einwegtaschentuch erfolgen, damit der Erreger nicht über die Hand an Türgriffe oder ähnliches gelangt und sich so weiterverbreitet.

Welchen Sinn haben Alltagsmasken?

Nach derzeitigem Wissenstand können Alltagsmasken - also Mund-Nasen-Bedeckungen - helfen, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. In Deutschland gilt derzeit eine Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen Bereichen, insbesondere dort, wo Abstandsregelungen nicht immer leicht einzuhalten sind. Tröpfchen, die beim Husten, Niesen oder Sprechen entstehen, können durch solche Masken gebremst werden. Ein Gesichsschild ist aus Sicht des RKI derzeit keine gleichwertige Alternative für eine Mund-Nasen-Bedeckung.

Wichtig: Eine Alltagsmaske schützt nicht den Träger, sondern das Gegenüber. Die wichtigste Regel bleibt nach wie vor das Abstandhalten.

Was ist beim Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zu beachten?

Der richtige Umgang mit den Mund-Nasen-Bedeckungen ist laut RKI wesentlich, um einen größtmöglichen Schutz zu erreichen. Nutzer müssten vor dem Anlegen und nach dem Ablegen einer Mund-Nasen-Bedeckung gründlich die Hände (mindestens 20 bis 30 Sekunden) mit Seife waschen. Nase und Mund müssten bis zum Kinn abgedeckt sein und die Mund-Nasen-Bedeckung an den Rändern möglichst eng anliegen. Während des Tragens sollte die Mund-Nasen-Bedeckung nicht angefasst oder verschoben werden.

Spätestens, wenn die Mund-Nasen-Bedeckung durch die Atemluft durchfeuchtet ist, muss sie gewechselt werden. Nach der Verwendung sollte die Mund-Nasen-Bedeckung bis zum Waschen luftdicht (z.B. in einem separaten Beutel) aufbewahrt oder am besten sofort bei 60° bis 95°C gewaschen werden.

Wie verhalte ich mich, wenn ich befürchte, mich angesteckt zu haben?

Wer sich krank fühlt, sollte unbedingt zuhause bleiben und gegebenenfalls telefonisch einen Arzt kontaktieren. Man sollte nicht von sich aus in die Bereitschaftsdienstpraxen, in die Notaufnahme der Krankenhäuser oder die Arztpraxen gehen, um so eine mögliche Ansteckung seiner Mitmenschen zu vermeiden. Grundsätzlich gilt: Sollten Sie Ihre Arztpraxis nicht erreichen können, wenden Sie sich an die Rufnummer 116117. Dort werden Sie an einen zuständigen Arzt weitervermittelt.

Wer sollte sich testen lassen?

Galten zu Beginn der Pandemie noch strenge Kriterien, ab wann eine Person auf das Coronavirus getestet werden sollte, empfiehlt das RKI mittlerweile eine niederschwellige Testung aller Personen mit einer akuten Atemwegserkrankung, unabhängig von der Schwere. Auch Patienten mit einem Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns sollten getestet werden. Ebenfalls getestet werden sollten Kontaktpersonen von Covid-19-Erkrankten, wenn sie selbst irgendwelche Symptome zeigen.

Gibt es einen Impfstoff, der vor dem neuartigen Coronavirus schützt?

Aktuell steht kein Impfstoff zum Schutz vor Covid-19 zur Verfügung. Laut einer aktuellen Übersichtsarbeit befanden sich mit Stand 8. April 2020 mehr als 100 Impfstoff-Kandidaten in der Entwicklung. Ab wann ein Impfstoff tatsächlich eingesetzt werden kann, ist derzeit unklar. Nach Angaben des Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, könnte im nächsten Jahr ein Impfstoff zur Verfügung stehen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?

Eine spezifische, d.h. gegen das neuartige Coronavirus selbst gerichtete Therapie steht derzeit noch nicht zur Verfügung. Im Zentrum der Behandlung der Infektion stehen derzeit unterstützende Maßnahmen entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes (z.B. Sauerstoffgabe, Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes, ggf. Antibiotikagabe zur Behandlung von bakteriellen Alternativ-/Begleitinfektionen) sowie die Behandlung von relevanten Grunderkrankungen.

Da gerade bei schweren Verläufen die Gefahr einer Thrombose oder Lungenembolie steigt, ist man beispielsweise am Klinikum Saarbrücken bereits früh dazu übergegangen, Betroffene mit einer strikten Blutverdünnung zu behandeln. Laut RKI werden darüber hinaus derzeit verschiedene Therapieansätze mit Wirkstoffen und Medikamenten wie Remdesivir, Chloroquin und anderen im Rahmen von Studien untersucht.

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