Coronavirus (Foto: Hao Yuan/ dpa-Reportdienste)

FAQ zum Coronavirus: Wie verhalte ich mich richtig?

  17.03.2020 | 14:42 Uhr

Wie wird das Virus übertragen? Wie kann man sich schützen? Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich glaube, mich angesteckt zu haben? Viele Menschen sind aufgrund der aktuellen Lage verunsichert. Auf die wichtigsten Fragen geben das Robert Koch-Institut und die Uniklinik Homburg Antworten.

Wie wird das neuartige Coronavirus übertragen?

Das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt über die Schleimhäute der Atemwege geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden. Eine Übertragung durch kontaminierte Oberflächen ist insbesondere in der unmittelbaren Umgebung des Infizierten nicht auszuschließen.

Wie lange dauert es, bis die Erkrankung nach einer Ansteckung ausbricht?

Derzeit wird davon ausgegangen, dass es nach einer Ansteckung bis zu 14 Tage dauern kann, bis Krankheitszeichen auftreten. Im Mittel (Median) liegt die sogenannte Inkubationszeit bei 5 bis 6 Tagen.

Welche Symptome werden durch das Coronavirus ausgelöst?

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Es kann zu Symptome wie Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber kommen, einige Betroffene leiden auch an Durchfall. In mehreren Studien wird von einer meist plötzlich auftretenden schwerwiegenden Beeinträchtigung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns berichtet. Bei den bisher bekannten Fällen waren vier von fünf Krankheitsverläufen mild. Bei einem Teil der Patienten kann das Virus zu einem schwereren Verlauf mit Atemproblemen und zu Lungenentzündung führen.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Eine gute Händehygiene ist wichtig. Das heißt, regelmäßig – etwa nach Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln und vor jeder Mahlzeit – die Hände gründlich mit Seife waschen (mindestens 20 bis 30 Sekunden) und gegebenenfalls desinfizieren. Zudem sollte ein Kontakt der Hände mit Mund, Nase und Augen vermieden werden.

Husten und Niesen sollten in die Armbeuge oder in ein Einwegtaschentuch erfolgen, damit der Erreger nicht über die Hand an Türgriffe oder ähnliches gelangt und sich so weiterverbreitet. Zu Infizierten und Erkrankten sollte Abstand gehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden.

Ist es sinnvoll, eine Atemschutzmaske zu tragen?                                                     

Handelsübliche Schutzmasken, also OP- sowie FFP-Masken, sollten laut RKI Ärzten und Pflegekräften vorbehalten bleiben, die Covid-19-Betroffene behandeln oder betreuen.

Mund-Nasen-Bedeckungen für den privaten Gebrauch - oft selbst genähte Mund-Nasen-Bedeckungen (sog. community masks) - bieten laut RKI keine nachgewiesene Schutzfunktion für die Trägerin oder den Träger. Sie können bei einer Infektion aber dazu beitragen, das Virus nicht an andere Menschen weiterzugeben.

Für die Bevölkerung empfiehlt das RKI das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in bestimmten Situationen im öffentlichen Raum. Das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung könne ein zusätzlicher Baustein sein, um die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Covid-19 in der Bevölkerung zu reduzieren – allerdings nur, wenn weiterhin Abstand (mind. 1,5 Meter) von anderen Personen, Husten- und Niesregeln und eine gute Händehygiene eingehalten werden.

Was ist beim Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zu beachten?

Der richtige Umgang mit den Mund-Nasen-Bedeckungen ist laut RKI wesentlich, um einen größtmöglichen Schutz zu erreichen. Nutzer müssten vor dem Anlegen und nach dem Ablegen einer Mund-Nasen-Bedeckung gründlich die Hände (mindestens 20 bis 30 Sekunden) mit Seife waschen. Nase und Mund müssten bis zum Kinn abgedeckt sein und die Mund-Nasen-Bedeckung an den Rändern möglichst eng anliegen. Während des Tragens sollte die Mund-Nasen-Bedeckung nicht angefasst oder verschoben werden.

Spätestens, wenn die Mund-Nasen-Bedeckung durch die Atemluft durchfeuchtet ist, muss sie gewechselt werden. Nach der Verwendung sollte die Mund-Nasen-Bedeckung bis zum Waschen luftdicht (z.B. in einem separaten Beutel) aufbewahrt oder am besten sofort bei 60° bis 95°C gewaschen werden.

Wie verhalte ich mich, wenn ich befürchte, mich angesteckt zu haben?

Sollten Sie einen begründeten Verdacht haben, erkrankt zu sein, kontaktieren Sie bitte als erste Anlaufstellen telefonisch den Hausarzt oder das Gesundheitsamt vor Ort. Ein Verdacht ist begründet, wenn zwei Voraussetzungen vorliegen:

1. Sie hatten/haben Kontakt zu einer erkrankten Person, bei der die Infektion mit SARS-CoV-2 bestätigt wurde.

und

2. Sie leiden gleichzeitig unter starken Grippe-Symptomen wie Fieber, Heiserkeit, Husten oder Atemnot bzw. unspezifischen Allgemeinsymptomen.

Zunächst ist es wichtig, dass man zuhause bleibt und das weitere Verhalten telefonisch mit der Arztpraxis oder mit dem Gesundheitsamt abklärt. Dabei sollte man nicht von sich aus in die Bereitschaftsdienstpraxen, in die Notaufnahme der Krankenhäuser oder die Arztpraxen gehen, um so eine mögliche Ansteckung seiner Mitmenschen zu vermeiden.

Grundsätzlich gilt: Sollten Sie Ihre Arztpraxis nicht erreichen können, wenden Sie sich an die Rufnummer 116117. Dort werden Sie an einen zuständigen Arzt weitervermittelt. Im Notfall, wenn dies erfolglos sein sollte, wenden Sie sich an das zuständige Gesundheitsamt oder dessen Rufbereitschaft.

Gibt es einen Impfstoff, der vor dem neuartigen Coronavirus schützt?

Aktuell steht kein Impfstoff zum Schutz vor COVID-19 zur Verfügung. Laut einer aktuellen Übersichtsarbeit befinden sich mit Stand 8. April 2020 mehr als 100 Impfstoff-Kandidaten in der Entwicklung. Ab wann ein Impfstoff tatsächlich eingesetzt werden kann, ist derzeit unklar. Nach Angaben des Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, könnte im nächsten Jahr ein Impfstoff zur Verfügung stehen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?

Eine spezifische, d.h. gegen das neuartige Coronavirus selbst gerichtete Therapie steht derzeit noch nicht zur Verfügung. Im Zentrum der Behandlung der Infektion stehen derzeit unterstützende Maßnahmen entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes (z.B. Sauerstoffgabe, Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes, ggf. Antibiotikagabe zur Behandlung von bakteriellen Alternativ-/Begleitinfektionen) sowie die Behandlung von relevanten Grunderkrankungen.

Wo erfährt man, ob eine Reise in ein betroffenes Land noch sicher ist?

Gesundheitsempfehlungen bei Auslandsreisen werden vom Auswärtigen Amt (AA) gegeben. Dieses hat eine weltweite Reisewarnung für alle nicht notwendigen touristischen Reisen ins Ausland ausgesprochen. Weitere aktuelle Informationen zu der Sicherheitssituation in einzelnen betroffenen Ländern sind auf den Länderseiten des AA im Internet einzusehen.

Reiserückkehrenden empfiehlt das Bundesministerium für Gesundheit im Merkblatt für Reisende unnötige Kontakte zu vermeiden, 14 Tage zuhause zu bleiben, auf eine gute Händehygiene zu achten und das Berühren des Gesichts zu vermeiden.

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