Coronavirus (Foto: Hao Yuan/ dpa-Reportdienste)

Corona-FAQ: Was wir über das Virus wissen

  11.08.2020 | 11:54 Uhr

Wie wird das Virus übertragen? Wie kann man sich schützen? Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich glaube, mich angesteckt zu haben? Auf die wichtigsten Fragen geben das Robert Koch-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Antworten.

Wie wird das neuartige Coronavirus übertragen?

Das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Hauptübertragungswege sind eine Infektion mit Tröpfchen, die etwa beim Husten und Niesen entstehen, und über winzige Aerosole, die beim Atmen, Sprechen und Singen ausgestoßen werden.

Der längere Aufenthalt in kleinen, schlecht belüfteten Räumen kann die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole auch über eine größere Distanz als zwei Meter erhöhen. Ein Beispiel dafür ist laut RKI das gemeinsame Singen auf Feiern oder in Chören in geschlossenen Räumen. Hier könne es zu sehr hohen Erkrankungsraten kommen, die sonst nur selten beobachtet werden.

Ansteckungen im Außenbereich an der frischen Luft kommen hingegen eher selten vor. Eine Übertragung durch kontaminierte Oberflächen ist insbesondere in der unmittelbaren Umgebung eines Infizierten nicht auszuschließen.

Wie lange dauert es, bis die Erkrankung nach einer Ansteckung ausbricht?

Derzeit wird davon ausgegangen, dass es nach einer Ansteckung bis zu 14 Tage dauern kann, bis Krankheitszeichen auftreten. Im Mittel (Median) liegt die sogenannte Inkubationszeit bei fünf bis sechs Tagen.

Wie lange ist eine mit dem Virus infizierte Person ansteckend?

Nach bisherigen Erkenntnissen sind infizierte Personen bereits zwei Tage vor Symptombeginn ansteckend. Aufgrund der bisher verfügbaren Datenlage geht das RKI davon aus, dass die Dauer der Infektiosität bei acht bis neun Tagen liegt. Bei schweren Verläufen und in Einzelfällen wurden aber auch Ansteckungszeiträume von bis zu 20 Tagen beobachtet.

Welche Symptome werden durch das Coronavirus ausgelöst?

Die Krankheitsverläufe variieren stark. Manche Infizierte zeigen keine Symptome, viele haben eher leichte Beschwerden, es kann aber auch zu schweren Verläufen mit Lungenversagen, Schädigung der Blutgefäße und in der Folge Thrombosen oder Herzinfarkt kommen.

Am häufigsten wurden bislang Symptome wie Fieber, Husten und Halsschmerzen beobachtet, einige Betroffene leiden auch an Schnupfen oder Durchfall. In mehreren Studien wird zudem von einer meist plötzlich auftretenden schwerwiegenden Beeinträchtigung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns berichtet. Bei den bisher bekannten Fällen waren vier von fünf Krankheitsverläufen mild.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Die wichtigsten Regeln fasst die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in der AHA-Formel zusammen: Abstand halten - Hygiene beachten - Alltagsmaske tragen.

Wo immer möglich, sollte ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen eingehalten werden. Berührungen wie Umarmungen und Händeschütteln sollten vermieden werden. Aufenthaltsräume sollten regelmäßig gelüftet werden, persönliche Kontakte zu anderen Menschen auf ein Mindestmaß reduziert werden. Insbesondere sollten Situationen gemieden werden, in denen man mit anderen Menschen über einen längeren Zeitraum gemeinsam in kleinen, schlecht belüfteten Räumen zusammen ist.

Eine gute Händehygiene ist ebenfalls wichtig. Das heißt, regelmäßig – etwa nach Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln und vor jeder Mahlzeit – die Hände gründlich mit Seife waschen (mindestens 20 bis 30 Sekunden) und gegebenenfalls desinfizieren. Zudem sollte ein Kontakt der Hände mit Mund, Nase und Augen vermieden werden. Husten und Niesen sollten in die Armbeuge oder in ein Einwegtaschentuch erfolgen, damit der Erreger nicht über die Hand an Türgriffe oder ähnliches gelangt und sich so weiterverbreitet.

Welchen Sinn haben Alltagsmasken?

Nach derzeitigem Wissenstand können Alltagsmasken - also Mund-Nasen-Bedeckungen - helfen, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. In Deutschland gilt derzeit eine Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen Bereichen, insbesondere dort, wo Abstandsregelungen nicht immer leicht einzuhalten sind. Tröpfchen, die beim Husten, Niesen oder Sprechen entstehen, können durch solche Masken gebremst werden. Ein Gesichtsschild ist aus Sicht des RKI derzeit keine gleichwertige Alternative für eine Mund-Nasen-Bedeckung.

Wichtig: Eine Alltagsmaske schützt nicht in erster Linie den Träger, sondern das Gegenüber. Die wichtigste Regel bleibt nach wie vor das Abstandhalten.

Was ist beim Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zu beachten?

Der richtige Umgang mit den Mund-Nasen-Bedeckungen ist laut RKI wesentlich, um einen größtmöglichen Schutz zu erreichen. Nutzer müssten vor dem Anlegen und nach dem Ablegen einer Mund-Nasen-Bedeckung gründlich die Hände (mindestens 20 bis 30 Sekunden) mit Seife waschen. Nase und Mund müssten bis zum Kinn abgedeckt sein und die Mund-Nasen-Bedeckung an den Rändern möglichst eng anliegen. Während des Tragens sollte die Mund-Nasen-Bedeckung nicht angefasst oder verschoben werden.

Spätestens, wenn die Mund-Nasen-Bedeckung durch die Atemluft durchfeuchtet ist, muss sie gewechselt werden. Nach der Verwendung sollte die Mund-Nasen-Bedeckung bis zum Waschen luftdicht (z.B. in einem separaten Beutel) aufbewahrt oder am besten sofort bei 60° bis 95°C gewaschen werden.

Wie verhalte ich mich, wenn ich befürchte, mich angesteckt zu haben?

Wer sich krank fühlt, sollte unbedingt zuhause bleiben und gegebenenfalls telefonisch einen Arzt kontaktieren. Man sollte nicht von sich aus in die Bereitschaftsdienstpraxen, in die Notaufnahme der Krankenhäuser oder die Arztpraxen gehen, um so eine mögliche Ansteckung seiner Mitmenschen zu vermeiden. Grundsätzlich gilt: Sollten Sie Ihre Arztpraxis nicht erreichen können, wenden Sie sich an die Rufnummer 116117. Dort werden Sie an einen zuständigen Arzt weitervermittelt.

Wer sollte sich testen lassen?

Galten zu Beginn der Pandemie noch strenge Kriterien, ab wann eine Person auf das Coronavirus getestet werden sollte, empfiehlt das RKI mittlerweile eine niederschwellige Testung aller Personen mit einer akuten Atemwegserkrankung, unabhängig von der Schwere. Auch Patienten mit einem Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns sollten getestet werden. Ebenfalls getestet werden sollten Kontaktpersonen von Covid-19-Erkrankten, wenn sie selbst irgendwelche Symptome zeigen.

Auch Urlaubsrückkehrer können sich derzeit kostenfrei testen lassen. Eine Testpflicht gilt für Rückkehrer aus sogenannten Risikogebieten, die auf der Internetseite des RKI veröffentlicht werden.

Gibt es einen Impfstoff, der vor dem neuartigen Coronavirus schützt?

Aktuell steht kein Impfstoff zum Schutz vor Covid-19 zur Verfügung. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation befanden sich mit Stand 7. August 2020 165 Impfstoff-Kandidaten mit unterschiedlichen Wirkprinzipien in der Entwicklung. 26 davon werden bereits in klinischen Studien an Menschen untersucht, einige sogar in fortgeschrittenen Entwicklungsphasen.

Welche Möglichkeiten der Behandlung stehen zur Verfügung?

Eine spezifische, d.h. gegen das neuartige Coronavirus selbst gerichtete Therapie, steht noch nicht zur Verfügung. Im Zentrum der Behandlung der Infektion stehen derzeit unterstützende Maßnahmen entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes (z.B. Sauerstoffgabe, Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes, ggf. Antibiotikagabe zur Behandlung von bakteriellen Alternativ-/Begleitinfektionen) sowie die Behandlung von relevanten Grunderkrankungen.

Da gerade bei schweren Verläufen die Gefahr einer Thrombose oder Lungenembolie steigt, ist man beispielsweise am Klinikum Saarbrücken bereits früh dazu übergegangen, Betroffene mit einer strikten Blutverdünnung zu behandeln.

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