Mehrparteienhaus (Foto: SR/Dirk Petry)

Mieten in saarländischen Kreisstädten um 25 Prozent gestiegen

Niklas Resch / Caroline Uhl   30.09.2020 | 05:50 Uhr

In den saarländischen Kreisstädten sind die Mieten in den vergangenen Jahren um gut 25 Prozent gestiegen. Das geht aus Zahlen des Bundesinstituts für Stadtforschung hervor, die SR und Correctiv für das Projekt „Wem gehört das Saarland?“ ausgewertet haben. Auch die Mietbelastung ist gestiegen.

Besonders stark war der Mietanstieg in Merzig mit rund 34 Prozent und in Saarlouis mit rund 29 Prozent. Am wenigsten gestiegen sind die Mieten in St. Wendel mit gut 18 Prozent. Die Zahlen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) beziehen sich auf Neuvermietungen der Jahre 2012 bis 2019, Bestandsmieten werden dabei nicht erfasst. Bei den Werten handelt es sich um Nettokaltmieten ohne Nebenkosten.

Nettokaltmieten in Kreisstädten

Saarlouis und Merzig teurer als Saarbrücken

Aus den Zahlen des BBSR geht auch hervor, dass Saarlouis und Merzig mittlerweile die beiden „teuersten“ Städte im Saarland sind. In Saarlouis kostete der Quadratmeter 2019 bei Neuvermietungen im Schnitt 7,55 Euro und in Merzig 7,41 Euro. Erst danach kommt die Landeshauptstadt Saarbrücken mit einem Durchschnittswert von 7,22 Euro pro Quadratmeter.

Mieten unter dem Bundesschnitt, Mietbelastung steigt aber

Mit diesen Werten liegt das Saarland laut BBSR unter dem Bundesschnitt von 8,76 Euro/qm. Dieser Wert wird allerdings auch von Metropolregionen wie Frankfurt, Köln, Berlin oder Hamburg in die Höhe getrieben. Die höchsten Mieten wurden 2019 in München registriert, mit durchschnittlich 18,31 Euro/qm. Am günstigsten waren Wohnungen dagegen im sächsischen Vogtlandkreis mit im Schnitt 4,56 Euro/qm.

Was sich auch zeigt: Die Saarländerinnen und Saarländer müssen einen immer größeren Anteil ihres Einkommens für die Kaltmiete bezahlen. Das bezeichnet man als "Mietbelastung". Nach Angaben des Statistischen Landesamtes ist diese Mietbelastung im gesamten Saarland von 2010 bis 2018 um fast 15 Prozent gestiegen. Das bedeutet: Die Mieten im Saarland sind stärker gestiegen als die Löhne und Gehälter.

Mietbelastungsquote in den Kreisen

Belastung in St. Wendel am geringsten, im Regionalverband am höchsten

2018 waren im Schnitt 27,7 Prozent des Nettoeinkommens für die Bruttokaltmiete fällig. Am geringsten war die Mietbelastung im Landkreis St. Wendel mit 22,5 Prozent, am höchsten im Regionalverband Saarbrücken mit 28,9 Prozent.

Video [aktueller bericht, 30.09.2020, Länge: 1:53 Min.]
Wem gehört das Saarland - Fakten zum Wohnungsmarkt

Bürgerrecherche soll für mehr Transparenz sorgen

Die Zahlen zeigen, dass Wohnen auch im Saarland zu einem größeren Problem wird. Der SR und das gemeinnützige Recherchezentrum Correctiv wollen deswegen mit der Bürgerrecherche "Wem gehört das Saarland?" mehr Transparenz auf dem Wohnungsmarkt im Saarland schaffen, und zwar mit Ihrer Hilfe. Über unsere Plattform www.sr.de/wemgehört können Sie den Redaktionen mitteilen, wer der Eigentümer Ihrer Mietwohnung ist und welche Erfahrungen Sie mit Ihrem Vermieter gesammelt haben. Auch Eigentümer können sich beteiligen: Von ihnen wollen wir wissen, mit welchen Problemen Sie zu kämpfen haben. Aus den gewonnenen Daten können wir ein neues Bild der Städte und Gemeinden zusammensetzen.

Hintergrund: Wer ist Correctiv?

Correctiv ist das erste gemeinnützige Recherchezentrum in Deutschland. Die Journalisten arbeiten unabhängig und nicht-gewinnorientiert. Die Redaktion finanziert sich ausschließlich über Spenden und Mitgliedsbeiträge von Unterstützern. Ihr Anspruch: In langfristigen Recherchen Missstände aufdecken und unvoreingenommen darüber berichten. Sie können die Arbeit unterstützen unter correctiv.org.

Methodische Hinweise zu den Angebotsmieten

Die ausgewerteten Angebotsmieten basieren auf Inseraten aus Immobilienplattformen und Internet-Angeboten von Tageszeitungen. Ausgewertet wurden Nettokaltmieten ohne Nebenkosten für nicht-möblierte Wohnungen zwischen 40 und 130 Quadratmeter. Mieten aus bestehenden Mietverträgen, sogenannte Bestandsmieten, werden damit nicht erfasst. Angebotsmieten können höher ausfallen als Bestandsmieten, da Wohnungsmieten bei Erst- oder Wiedervermietungen leichter an aktuelle Marktbedingungen angepasst werden können als bestehende Mietverträge.


Mitmachen bei der Bürgerrecherche: Wem gehört das Saarland?

Haben Sie Probleme rund um das Thema Wohnen? Dann machen Sie mit bei der Bürgerrecherche von SR und dem gemeinnützigen Recherchezentrum Correctiv. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir für mehr Transparenz auf dem saarländischen Wohnungsmarkt sorgen. Mieter und Eigentümer können auf sr.de/wemgehört über ihre Erfahrungen berichten.


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