Dach mit Solaranlage (Foto: pixabay/ulleo)

Solaranlagen - Was lohnt sich?

Karin Mayer  

Der Sommer 2018 war ein Geschenk für Sonnenstromer. Die Erträge sind besser als erwartet. Das gilt besonders für diejenigen, die hohe Einspeisevergütungen bekommen. Stellt sich die Frage: Lohnt es sich weiterhin, in eine Photovoltaik-Anlage zu investieren? Die Stiftung Warentest hat nachgerechnet.

Eigenstromverbrauch lohnt sich

Wer eine 6 KW-PV-Anlage aufs Dach baut, muss laut Modellrechnung rund 7800 Euro dafür ausgeben. Für eine Solaranlage, die im Oktober 2018 in Betrieb genommen wird, erhält der Hausbesitzer 11,83 Cent Einspeisevergütung. Bei einem angenommenen Strompreis von 26 Cent/kwh lohnt sich Eigenstrom-Verbrauch. Bei 25 Prozent Eigenstromverbrauch errechnet die Stiftung Warentest eine Rendite von 7,2 Prozent. Wer den Strom komplett ins Netz einspeist, erzielt in der Modellrechnung 2,6 Prozent Rendite. Vorausgesetzt wurde dabei ein stabiler Stromertrag von 950 kwh pro KW.

Mit Batteriespeicher

Mehr Eigenstromanteil erreicht man durch einen Batteriespeicher. Jeder zweite Hausbesitzer, der eine neue PV-Anlage baut, setzt inzwischen darauf. Die Anschaffungskosten steigen dadurch auf 13.300 Euro. Der Vorteil: Der Eigenstromverbrauch steigt auf 50 Prozent. Die Rendite für den Hausbesitzer liegt laut Stiftung Warentest in diesem Fall bei 3,1 Prozent. Fazit von Alrun Jappe von der Stiftung Warentest: Derzeit ist eine Photovoltaikanlage ohne Speicher rentabler. Die Speicher sind noch zu teuer.

Speicher nachrüsten?

Wer schon eine PV-Anlage auf dem Dach hat, kann grundsätzlich einen Batteriespeicher nachrüsten. Das ist technisch möglich, allerdings lohnt es sich nicht für Betreiber älterer Anlagen. Sie erhalten hohe Einspeisevergütungen. 40 Cent pro Kwh gibt es beispielsweise für eine Anlage die 15 Jahre alt ist. Eine Nachrüstung lohnt sich nicht.

Förderung

Wer eine Photovoltaikanlage baut, kann dafür einen KfW-Kredit beantragen. Ralph Schmidt von ARGE Solar macht aber die Erfahrung, dass die staatliche Förderung selten in Anspruch genommen wird. Derzeit betrachteten Hausbesitzer die PV-Anlage eher als ökologische Geldanlage.

Für Anlagen mit Speicher ist hauptsächlich der Tilgungszuschuss der KfW interessant, sagt Ralph Schmidt von ARGE Solar. Der gilt aber nur noch bis zum Jahresende und der Hausbesitzer muss dann hohe technische Anforderungen erfüllen. Ein Landesprogramm des Saarlandes zur Speicherförderung gibt es derzeit nicht.

Steuern sparen

Wer Sonnenstrom erzeugt, wird Kleinunternehmer und muss Umsatzsteuern zahlen. Auch eine Gewinn- und Verlustrechnung ist nötig. Das ist mit Aufwand verbunden. Nach fünf Jahren kann man sich allerdings von der Umsatzsteuer befreien lassen. Umgekehrt können Betriebskosten wie Versicherungsbeiträge oder Reparaturkosten von der Steuer abgesetzt werden. Und: Die Anschaffungskosten kann einmalig man zu 20 Prozent als Sonderabschreibung absetzen.

Anlage mit Berater planen

Wer eine PV-Anlage mit oder ohne Batteriespeicher plant, sollte Preise vergleichen. Wie bei anderen Handwerkerleistungen sollten Hausbesitzer mehrere Angebote einholen. Entscheidend ist der Preis pro Kilowattstunde. Tipp: der Anbieter sollte erfolgreich arbeitende Referenzanlagen vorweisen können. Im Saarland kann man sich bei der ARGE Solar oder bei den Energieberatern der Verbraucherzentrale beraten lassen.

Voraussetzungen für PV:

  • eine schattenfreie Dachfläche mit Südost- bis Südwest-Ausrichtung, optimal ist eine Dachneigung von 20 bis 40 Prozent

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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