Blick auf einen Campingplatz (Foto: pixabay/Brahmsee)

Campingurlaub: Last-Minute-Tipps, Trends und der richtige Versicherungsschutz

Yvonne Schleinhege   20.06.2018 | 11:50 Uhr

Zelt oder Wohnwagen? Immer mehr Urlauber entscheiden sich statt Hotel oder Ferienwohnung fürs campen. Schon seit einigen Jahren verzeichnet die Camping-Branche einen regelrechten Boom. Doch welchen Versicherungsschutz brauche ich für den Camping-Urlaub und welche Camping-Urlaubsländer sind gerade besonders im Trend?

Am Freitag starten die Sommerferien im Saarland. Für viele geht es dann in den lang ersehnten Urlaub. Immer öfter entscheiden sich deutsche Urlauber auch für Zelt oder Wohnwagen. So ist etwa in den letzten fünf Jahren, laut statistischem Bundesamt, die Zahl der Übernachtungen auf deutschen Camping-Plätzen von 26 auf über 31 Millionen gestiegen. Auch die Zulassungszahlen für Wohnmobile legten 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent zu.

Beliebtestes Camping-Reiseland: Deutschland

Beim Trendurlaub Camping liegt Deutschland ebenfalls mit 34 Prozent in der Beliebtheitsskala ganz vorne, so das Ergebnis des ADAC-Reisemonitors. Österreich und Italien haben zuletzt etwas in der Gunst der Camper verloren, belegen nach wie vor aber die Spitzenplätze. Kroatien (13 Prozent) und Benelux-Länder (12 Prozent) werden hingegen beliebter. Wie bei allen Urlaubern sind Ferien am Strand unangefochten auch bei den Campern auf Platz Eins, gefolgt von Rundreisen und Wandern.

Preisvergleich: Rund 35 Euro pro Nacht

Durchschnittlich 35,50 Euro zahlen zwei Erwachsene mit einem zehnjährigen Kind für eine Übernachtung auf einem europäischen Campingplatz in der Sommer-Hauptsaison 2018 in der mittleren Kategorie. Das ist das Ergebnis des aktuellen Preisvergleichs des ADAC. Im Vergleichspreis enthalten sind der Auto- und der Caravan-Standplatz sowie die wichtigsten Nebenkosten wie Strom, Warmduschen und die Kurtaxe.

Schweden und Österreich günstiger

Im eigenen Land übernachten Camper nach wie vor besonders günstig: Nur durchschnittlich 29,13 Euro zahlt die Modellfamilie hier. Auch wenn die Preise für Campingurlaub in Deutschland gegenüber 2017 um zwei Prozent gestiegen sind, liegen sie immer noch deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. Auf Campingplätzen in Schweden zahlt eine Familie durchschnittlich 31,11 Euro. In Österreich sind es 34,31. Damit sind beide Länder etwas günstiger als der ADAC-Schnitt.

Schweiz ist Spitzenreiter

Teuerstes Campingland in Europa ist auch 2018 die Schweiz (46,78 Euro). Der Urlaub dort laut ADAC aber wieder etwas günstiger geworden. Im Vorjahr bezahlte eine Durchschnittsfamilie noch 47,97 Euro. Trotzdem ist die Schweiz weiterhin das teuerste Campingziel in Europa. Am zweitteuersten campt man in Italien, die durchschnittlichen Kosten liegen hier bei 46,35 Euro. Auf den Plätzen drei und vier folgen Dänemark (41,32 Euro) und die Niederlande (40,94 Euro). Weniger als 40 Euro pro Nacht bezahlt man Spanien (39,94 Euro) sowie in Frankreich (36,55 Euro). 

Last-Minute-Tipps: Der Blick in den Osten

Wer kurzfristig noch in den Sommerferien in den Urlaub möchte, der der muss sich auf viele ausgebuchte Camping-Plätze, gerade in den beliebten Urlaubsregionen, gefasst machen. Hier könne man aber vielleicht auf die Plätze im Hinterland statt direkt am Wasser Glück haben, so Marion-Maxi Hartung vom ADAC. Wer es etwas abenteuerlustiger mag, könnte in etwas ungewöhnlicheren Camping-Ländern Glück haben. So sei etwa Rumänien derzeit ein Geheimtipp. Zwar ist die Camping-Kultur hier noch im Aufbau, aber es gebe ein gutes Angebot, wenn man nicht auf die absoluten Luxus wert legt. Weitere Alternativen können auch Polen, Slowenien oder Montenegro sein.

Wie bei jeder Reise: der richtige Versicherungsschutz

Vor der Abreise sollten Campingbegeisterte nicht nur ihre Ausrüstung prüfen, sondern auch ihren Versicherungsschutz. Zu den unverzichtbaren Versicherungen zählt die Privathaftpflichtversicherung, so der Rat des Bundes der Versicherten. Denn sie leistet bei Schäden, die man anderen zufügt. Gerät etwa durch das eigene Grillfeuer auf dem Campingplatz versehentlich das Vorzelt nebenan in Brand, bietet diese Versicherung Schutz.

Klassiker: Auslandsreisekrankenversicherung

Bei Reisen ins Ausland ist außerdem eine Auslandsreisekrankenversicherung unverzichtbar. „Sie übernimmt die gegebenenfalls von der gesetzlichen Krankenkasse nicht gedeckten Kosten für eine Heilbehandlung im Ausland. Zudem zahlt sie zumindest einen medizinisch notwendigen Rücktransport“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Wer mehrere Monate unterwegs ist, sollte mit der Versicherung vor Antritt der Reise klären, ob der Versicherungsschutz für diesen Zeitraum ausreicht oder angepasst werden muss.

Kein Schutz durch Hausratversicherung

Das Gepäck ist im Campingurlaub grundsätzlich nicht durch die Hausratversicherung geschützt. Als Außenversicherung versichert sie Reiseutensilien nur, wenn der Schaden in Hotels oder anderen Gebäuden entstanden ist. Manche Versicherungsunternehmen würden allenfalls einen höchst eingeschränkten Versicherungsschutz bieten, der den Diebstahl aus einem verschlossenen Kraftfahrzeug mitversichert, so Bianca Boss. Dieser gelte jedoch nur bei manchen Tarifen auch für den Diebstahl aus verschlossenen Wohnwagen oder Wohnmobilen – teilweise auch mit Summenbegrenzungen und weiteren Beschränkungen. Wer im Wohnmobil unterwegs ist, kann sein Hab und Gut mit einer Inhaltsversicherung für Reisefahrzeuge oder einer Camping-Versicherung schützen. Die Tarife unterscheiden sich stark. Dieser Versicherungsschutz bestehe meist gegen Beschädigung, Verlust oder Zerstörung, unter anderem durch Brand, Sturm, Überschwemmung, Diebstahl und Raub“, so die Expertin.

Fahrräder mitnehmen

Werden Fahrräder in den Campingurlaub mitgenommen, kann es sinnvoll sein, eine Fahrradversicherung zusätzlich zur Hausratversicherung mit einem 24-Stunden-Schutz abzuschließen. Dann ist das Fahrrad auch gegen einfachen Diebstahl versichert, wenn es über Nacht an einem Baum oder Fahrradständer angeschlossen ist. Wer das Fahrrad ins Ausland mitnehmen möchte, sollte sich allerdings bei seinem Versicherungsunternehmen erkundigen, ob der Schutz auch für das Reiseland gültig ist.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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