Neues Energielabel 2021 (Foto: pixabay-stevepb / 564 Bilder - SR-Bildbearbeitung)

Neue Energielabel seit 1. März

Karin Mayer   03.03.2021 | 10:40 Uhr

Ob Kühlschrank, Spülmaschine oder Fernseher – beim Kauf achten viele auch den Energie- und Wasserverbrauch. Der wird in der EU seit 1. März mit neuen Energielabeln gekennzeichnet. Die wichtigsten Fakten gibt es bei SR3 „Gut zu Wissen“.

Neue Übersichtlichkeit - Von A bis G

Gut zu wissen: Neue Energielabel seit 1. März
Audio [SR 3, Karin Mayer, 03.03.2021, Länge: 04:55 Min.]
Gut zu wissen: Neue Energielabel seit 1. März

Die Energielabel sollen für die Verbraucher übersichtlicher werden. Am günstigsten sind Geräte mit dem Label A, am höchsten ist der Energieverbrauch bei Elektrogeräten, die ein G erhalten. Sie werden gegen die alten Label A+++ ausgetauscht. Die Farbkennzeichnung von grün bis rot bleibt. Der Grund: Über die Jahre kamen immer effizientere Waschmaschinen oder Kühlschränke auf den Markt. Inzwischen erreichen immer mehr Elektrogeräte das beste Label.

Entwicklungsschub erhofft

Die EU legt mit den neuen Labeln nun die Latte höher und erhofft sich einen Entwicklungsschub für noch größere Energieeinsparungen. Die obersten Energieklassen A und B werden zunächst nur wenige Geräte erreichen. Für die Hersteller ist es aber sehr attraktiv, das Label A zu haben, weil sich das gut verkauft, sagt Julia Witt von der Stiftung Warentest. Das heißt: die Hersteller werden sehr schnell Geräte entwickeln, die energiesparsamer sind. Das ist gut für die Umwelt und für die Verbraucherinnen und Verbraucher.

Neue Label gelten für:

- Kühlschränke, Gefriergeräte, Weinlagerschränke
- Geschirrspüler
- Waschmaschinen
- Elektronische Displays und Fernsehgeräte
- ab 1. September: Leuchtmittel

Übergangzeit bis Mitte März

Die alten Energielabel A+ oder A++ verschwinden nicht sofort. Der Handel hat nun 14 Tage Zeit, die Label auszutauschen. Das gilt nur für Geräte, die auch in Zukunft produziert werden. Modelle, die auslaufen, erhalten das neue Label nicht, so Julia Witt von der Stiftung Warentest.

Energieeffizienzklassen wurden neu berechnet

Die alte und die neue Effizienzklasse sind nicht direkt vergleichbar, betont das Bundeswirtschaftsministerium. Das heißt: aus A+++ wird nicht automatisch B. Neu ist auch ein QR-Code auf dem Label,  der weitere Informationen über Strom- und Wasserverbrauch und über die Lautstärke enthält.

Kritik: Energielabel sind wenig aussagekräftig

Alle Energielabel haben ein Problem: die Bewertungen beziehen sich auf ein Sparprogramm. Sobald man ein anderes Programm benutzt, etwa das Kurzprogramm oder das Kochprogramm bei der Waschmaschine, gilt diese Aussage nicht mehr, kritisiert Julia Witt von der Stiftung Warentest. Das wird im Energielabel nicht abgebildet. Das Bundeswirtschaftsministerium betont dagegen, dass die neuen Effizienzklassen das Verbrauchsverhalten besser abbilden. Tipp: auch auf den absoluten Stromverbrauch achten. Ein kleiner Fernseher kann weniger Strom verbrauchen als ein großes Gerät, das laut Label als effizient gilt.

Alte Geräte austauschen?

Ralph Schmidt von der ARGE Solar rät: den Stromverbrauch nachzumessen. Das lohnt sich vor allem bei Kühlgeräten, die 24 Stunden am Tag in Betrieb sind. Solche Messgeräte kann man beim Energieversorger ausleihen. Wer zuhause seit Jahrzehnten die gleiche Kühltruhe nutzt, der sollte darüber nachdenken, sie gegen ein energiesparendes Gerät auszutauschen. „Ansonsten ist es schwer zu sagen, wann es sich lohnt, ein Gerät auszutauschen“, sagt Julia Witt von Stiftung Warentest. „Viele Geräte sind schon so energiesparsam, dass es für die Umwelt besser ist, das alte Gerät weiter zu benutzen. Ein Grund: Die Ressourcen im Gerät sind so wertvoll, dass es sinnvoll sein kann, das Gerät weiter zu benutzen.

Stromsparcheck und Zuzahlung für einkommensschwache Haushalte

Für einkommensschwache Haushalte bieten das Diakonische Werk und die Caritas einen kostenlosen Stromsparcheck an. Beim Kauf eines energieeffizienten Kühlschranks können die Betroffenen auch einen Gutschein über 100 Euro erhalten.

www.stromsparcheck-saar.de

Hintergrund: 80 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher achten beim Kauf eines neuen Elektrogeräts auf das Energielabel.

Weitere Informationen über das neue Energielabel.

"Gut zu wissen" - immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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