Smartphone (Foto: SR)

Das 3G-Netz wird abgeschaltet: Wer jetzt handeln sollte

Yvonne Schleinhege   17.06.2021 | 10:30 Uhr

Alle drei deutschen Mobilfunkbetreiber wollen in absehbarer Zeit ihre 3G-Netze stilllegen. Für die allermeisten Handy- oder Smartphonenutzer hat das keine Folgen. Aber einige wenige Nutzer sollten jetzt handeln. Wer betroffen ist und was zu tun ist, klären wir in SR 3-„Gut zu Wissen“.

Die 3G-Mobilfunktechnik (UMTS) ist in die Jahre gekommen. Und genau deshalb schalten die Mobilfunkanbieter sukzessive die entsprechenden Funkmasten ab. Wenn das passiert, werden der Datenverkehr und die Mobiltelefonie nur noch über die alten G2-Netze (GSM, GPRS und Edge), das LTE-Netz (4G) und die ganz neuen 5G-Netze möglich sein, erklärt Michael Wolf von der Stiftung Warentest. Das "G" steht in diesem Fall für "Generation" und beschreibt die Generationen der entsprechenden Mobilfunktechnik.

Wer ist betroffen?

Grundsätzlich sind Kunden aller Mobilfunkanbieter in Deutschland betroffen - auch die von Discountern oder Untermarken der großen Netzbetreiber. Aber nur, wer noch ein sehr altes Smartphones benutzt oder in sehr alten Verträgen steckt, muss tätig werden.

"Gut zu wissen": Das 3G-Netz wird abgeschaltet: Wer jetzt handeln sollte
Audio [SR 3, Yvonne Schleinhege, 17.06.2021, Länge: 06:10 Min.]
"Gut zu wissen": Das 3G-Netz wird abgeschaltet: Wer jetzt handeln sollte

Wer mit seinem Handy ausschließlich telefoniert und nicht im Netz surft, werde von der Umstellung wahrscheinlich gar nichts mitbekommen, sagt Wolf. Die Versorgung über das ältere und langsamere 2G Netz bleibt nämlich erhalten.

Wer allerdings ein sehr altes Smartphone hat, auch im Netz surft oder einen sehr alten Handyvertrag hat, könnte die Stilllegung merken. Dann werde die Datenübertragung extrem langsam, so der Stiftung-Warentest Experte.

Wird das Smartphone abgeschaltet?

Wer heute schon das 4-G-Netz nutzt, der muss nichts tun. Erkennen kann ich das daran, dass in meinem Display am oberen Rand in der Anzeige „LTE“, „4G“ oder „4G+“ steht. Wer das auf seinem Smartphone sieht, muss nicht handeln.

Wenn dort dauerhaft „3G“ steht, muss man jedoch aktiv werden. Überprüfen muss man dann, ob das Smartphone die Technik nicht unterstützt oder der Vertrag LTE nicht beinhaltet. Wer sich unsicher ist, kann ich sich bei seinem Mobilfunkanbieter erkundigen, ob man einen reinen UMTS-Tarif (ohne LTE-Nutzung) hat. Wenn es am Vertrag liege, sei dies eine gute Chance, einen neuen abzuschließen, sagt Wolf. Viele Verträge seien heute deutlich günstiger.

Wer einen Prepaid-Vertrag hat, bei dem bisher kein LTE vorgesehen ist, kann den Wechsel schnell vollziehen, meist innerhalb von einem Monat.

Nicht verunsichern lassen

Die Verbraucherzentralen raten dazu, sich durch die Stilllegung des 3G-Netzes nicht verunsichern zu lassen. Manche Mobilfunkanbieter würden nun mit sehr teuren 5G-Tarifen werben. Für Verbraucher lohne sich solch ein Vertragsschluss aber in der Regel nicht. Noch gibt es nämlich erst relativ wenige 5G-Antennen und es ist auch ein entsprechend modernes Smartphone notwendig.

Grundsätzlich empfehlen die Verbraucherschützer, ein Smartphone ohne Vertrag zu kaufen. Bei zwei Jahren Vertragslaufzeit lohne sich der Paketkauf nur sehr selten. Wer einen neuen Vertrag benötigt, sollte sehr genau auf die Datentarife schauen, rät Michael Wolf. Hier ist es sinnvoll zu wissen, wie viel man monatlich mit dem Smartphone im Netz surft. Wer das Smartphone kaum oder nur gelegentlich nutzt, kann auch mit einem Prepaid-Tarif auskommen.

"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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