Eine junge Frau streckt sich beim gähnen (Foto: IMAGO / imagebroker)

Tipps gegen die Frühjahrsmüdigkeit

Patricia Metz / Onlinefassung: Kasia Hummel   14.04.2024 | 09:00 Uhr

Schätzungsweise mehr als ein Drittel der Bevölkerung leidet unter Frühjahrsmüdigkeit. Speziell in den Wochen nach Frühlingsanfang haben viele Menschen damit zu kämpfen. Wir geben ein paar einfache Tipps.

Die Tage werden schlagartig länger sowie heller und trotzdem will man körperlich und mental nicht richtig in die Gänge kommen: Schätzungsweise mehr als ein Drittel der Bevölkerung leidet in dieser Jahreszeit unter Frühjahrsmüdigkeit.

Mit ein paar einfachen Tricks kann man diesem Phänomen ein Schnippchen schlagen.



Bewegung und Ernährung

Sportwissenschaftler Marwin Isenberg hat in seinem Studium gelernt, wie man durch gezielte Bewegung und Ernährung Körper und Psyche positiv beeinflussen kann, so auch das Phänomen Frühjahrsmüdigkeit.

„Frühjahrsmüdigkeit ist keine Krankheit, vielmehr ist es eine Reaktion auf die Licht- und Temperaturverhältnisse im Frühjahr“, erklärt hat der Fitnesscoach. Die meisten Menschen seien es gewohnt, nur noch in Innenräumen bei Kunstlicht ihren Alltag zu verbringen. Dadurch falle es ihnen schwer, diese Veränderungen mitzugehen.

Laut Isenberg kann man sich das wie einen jahreszeitbedingten Jetlag vorstellen. Es sei aber durchaus möglich, dieser Situation und vor allem den Hauptsymptomen wie Müdigkeit und verminderter Leistungsfähigkeit Herr werden. Dafür müsse man diese Umstellung aktiv unterstützen.

Start in den Tag

Entscheidend für eine gute Umstellung des Körpers ist die Morgengestaltung. Ein Glas lauwarmes Zitronenwasser macht wach, ist in Sekunden zubereitet und unterstützt durch seinen hohen Vitamin-C-Gehalt den Stoffwechsel und das Immunsystem.

Mindestens genauso wichtig ist nach Isenbergs Einschätzung Licht. In den Wochen rundum den Frühlingsanfang verfolgt er gleich nach dem Aufstehen ganz bewusst den Lichtwechsel bei Sonnenaufgang. Das geht am offenen Fenster, auf dem Balkon oder noch besser draußen vor der Tür.

„Besonders für Menschen mit Kindern kann es eine Möglichkeit sein, bevor die Kinder aufstehen, schon die erste Auszeit des Tages für sich zu nutzen“, erklärt der Fitnesscoach.

Das wirkt auch auf das Hormonsystem: „Diesen Lichtwechsel aktiv wahrzunehmen, macht richtig wach, da das Melatonin gehemmt wird und die Ausschüttung von Serotonin gefördert wird.“ Das könne der erste Schritt am Morgen sein, um der Frühjahrsmüdigkeit Herr zu werden, so Isenberg

Leichtes Workout

Im Anschluss bringen zehn Minuten leichtes Workout den Kreislauf in Schwung. Bewusstes, intensives Atmen erhöht die Sauerstoffzufuhr und macht wach. Dabei kommt es nicht darauf an, dass die Übungen besonders anstrengend sind. Auch Yoga kann helfen, den Kreislauf sanft anzukurbeln.

„Tautreten ist für mich das I-Tüpfelchen, um so richtig in die Gänge zu kommen, sozusagen eine „Kneipp-Kur light“!“ Wer keine Wiese vorm Haus habe, könne auch Wechselduschen machen und mit kaltem Abbrausen enden. Aber auch kalte Armbäder reichten völlig aus, um den Kreislauf richtig in Schwung zu bringen, erklärt Isenberg.

Gesundes Frühstück

Mit einem gesunden Frühstück rundet Isenberg den Einstieg in seinen aktiven Arbeitstag ab. Rühreier, aber auch Haferflocken mit Joghurt und Beeren dürfen für ihn nicht fehlen. Eine perfekte Grundlage für den Tag.

„Das Ganze hat jetzt eine gute Stunde gedauert. Was vielleicht für den ein oder anderen völlig unmöglich erscheint, ist aber mit ein bisschen Planung durchaus machbar“, erklärt der Fitnesscoach. Ein gut strukturierter Tagesanfang helfe ungemein sich von Alltag und Beruf nicht so fremdgesteuert zu fühlen.

Bewegte Mitagspause

Wann immer es möglich ist, macht Isenberg eine bewegte Mittagspause mit seinem Hund. Nach einer kleinen Zwischenmahlzeit macht ein Spaziergang fit für die zweite Tageshälfte. Das verhindert auch nach einer zu üppigen Mahlzeit, erneut müde zu werden.

Moderater Ausdauersport oder leichtes Krafttraining ist nach der Arbeit genau das Richtige. Dabei ist es völlig egal, ob man läuft, walkt, Fahrrad fährt oder Übungen mit dem eigenen Körpergewicht macht. Allen, die unter Frühjahrsmüdigkeit leiden, empfiehlt Isenberg Tageslicht und Bewegung an der frischen Luft, anstatt aufs Laufband oder auf den Heimtrainer zu gehen. Gleichzeitig gibt der Firnesscoach zu bedenken, dass ein zu langes oder hartes Training einen wiederum zu sehr erschöpfen kann.

Obst, Gemüse, bunte Salate

Ernährungstechnisch unterstützen kann man den jahreszeitlichen Jetlag durch alles, was frisch ist: Obst, Gemüse, bunte Salate. Eiweißhaltige Quinoa macht durch die enthaltenen Mehrfachzucker länger satt, Fisch oder Schalentiere sind besser als rotes Fleisch oder Wurst.

Solange die Frühjahrsmüdigkeit noch anhält, empfiehlt es sich außerdem, besser früh ins Bett zu gehen, um ausreichend Schlaf und Erholung zu bekommen. „Das helle Handylicht lege ich zur Seite, das würde mich nur beim Müdewerden stören“, so Isenberg. Stattdessen empfiehlt er ein schönes Buch. So hat Frühjahrsmüdigkeit keine Chance!

Über dieses Thema hat auch Wir im Saarland - Service am 09.04.2024 im SR Fernsehen berichtet.


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