Unterwegs mit dem saarländischen Prinzepaar 2016 - Das St. Wendler Landratsamt wird erobert (Foto: Marcel Lütz-Binder)

Prinzenpaar enttäuscht über Verbandsentscheidung

  17.01.2020 | 10:28 Uhr

Vier Wochen vor der Hochzeit der Faasend kocht die Stimmung hoch. Und zwar ausgerechnet bei der Debatte um die Tradition. Der Verband Saarländischer Karnevalsvereine VSK hat ein lesbisches Prinzesssinnenpäarchen ausgeladen, weil es der Tradition widerspricht. Da gebe es eben nur Prinz und Prinzessin. 2016 gab es diese Debatte schon mal. Thomas und Sadik aus Theley wurden zum ersten homosexuellen Prinzenpaar des Saarlandes gekürt. SR 3 Reporter Patrick Wiermer hat sie getroffen.

Prinzenpaar enttäuscht über Verbandsentscheidung
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 17.01.2020, Länge: 05:22 Min.]
Prinzenpaar enttäuscht über Verbandsentscheidung

Die Entscheidung des Verbands Saarländischer Karnevalsvereine (VSK), ein lesbisches Prinzessinnenpaar auszuladen, hat auch Thomas und Sadik aus Theley schwer getroffen. Sie waren 2016 das erste schwule Prinzenpaar im Saarland. Damals habe sich der Verband sehr positiv geäußert, sagt Thomas. Man wolle für Veränderung sorgen, habe es geheißen. Passiert sei aber offensichtlich nichts.

"Wir wollten das "Eis brechen"

Thomas und Sadi haben sich damals gezielt entschieden, Prinzenpaar zu werden, weil sie das Eis brechen wollten. Das sei auch gelungen. Es habe seitdem noch andere homosexuelle Prinzenpaare gegeben. Außerdem seien Homosexuelle in den allermeisten Vereinen längst akzeptiert. Auch sei die "Faasend" nicht per se homophob, betont Bastuck. Obwohl es 2016 durchaus Diskussionen gegeben habe

Homosexualität in Theley kein Thema mehr

"Wenn man sich heute in Theley umhört, ist Homosexualität bei der Faasend eigentlich kein Thema mehr", sagt Thomas. Gerade deshalb stört ihn auch die Entscheidung des VSK. Er würde sich freuen, wenn der Verband seine Entscheidung revidieren würde. Nicht zuletzt, weil es offenbar viele Unsicherheiten bei den Fastnachtern gebe. Mehrere Vereine hätten ihn angerufen, um sich Rat zu holen. Einige hätten auch über einen Austritt aus dem VSK nachgedacht. Das geht für ihn aber zu weit. Er findet, man darf sich nicht abschrecken lassen und trotzdem Fasching feiern.

Ein Thema in "Guten Morgen" am 17.01.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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