Ein männliches Ohr (Foto: pixabay/Hans)

Moderne Hörgeräte

Steffani Balle   21.09.2018 | 12:55 Uhr

Die Zeiten dicker, klobiger Hörgeräte sind vorbei: Noch nicht mal bleistiftdick sind die trendig gestylten, fast unsichtbaren und filigranen Hörhilfen, die hinter das Ohr geklemmt werden. SR 3-Reporterin Steffani Balle war für uns bei einem Hörgeräte-Akustiker und hat sich mal beraten lassen.

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Tag des guten Hörens: Moderne Hörgeräte
Audio [SR 3, Steffani Balle, 21.09.2018, Länge: 02:57 Min.]
Tag des guten Hörens: Moderne Hörgeräte

Smarte Geräte sollen Hürden abbauen

Hörgeräte werden immer kleiner und schicker. Auf den ersten Blick könnte man diese Hörgeräte mit einem filigranen Brillenbügel verwechseln - wäre da nicht das dünne Schläuchelchen, das über die Ohrmuschel geführt und dessen Ende in den Gehörgang gelegt wird. Erstaunlich, dass ein solches Teil zwei Lautsprecher und ein Steuerungsgerät beinhaltet.

Und es geht noch kleiner: Maßgefertigte und fingernagelgroße Innenohrgeräte verschwinden komplett im Gehörgang. Man muss schon ganz genau in die Ohrmuschel schauen, um die metallische Oberfläche des Hörgeräts zu erkennen. Das ist weit jenseits der dicken, beigen Klötze, die die Schwerhörigen von vor 20 Jahren noch am Ohr hängen hatten. Das baut Hürden ab, wenn es um den ersten Gang zum Fachmann geht. Denn: Schlechter zu hören bedeute nicht taub zu sein, sagt Hörgeräte-Akustiker Dennis Kinder.

Hörschäden meist altersbedingt

In der Regel seien Hörverluste anatomisch und altersbedingt, so Kinder. Dabei könne man zuerst die helleren Töne schlechter wahrnehmen. Und das führt nicht nur dazu, dass man tatsächlich das hässliche Quietschen nicht mehr hört, sondern auch dazu, dass man kaum folgen könne, wenn mehrere Menschen gleichzeitig sprechen. Dann könne das Gehirn die Töne nicht mehr richtig unterscheiden.

Wieder Hören lernen

Das richtige Hören findet nicht in der Ohrmuschel, sondern im Gehirn statt. Das muss man als Säugling lernen. Und wenn man sich im Alter zu einem Hörgerät entschließt, ein weiteres Mal: Es könne dann mit Hörhilfe ein paar Monate dauern, bis das Gehirn wieder erlernt habe, die Hörreize genau zu differenzieren, so der Fachmann.

Ein Thema in der "Region am Mittag" vom 21.09.2018 auf SR 3 Saarlandwelle.

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