Kaisermantel auf auf Blütendolde im Stadtwald Ensheim (Foto: Ralf Blechschmidt/Landeshauptstadt Saarbrücken)

Wilde Heilkräuter

mit Informationen von Steffani Balle   22.06.2021 | 11:34 Uhr

Kräuter eignen sich nicht nur für den Einsatz in der Küche, viele von ihnen haben auch eine heilende Wirkung. Einige gibt es fertig als Tee, Tinktur oder Pulver - oder aber frisch aus der Natur.

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Heikräuter - frisch aus der Natur
Audio [SR 3, Steffani Balle, 22.06.2020, Länge: 04:51 Min.]
Heikräuter - frisch aus der Natur
SR-Reporterin Steffani Balle hat sich mit der Biologin Vera Lauck- Schneidergetroffen, um sich mit ihr auf Kräutersuche in Wald und Wiese zu begeben.

Zurzeit findet man Heilkräuter überall an den Wald- und Wiesenrändern. Wer sich eine kleine Kräuterapotheke zusammensammeln möchte, sollte jedoch einige Dinge beachten. Kräuter sollte man am besten dort sammeln, die etwas abgelegner sind - Stichwort Verunreinigung. Naturschutzgebiete sind jedoch tabu! Und wenn man seine Kräuter sammelt, bitte nicht mit Stumpf und Stiel ausreißen und genug stehen lassen, damit sie auch im nächsten Jahr noch an der Stelle spießen können. In der Regel sollte man nur so viel sammeln, wie man für einen Gebrauch frisch benötigt bzw so viel, wie man trocknen will.

Wer alleine zum Sammeln unterwegs ist, sollte ein Bestimmungsbuch mitnehmen. Noch besseren Einblick bieten geführte Heilkräuterwanderungen. Von unbekannten Kräutern sollte man die Finger lassen, denn Kräuter sind nicht per se harmlos.


Schafgarbe

Schafgarbe (Foto: SR/Steffanie Balle)

Wer in der Natur spazieren geht, hat sie sicherlich schon gesehen: die Schafgarbe. Sie wächst an Waldrändern und auf Feldern. Wie die meisten Kräuter liebt sie das Licht.

"Die Schafgarbe hat ähnliche Inhaltstoffe wie die Kamille und man kann sie auch ähnlich einsetzen", sagt die Biologin und Kräuterexpertin Vera Lauck-Schneider.


Giersch

Giersch (Foto: pixabay)
Giersch

Giersch sieht der Schafgarbe sehr ähnlich. Vor allem die Blüten lassen sich leicht verwechseln. Es gebe aber einen entscheidenden Unterschied: "Das Blatt ist um Querschnitt dreieckig und der Blütenstand sitzt immer auf einem runden Stengel", sagt die Kräuterexpertin.

Giersch ist ein bleibtes Heilkraut zur Behandlung von Gelenkerkrankungen, denn Giersch löst abgelagerte Harnkristalle im Körper. Aber auch bei leichter Blasenentzündung und Durchfall kann Giersch helfen.


Holunder

Holunderblüten (Foto: pixabay (CC0))
Holunderblüten

Holunder ist ein magischer Baum: In seinem Holz leben die guten Geister, sagt man. Und seine weißen Blüten und dunkel-violetten Früchte sind gleichermaßen für die Hausapotheke zu nutzen.

"Die Blüten sind ein tolles, schweißtreibendes Mittel bei Erkälrungskrankheiten", sagt Vera Lauck-Schneider. Die Beeren, die früher wegen ihrer intensiven Farbe zum Färben von Lebenmitteln und Stoffen verwendet wurden, könne man als Antioxidanzien nutzen. "Das wirkt der Alterung entgegen", so die Biologin.


Spitzwegerich

Spitzwegerich (Foto: pixabay)
Spitzwegerich

Am Wegrand sprießt auch das Lieblingskraut von Vera Lauck- Schneider: der Spitzwegerich. "Dieses tolle Kraut wurde schon zu Zeiten von Pfarrer Kneipp synonym gesetzt mit Hustensaft." Ihr Tipp: Spitzwegerich-Blätter und brauen Zucker in einem Schraubglas übereinander schichten, so lange stehen lassen, bis der Zucker sich verflüssigt hat, über einem Sieb abgießen und den Sud in einen Tee geben.

Beim Spaziergang ist Spitzwegerich zudem ein wunderbares Mittel, wenn man gestochen wurde oder eine Brennessel zu nahe gekommen ist. Einfach das spitze schmale Blatt zerreiben und den Saft auf den Stich geben. Das lindert den Schmerz und auch den Juckreiz.


Frauenmantel

Frauenmantel (Foto: SR/Steffanie Balle)
Frauenmantel

Ebenfalls am Wegrand findet man ein niedriges Heilkraut mit breiten Blättern, die wie ein ausgebreiteter halber Sonnenschirm aussehen: der Frauenmantel. Seine feinen gelben Blüten verstecken sich dicht am niedrigen Stängel und er ist ein Klassiker unter den Naturheil-Kräutern.

Die Pflanze werde bereits seit dem Mittelalter in der Frauenheilkunde verwendet, sagt Lauck-Schneider. "Die Inhaltsstoffe sind den Hormonen ähnlich und wirken somit auf den Hormonhaushalt, vor allem im weiblichen System." Frauenmantel, als Tee getrunken, könne bei Mangelzuständen wirken und auch in den Wechseljahren eine Hilfe sein.

Ein Thema der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle vom 22.06.2020 berichtet.

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