Zeichen der Frauenbewegung auf einer Fensterscheibe (Foto: SR/Hannah Reichhart)

24 Jahre jung, Feministin und engagiert

Hannah Reichhart   08.03.2021 | 12:30 Uhr

Was bedeutet der Weltfrauentag eigentlich heutzutage für junge Frauen im Saarland? Hannah aus Saarbrücken ist 24 Jahre alt und eine engagierte Feministin. Und da zurzeit wegen Corona viele öffentlichkeitswirksame Aktionen nicht stattfinden können, hat sie für sich eine Alternative gefunden, wie sie das Thema Feminismus präsent machen kann.

24 Jahre jung, Feministin und engagiert
Audio [SR 3, Hannah Reichhart, 08.03.2021, Länge: 02:49 Min.]
24 Jahre jung, Feministin und engagiert
SR-Reporterin Hannah Reichhart hat sich mit der jungen Saarbrücker Feministin getroffen.

"Für mich war das Frau-Sein und was damit verbunden ist, die Diskriminierung, schon immer präsent in meinem Leben", sagt Hannah. Und sie ist überzeugt: "Wenn man was verändern will, dann muss man sich zusammenfinden und solidarisieren." Als Einzelperson könne man nicht so viel ausrichten.

Die 24-jährige Politikstudentin ist sehr aktiv, engagiert sich in einem feministischen Arbeitskreis, geht auf Demos. Ihre Eltern haben sie feministisch erzogen. Schon als Jugendliche hat sie sich viel mit dem Thema beschäftigt und sie findet, dass es eine durchaus positive Entwicklung gegeben habe. "Da gibt"s natürlich immer noch die, die die Augen verdrehen und sagen: Was wollt ihr denn eigentlich, ihr könnt doch jetzt wählen und arbeiten, ihr habt doch jetzt alles. Aber ich sehe auch immer mehr eine positive Reaktion auf das Wort", sagt Hannah.

Kampf gegen die "toxische Männlichkeit

Bei Jugendlichen werde Feminismus sogar immer mehr zum Trend, so ihre Einschätzung. Und es gebe mehr Sensibilisierung bei dem Thema - auch unter jungen Männern. Denn auch für Männer bringe der Kampf gegen vorbestimmte Geschlechterrollen ja Vorteile, also der Kampf gegen die sogenannte "toxische Männlichkeit". Diese nehme ja auch Männern ihre Entfaltungsmöglichkeiten, so Hannah.

Im Interview: Dr. Katharina Wrohlich, DIW Berlin
Audio [SR 3, Michael Friemel , 08.03.2021, Länge: 04:10 Min.]
Im Interview: Dr. Katharina Wrohlich, DIW Berlin
Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März hat Michael Friemel mit Dr. Katahrina Wrohlich gesprochen. Sie leitet die Forschungsgruppe Gender Economics an der DIW Berlin. Thema waren vorallem die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Rolle der Frau.

Abgesehen davon, fordert Hannah aber, dass sich Männer mit Frauen solidarisieren im Kampf um Gleichberechtigung. Dass dieser noch nicht zuende ist - wird gerade während der Pandemie deutlich - die habe uns in Sachen Gleichberechtigung zurückgeworfen, sagt Dr. Katharina Wrohlisch, Leiterin der Forschungsgruppe Gender Economics am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin.

Auch für Studentin Hannah hat sich während der Pandemie einiges geändert. Demos und Arbeitskreise fallen im Lockdown aus, deshalb drückt sie sich zurzeit künstlerisch aus. So stickt sie beispielsweise feministische Motive in Stickrahmen. Für sie eine spannende Kombination. Es gehe um den Kontrast sagt sie, die klassisches Frauenarbeit neu zu interpretieren. Auf einem ihrer Stickrahmen ist eine Gebärmutter zu sehen, die den Stinkefinger zeigt. Darunter steht: "My Body - my rules" - "Mein Körper - Meine Regeln."

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 08.03.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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