Ein Pavian im überdachten Bereich seines Geheges. (Foto: dpa)

Das Zoo-Leben in Zeiten von Corona

Marie Kriebelbauer   31.03.2020 | 10:10 Uhr

Wie wirkt sich die Ausbreitung des Corona-Virus auf die Zoos im Saarland aus? Was bedeutet die Zooschließung für die Versorgung? Und muss man auch die Tiere vor einer Ansteckung schützen?

Auswirkungen des Coronavirus auf die Zoos im Saarland
Audio [SR 3, Marie Kribelbauer, 31.03.2020, Länge: 04:39 Min.]
Auswirkungen des Coronavirus auf die Zoos im Saarland

In den saarländischen Zoos ist es zurzeit so ruhig wie nie. Nur das Zwitschern der exotischen Vögel und das Kreischen der Mantelpaviane ist zu hören. Es gibt keine Besucher und die Tiere sind mit sich und den Pflegern alleine - ausgerechnet jetzt, im Frühling, wenn die Vögel ihre Balz abhalten und der Nachwuchs das Licht der Welt erblickt.

Wie alle anderen trifft auch die Zoos die Coronakrise hart. Die Einnahmen durch die Besucher bleiben aus, die laufenden Kosten für Futter, Instandhaltung und Heizung bleiben natürlich. Auch die Mitarbeiter sind selbstverständlich täglich vor Ort, denn die Tiere müssen ja versorgt werden.

Getrennte Teams im Einsatz

Wie in vielen anderen Betrieben setzt man in den Zoos auf getrennte Teams, die untereinander keinen Kontakt haben. "Wenn es dann vorkommen sollte, dass in einem Team jemand infiziert ist und die anderen dann in Quarantäne müssen, dann können wir das mit den anderen beiden Teams auffangen", sagt Norbert Fritsch, der Direktor des Neunkircher Zoos. Zudem gebe es Überlegungen, auch noch ein Ersatzteam aufzustellen. Und im Saarbrücker Zoo haben sich die Mitarbeiter sogar bereit erklärt, im Fall einer Quarnatäne im Zoo zu bleiben und dort zu übernachten, um so die Versorgung der Tiere sicher zu stellen.

Gorilla Ivo im Saarbrücker Zoo (Foto: SR)
Gorilla Ivo im Saarbrücker Zoo

Aber nicht nur für die Tierpfleger gelten erhöhte Sicherheitsstandards. Auch bei der Pflege der Tiere herrschen verschärfte Sicherheitsmaßnahmen, wobei den Menschenaffen ein besonderes Augenmerk gilt. Sie sind den Menschen genetisch sehr ähnlich - und das gilt auch für ihr Immunsystem.

Die besucherfreie Zeit will der Zoo in Neunkirchen nun nutzen, um die Arbeiten zu erledigen, die im laufenden Betrieb normalerweise eher nach hinten rücken - zum Beispiel Baumaßnahmen oder Verschönerungen. "Irgendwann kommt die Normalität wieder und dann wollen wir gerüstet sein", so Fritsch.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 31.03.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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