Eine Duden-Ausgabe (Foto: dpa / picture alliance / Tim Brakemeier)

Fast 3000 neue Wörter im neuen Duden

Michael Friemel mit Informationen von Professor Anatol Stefanowitsch; Onlinefassung: Laszlo Mura   12.08.2020 | 08:16 Uhr

Mit fast 150.000 Wörtern erscheint am Mittwoch der dickste Duden, den es je gab. 3000 Wörter sind darin neu enthalten, 300 sind wieder rausgeflogen. Zu den aktuellsten Wörtern zählen die "Corona-Wörter", die vor einem Jahr noch für Ratlosigkeit gesorgt hätten. Darüber hat Michael Friemel mit dem Sprachwissenschaftler, Autor und Professor Anatol Stefanowitsch von der FU Berlin gesprochen.

Interview mit Professor Anatol Stefanowitsch
[SR 3, Michael Friemel, 12.08.2020, Länge: 03:55 Min.]
Interview mit Professor Anatol Stefanowitsch

Die Corona-Pandemie hat sich nicht nur rasend schnell auf der ganzen Welt verbreitet - auch einhergehende Wörter wie "Lockdown, Massentest oder Immunitätsnachweis" haben es in Rekord-Zeit in den Duden geschafft.
Normalerweise dauere es nämlich mehrere Jahre, in denen sich ein "Wort erst einmal [im Sprachgebrauch] beweisen muss", um in das Wörterbuch aufgenommen zu werden, erklärt Professor Anatol Stefanowitsch im SR-Interview.

Technologie und Gesellschaft

Aber auch ohne die "Corona-Wörter" ist Sprache schon seit einigen Jahren ein wichtiges Thema in Deutschland. Das liege laut Stefanowitsch daran, dass sowohl große technologische als auch gesellschaftliche Umbrüche im Schwange seien. "Die Technologie entwickelt sich sehr schnell und fordert neue Sprache", zudem werde die Gesellschaft zunehmend vielfältiger, so der Sprachwissenschaftler. "Es gibt mehr Stimmen, die sich Gehör verschaffen und somit steigt auch die Notwendigkeit, Wörter und sprachliche Strukturen zu haben, um über diese neuen Ideen zu sprechen."

Anglizismen

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs schon spiele die englische Sprache in Deutschland schon eine "ganz große Rolle als Wortspender", erklärt Stefanowitsch. Als Sprache der Globalisierung sei das Englische auch bereits bei den meisten Innovationen schon mit englischen Namen Namen vertreten.

Viele Anglizismen seien allerdings nicht von Dauer und werden nach ein paar Jahren von deutschen "Eigenproduktionen" ersetzt, so Stefanowitsch.

Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" am 12.08.2020 auf SR 3 Saarlandwelle.

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