Sandwich (Foto: dpa)

Essen auf der Straße - nicht in Frankreich

Sabine Wachs   22.01.2016 | 07:25 Uhr

In der Stadt unterwegs und Hunger, aber keine Zeit für ein Restaurant? Dann eben ab an die nächste Rostwurstbude und schnell die Wurst im Weck auf die Hand und dann weiter. Was für uns Saarländer ganz selbstverständlich ist, ist für viele unserer französischen Nachbarn befremdlich. Essen auf der Straße, in Frankreich eher ein Unding.

Oft überfällt einen der Hunger in ganz ungünstigsten Situationen, zum Beispiel beim samstäglichen Einkauf in der Stadt. Die Lösung des Problems finden wir an jeder Straßenecke: den Schnellimbiss. Menschen mit Rostwurst, Döner oder Sandwich in der Hand - daran stört sich bei uns niemand. Anders sieht das in Frankreich aus: Essen auf der Straße, im Gehen oder im Stehen, das gehört sich für viele Franzosen einfach nicht.

"In Frankreich ist man es gewohnt, sich zum Essen hinzusetzen", sagt Janine Look. Sie lebt schon sehr lange in Deutschland, ist mit einem Deutschen verheiratet, hat sich an vieles hier gewöhnt, aber nicht an das Bild von Menschen, die auf der Straße unterwegs sind und dabei essen. Es geniere sie sogar ein bisschen. Es sei einfach nicht appetitlich.

Essen - in Frankreich ein gesellschaftliches Ereignis

In Frankreich, sagt Janine Look, sei Essen ein gesellschaftliches Ereignis. Dafür nehme man sich Zeit. Man genieße das Essen - und das sei nicht nur auf den Dörfern so, sondern, auch in den großen Städten. In Paris beispielsweise gebe es in jeder noch so kleinen Imbissbude, ein paar Tische und Stühle zum Sitzen.

Die Gewohnheiten ändern sich langsam

Doch so langsam ändern sich die Gewohnheiten der Franzosen. Die jungen Menschen fangen an, ihre Falafel oder das Stück Pizza unterwegs im Gehen oder Stehen zu essen. Verrohung der guten Manieren? Nein, sagt Janine, einfach Wandel. Sie selbst allerdings will den nicht mitmachen. Essen auf der Straße, auch in fast 50 Jahren Deutschland, hat sie es nicht einmal probiert:

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