Kiebitz (Foto: dpa/picture alliance)

"Der Kiebitz nimmt in ganz Europa dramatisch ab"

Interview Nadine Thielen mit Nabu-Vogelexperten Rolf Klein   11.12.2019 | 13:20 Uhr

Der Kiebitz ist im Saarland nahezu ausgestorben. Im Saarland gibt es weniger als eine Handvoll Brutpaare dieser seltenen Vogelart. Hierzulande ist das Aussterben des Kiebitzes nicht mehr aufzuhalten, meint Nabu-Vogelexperte Rolf Klein.

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Rolf Klein mit einem Vogel auf der Hand.
Audio [SR 3, Interview: Nadine Thielen, 11.12.2019, Länge: 04:55 Min.]
Rolf Klein mit einem Vogel auf der Hand.

Der Kiebitz ist, so Rolf Klein, ein Bodenbrüter. Er brauche eine gute Sicht, um vor seinen Feinden geschützt zu sein. Darum bevorzuge der Kiebitz Feuchtgebiete. Die würden aber immer mehr aufgelassen, weil sie ökonomisch nicht mehr interessant seien. Die Folge: Sie verbrachen und verbuschen und bieten dem Kiebitz nicht mehr die Sicherheit, die er brauche.

In ganz Europa nehme der Kiebitz dramatisch ab. Falls nicht ein unerwarteter Geldregen komme, der dem Nabu erlaube, großflächig Wiesen aufzukaufen, sei das Aussterben des Kiebitzes im Saarland nicht mehr aufzuhalten. Es brüteten höchstens noch zwei Kiebitz-Brutpaare im Beeder Bruch zwischen Kirkel und Homburg. Ein Paar sei in diesem Sommer auch im Bliesgau entdeckt worden.

In Rheinland-Pfalz wurde Anfang Dezember ein Schutzprogramm gestartet. Dort wird die Zahl der Brutpaare auf 100-200 geschätzt.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Region am Mittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 11.12.2019 berichtet.

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