Screenshot "hart aber fair" in der ARD-Mediathek (Foto: SR)

Macht, Mann, Missbrauch - was lehrt uns der Fall Wedel?

Nadine Thielen   06.02.2018 | 09:10 Uhr

Im Rahmen von mehreren Film- und Serienproduktionen soll der Regisseur Dieter Wedel Schauspielerinnen sexuell belästigt haben - bis hin zur Vergewaltigung. Jetzt mischt sich auch die Politik in den Fall Wedel ein. In der ARD-Sendung „hart aber fair“ am 5. Januar forderte Bundesfamilienministerin Katharina Barley Aufklärung durch die öffentlich-rechtlichen Sender. Dabei ging sie auch auf die Rolle des Saarländischen Rundfunks ein.

ARD-Mediathek

Sie finde es sehr respektabel, was Herr Kleist da mache, sagte die Bundesfamilienministerin in der Talkrunde, gerichtet an SR-Intendant Thomas Kleist. Kleist hatte nach dem Bekanntwerden neuer Vorwürfe gegen Dieter Wedel im Rahmen einer Serien-Produktion für den SR Anfang der 80er Jahre volle Transparenz angekündigt.

Sexuelle Übergriffe - ein gesellschaftliches Problem

Barley und Kleist waren sich einig, dass es sich bei dem mutmaßlichen Missbrauch von Macht in Form von sexueller Übergriffe um ein gesellschaftliches Problem handele, dass angegangen werden müsse. Barley machte deutlich: Auch wenn die Fälle rund um Dieter Wedel schon zum Teil fast 40 Jahre zurücklägen, gebe es heute  immer noch sexuelle Übergriffe – nicht nur in der Filmbranche.

Die Zeitung DIE ZEIT hatte vor eineinhalb Wochen Vorwürfe gegen Wedel veröffentlicht, wonach er Schauspielerinnen unter anderem während einer SR-Produktion massiv sexuell belästigt haben soll. Bei Produktionen des ZDF und des NDR soll es laut der ZEIT zu ähnlichen Vorfällen gekommen sein. Dieter Wedel hat sich bisher nicht zu den neuen Vorwürfen geäußert.

Die Vorwürfe rund um den Regisseur sind am 6. Februar auch Thema beim Treffen der ARD-Intendanten in München.  SR-Intendant Thomas Kleist hatte den Punkt auf die Tagesordnung setzen lassen.

Über dieses Thema wurde auch in "Guten Morgen" am 06.02.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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