Stefan Bur von Camping Vogt (Foto: Lisa Krauser/SR)

Wohnmobilhändler profitieren vom Campingboom

mit Informationen von Lisa Krauser   03.04.2021 | 12:19 Uhr

Eigentlich wäre es jetzt losgegangen - Anfang April startet die Camping-Saison. Das Wetter spielt zwar mit, aber wegen der Coronapandemie ist Campen zumindest im Saarland noch nicht erlaubt. Für die Betreiber von Campingplätzen ist das bitter. Verkäufer und Vermieter von Wohnmobilen dagegen profitieren von der Krise.

Gabi Brech steht in Flip Flops und schulterfreiem Top auf der Terasse des Campingplatzes Dr. Ernst-Dadder in Saarlouis. Seit über zehn Jahren betreibt sie ihn gemeinsam mit ihrem Mann. Das Wetter ist perfekt zum Saisonstart. Wegen Corona dürfen aber noch keine Camper kommen. Buchungsanfragen gibt es schon viele.

Camping liegt im Trend

Nicht alle profitieren vom Campingboom
Audio [SR 3, (c) SR, 03.04.2021, Länge: 02:51 Min.]
Nicht alle profitieren vom Campingboom

Laut Gabi Brech könnte der Platz bereits voll sein. Viele Leute würden anrufen und um Rückruf bitten, falls sich die Situation doch noch ändern sollte. Durch die ungewisse Lage fehle allerdings die Planungssicherheit. Gabi Brech ringt um Fassung: "Wirklich depriminirend. Also manchmal könnte man heulen." Eigentlich läuft es gut. Camping liegt im Trend. Und Corona hat diesen Trend noch verstärkt. Letztes Jahr hatten sie hier einige Erstcamper. Diese seien mit geliehenen Wohnmobilen oder Wohnwagen angereist und wollten ausprobieren, ob ihnen das Campen zusagt, weil man ja nicht in Urlaub fahren konnte, so Brech.

Profitiert haben sie von dem Trend aber nicht, sagt Gabi Brech. Dadurch dass die Saison letztes Jahr wegen Corona erst Mitte Mai gestartet ist, seien viele Einnahmen weggebrochen. Im Sommer lief es zwar gut; wie in den Jahren davor, aber die Verluste seien nicht wieder gut zu machen. Wenn der Platz voll ist, ist er voll. Laut Brech müsste der Platz dreimal so groß sein. Viele Leute hätten die Campingplatzbetreiber wieder wegschicken müssen, weil sie keinen Platz mehr gehabt hätten.

Wohnmobilverkäufer profitieren

Dass Campen angesagt ist, spürt man auch bei Wohnwagen Vogt in Saarbrücken. Nur profitiert man dort auch tatsächlich davon - sagt Stefan Bur, der Geschäftsführer. Ab Mai sei die Nachfrage sehr stark gestiegen und habe bis Jahresende gehalten. Einen positiven Beitrag dazu habe auch die Senkung der Mehrwertsteuer geleistet. Trotz zweimonatiger Schließung des Betriebes seien am Ende des Jahres mehr Fahrzeuge verkauft wurden als in einem sehr guten Jahr davor, so Bur.

Auch dieses Jahr reißt die Nachfrage nicht ab, sagt Bur. Für ihn ist das gut. Interessenten müssen dadurch aber mit längeren Wartezeiten rechnen. Wegen der hohen Nachfrage gibt es Lieferengpässe in der Branche. Wohnwagen Vogt habe zum Glück genug Fahrzeuge da, bei den Lieferketten bemerke man allerdings, dass es erhebliche Engpässe bei den Herstellern gebe, so Vogt. So komme es auch zu Terminverschiebungen von bereits bestellten Fahrzeugen. Immer beliebter sind laut Bur Wohnmobile und Campingbusse, die komplett ausgestattet sind - etwa mit Dusche und Solaranlage auf dem Dach. Den Leuten sei es immer wichtiger, sich komplett autark selbst versorgen zu können. Das beoabchtet auch Gabi Brech vom Saarlouiser Campingplatz. Gerade weil die Leute für sich seien, versteht sie nicht, dass sie noch nicht öffnen darf. Sie hofft, dass es spätestens zu Pfingsten wieder losgeht.

Dies war auch Thema in der Region am Mittag am 03.04.2021 auf SR 3 Saarlandwelle.

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