Bücher sind beliebt. (Foto: Roland Weihrauch/dpa)

Trend zum Lesen ungebrochen

Sarah Schött / Onlinefassung: Axel Wagner   23.04.2019 | 16:55 Uhr

Lesen Sie gerne? Wadd fia Buch honn se donn grad em Dreiwe, mol off saarlännisch gefrood? Der Unesco-Welttag des Buches soll vor allem auch Kindern die Freude am Lesen vermitteln. Wir haben einmal in der Bibliothek und im Buchhandel nachgefragt, was derzeit die Trends sind und wie man Menschen zum Lesen animieren kann.

Für Andrea Bock von der Saarbrücker Stadtbibliothek ist jeder Tag Welttag des Buches. Auch wenn das Buch zwischendurch immer mal wieder für tot erklärt wurde, gelesen wird immer, wenn auch aus verschiedenen Gründen. „Zu uns kommen Leute aus reiner Lust am Lesen, aber auch Leute, die hier lernen, die müssen auch lesen.“

Welttag des Buches in der Region
Audio [SR 3, Schött, Sarah, 23.04.2019, Länge: 03:01 Min.]
Welttag des Buches in der Region

Dass die Leute lesefaul geworden sind, kann Bock so nicht bestätigen. Immerhin sind die Nutzerzahlen der Bibliothek in den letzten fünf Jahren um 25 Prozent gestiegen. Täglich kommen hunderte Menschen, um die Zeitung zu lesen oder Bücher auszuleihen. Wer dennoch ein bisschen Motivation braucht, bekommt die bei den zahlreichen Veranstaltungen, die die Stadtbibliothek zum Thema lesen anbietet.

Kinder heranführen

Und um Kinder zum Lesen anzuregen, hat Andrea Bock ebenfalls einen Tipp: „Ich würde sie auf jeden Fall mal an die Hand nehmen, ihnen die Stadtbibliothek zeigen. Dann gemeinsam entdecken, was es hier alles gibt, was man machen kann, ans Buch heranführen.“

Aber nicht nur Büchereien fördern das Lesen. Der Welttag des Buches ist auch für Buchhändler relevant. Bei Pieper Bücher in Saarlouis haben unter anderem Jeanne Oeser und Marc-Jonas Benecke gute Tipps, wie der Leser zum Buch kommt. Zum Welttag des Buches führen sie Schulklassen durch das Haus, damit Kinder das Angebot besser kennenlernen und sich so für das Lesen begeistern. Das funktioniert vor allem dann gut, wenn auch die Eltern gerne lesen.

Falls das alleine aber nicht reicht, um die Kinder zum Buch zu bringen, hat Jeanne Oeser einen Tipp: „Zwingen halte ich für den ganz Falschen Weg. Vielleicht eher spielerisch heranführen. Es gibt auch viele Bücher die bebildert sind, teilweise auch im Comicstil, was bei Kindern immer wieder ganz gut ankommt.“

Ein spannender Roman hilft

Um nicht nur die kleinen, sondern auch die Großen Lesefaulen zu Leseratten zu machen, rät Marc-Jonas Benecke zu einem spannenden Roman, am besten durch eine gute Empfehlung. „Ich würde sagen, wenn jemand richtig lesefaul geworden ist, mit was Leichtem anfangen und sich dann langsam steigern.“

Stimmt die Motivation, braucht man nur noch ein spannendes Thema. Und da gibt es sowohl in der Bücherei als auch im Handel klare Trends. „Kochbücher sind weiterhin im Trend“, meint Bock. „Historische Romane sind auch noch gefragt, wobei da geht der Trend jetzt weg vom Mittelalter hin zum 19. Und 20. Jahrhundert, und Regiokrimis sind auch sehr gefragt, speziell die im Saarland.“

Krimis liegen auch bei den beiden Händlern im Trend. „Ich denke die Tendenz zu Krimis ist immer noch am stärksten“, so Benecke. Oeser fügt hinzu: „Was man jetzt im Frühjahr merkt, dann kommen langsam die ganzen Sommerkrimis, bretonische, französische, alles was schon so ein bisschen Urlaubsfeeling verleiht, das wird immer gerne gelesen.“

Krimis und andere Bücher für Reisen im Kopf sind also auch in diesem Jahr der Renner. Und wenn es nach unserer Zufalls-Umfrage in Saarbrücken geht, dann braucht man sich um die Leselust im Saarland keine Sorgen zu machen.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Region am Nachmittag vom 23.04.2019 berichtet.

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