Ein Reptilienzoo mit möglichst viel tierischer Gesellschaft. (Foto: Christian Ignatzi)

Zwischen Echsen und Schildkröten

Zu Besuch im Reptilium Landau

Christian Ignatzi   08.06.2019 | 09:35 Uhr

Einen privaten Minizoo hatten Nadine und Uwe Wünstel schon seit vielen Jahren. Sie interessierten sich für die exotische Tierwelt der Reptilien. Und irgendwie, dachten sie, müsse man das doch öffentlich zur Verfügung stellen. Also entstand die Idee, einen Zoo zu eröffnen, in dem fast nur Reptilien zu sehen sind.



Wichtig war den Zoogründern, den Tieren möglichst viel Gesellschaft untereinander zu geben. Und so sieht man heute ein Erdmännchen, das auf einer Schildkröte surft. Rasende Geschwindigkeit sieht zwar anders aus, die beiden scheinen aber gut miteinander zurecht zu kommen.

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Ein Reptilienzoo mit möglichst viel tierischer Gesellschaft. (Foto: Christian Ignatzi)
Ein Mensch schafft schon mal 100 Jahr - Schildkröten werden bis zu 200 Jahre alt.

Aber was machen Erdmännchen im Reptilienzoo? Oder die Waschbären, die im Außengehege in der Sonne schlafen? Oder Kapuzineräffchen? „Die haben nicht viel damit zu tun, aber wir haben mal welche aufgezogen und seitdem leben sie bei uns“, sagt Reptilium-Mitarbeiter Michael. Ein paar Ausnahmen sind also dabei.

Ein Ziel: Vorurteile abbauen

Ein Reptilienzoo mit möglichst viel tierischer Gesellschaft. (Foto: Christian Ignatzi)
Auch Fische sind im Reptilium Landau heimisch.

Auch Fische wie Piranhas schwimmen hinter Glas durch ihre Territorien, und Vogelspinnen schauen den Besuchern hinterher, und lecken sich dabei die Lippen, als wären die Menschen ein leckeres Mittagessen. Zumindest kann man sich das bei diesen gruselig aussehenden Tierchen vorstellen. An jedem Terrarium eines giftigen Tiers ist auch die Warnung „Vorsicht, giftig!“ zu lesen.

Dass die meisten Tiere bei artgerechter Haltung aber eben nicht gefährlich oder gar eklig sind, wollen Nadine und Uwe Wünstel mit ihrem Zoo zeigen. Vorurteile abzubauen, ist eines ihrer erklärten Ziele.

Vogelspinnen krabbeln über die Hand...

Zu jeder halben Stunde gibt es Präsentationen und Fütterungen. Schildkröten selbst füttern mit einem Apfel zählt zu den Höhepunkten für Kinder, ebenso wie Vogelspinnenpräsentationen, bei denen die ganz Mutigen die krabbelnden Tierchen auf die Hand nehmen dürfen.

Ein Reptilienzoo mit möglichst viel tierischer Gesellschaft. (Foto: Christian Ignatzi)
Schlängeln geht nur, weil es 396 Rippen und 300 Rückenwirbel gibt!

„Das machen wir auch mit Schlangen, die man sich um den Hals nehmen darf für ein Foto“, sagt Michael. „Damit sind sie die Stars im Kindergarten.“ Apropos Schlangen – etwas lernen lässt sich auch am Skelett einer Gelben Anakonda, das in einem Terrarium ausgestellt ist.

Auf einem Schild ist dort zu lesen: „Während der Mensch 22 Rippen und 33 Rippenwirbel hat, besitzt die große Königskobra 396 Rippen und 300 Rückenwirbel. Außerdem haben Schlangen kein Brustbein und der Brustkorb ist stark dehnbar, daher sind Schlangen in der Lage, große Beutestücke zu verschlucken.“

Ein Reptilienzoo mit möglichst viel tierischer Gesellschaft. (Foto: Christian Ignatzi)
Neben dem Gucken gibt's auch noch Infos zum mit nach Hause Nehmen.

Attraktion Schlangenfütterung

Anschaulich wird das immer am ersten Donnerstag im Monat. Dann gibt es Schlangenfütterungen. Hasen, Kaninchen, Ratten, Meerschweinchen – im Verdauungstrakt einer Anakonda zeichnen sich die Tiere auch Tage später noch ab – ganz schön gruselig. Insgesamt leben 1500 unterschiedliche Arten im Reptilium.

Ein Reptilienzoo mit möglichst viel tierischer Gesellschaft. (Foto: Christian Ignatzi)
Wer mutig ist, darf sich die ein oder andere Schlange auch um den Hals legen.

Und neben der Anakonda gibt es noch viele weitere Tiere, die ganz schön groß sind. Etwa die Bindenvarane Berta und Blacky oder die Krokodile, die mehrere Meter messen. Doch auch winzige Frösche, Schildkröten in allen Formen und Farben und Eidechsen sind im Reptilium heimisch – übrigens nicht immer hinter Glasscheiben.

Ein Reptilienzoo mit möglichst viel tierischer Gesellschaft. (Foto: Christian Ignatzi)
Reptilien mögen es eher warm.

Im Außenbereich bei den Waschbären gibt es freilebende Eidechsen. „Das sind unsere Hausmeister, die fressen die Insekten auf, die bei der Fütterung auf den Boden fallen“, erklärt Michael. Da soll noch mal einer sagen, Zoos sperren Tiere immer nur ein. Neben den freien Eidechsen, die zu Hauf ins Reptilium kommen, ist der Zoo auch von menschlicher Seite gut besucht. Auch, wenn es im Sommer ruhiger zugeht.

Besser als Biologieunterricht

Im Winter können schon mal zwei bis drei Tausend Besucher pro Tag da sein. Viele Schulklassen nutzen das Reptilium für Führungen im Biologieunterricht. Im Herbst feiert es sein 15-jähriges Bestehen. Eine Galapagos-Schildkröte kann darüber nur lachen. Sie kann bis zu 200 Jahre alt werden. Das Reptilium hat bis dahin also noch einiges vor sich.


Auf einen Blick


Kontakt
Reptilium Terrarien- und Wüstenzoo GmbH
Werner-Heisenberg-Straße 1
76829 Landau
Tel.: (06341) 59 79 66 60
www.reptilium-landau.de

Öffnungszeiten
Mo. - So.: 10.00 - 18.00 Uhr.

Eintritt
Erwachsene: 15,50 €,
Studenten und Behinderte: 11,50 €,
Kinder von 4 - 14 Jahre: 10,50 €,
Eintritt frei für Kinder unter vier Jahren.

Anfahrt
Von Saarbrücken über die A 6 und A 8 Richtung Kaiserslautern, dann auf die B 10 Richtung Pirmasens und weiter auf der A 65 Richtung Karlsruhe. Dann die Ausfahrt 16 Landau-Zentrum nehmen und der Beschilderung folgen.

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