Echte Tiere live erleben im Biohof Wack in Mandelbachtal. (Foto: Peter Weitzmann)

Streicheln, füttern und dazu noch etwas lernen

Eine Erlebnisführung auf dem Biohof Wack

Peter Weitzmann   07.06.2019 | 15:22 Uhr

Kurz nach 10.00 Uhr. Die Sonne scheint und alle sind versammelt: Hühner, Schweine, Rinder und deren Besucher. Zum Beispiel eine Gruppe von Schülern der siebten Klasse des Albertus Magnus Gymnasiums in St. Ingbert.



Und natürlich ist auch der Bauer da, genauer gesagt der „Erlebnisbauer“ Daniel Wack. Er hat einen Bollerwagen dabei, der gut gefüllt ist mit Futter für die Hühner und mit leeren Paletten, die wir später mit Eiern füllen sollen. Hautnaher Kontakt zum Federvieh ist also schon mal garantiert.

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Früher hatten Kinder oft ganz selbstverständlich irgendwann Kontakt zu Nutztieren, heute ist dieser Kontakt zumeist verloren gegangen. Eier kommen dann eben in der Pappschachtel, und das Schnitzel liegt im Supermarkt im Regal. Kindern die Erzeugung unserer Nahrung und die dazugehörigen Tiere wieder näherbringen, das ist eines der Ziele, die sich Daniel Wack gesetzt hat.

Der Trick: die Hühner mit Futter ablenken

Echte Tiere live erleben im Biohof Wack in Mandelbachtal. (Foto: Peter Weitzmann)
Viel Freiheit für die Hühner.

Und los geht’s bei den 750 Hühnern des Hofes. Die dürfen nicht nur gefüttert, sondern auch auf den Arm genommen werden. Wenn man es denn schafft, eines zu fangen, was sich als gar nicht so einfach erweist.

Bei Pokemon Go ist es angeblich leichter, Wesen zu fangen, lasse ich mir sagen. Aber wenn die Hühner durch Futter abgelenkt sind, man sich langsam von hinten anschleicht und dann schnell zupackt, klappt es.

Eier werden unter Protest entnommen

Ein Jahr und acht Monate werden die Hühner auf dem Hof durchschnittlich alt. Dann wird das Legehuhn zum Suppenhuhn, erklärt Daniel Wack. Und bis dahin legt das Huhn höchstens ein Ei pro Tag, und an dem hat es auch nicht lange Freude, denn die Eier wollen wir jetzt einsammeln. Zum hörbaren Ärger der bisherigen Eier-Besitzerinnen.

Echte Tiere live erleben im Biohof Wack in Mandelbachtal. (Foto: Peter Weitzmann)
Und legt (fast) jeden Tag ein Ei.

Dennoch klappt das sehr gut, ohne die Hühner aufzuschrecken, und vor allem ohne Eier fallen zu lassen, füllen wir die Paletten, die wir mit dem Karren zum Hof zurückbringen.

Dort besuchen wir zwischendurch die Rinder, die gerade frisches Grün zu fressen kriegen und freuen uns vor allem über die süßen Kälbchen. Nachdem der Zusammenhang von Bullen, Kühen, Kälbchen und Milch zufriedenstellend geklärt wurde, geht es nach einer kleinen Stärkung auch schnell weiter.

Das Bad im Matsch ist auch Körperflege

Wir laden frisches Futter auf den Wagen und machen uns zu den Schweinen auf. Denen legen wir mit vereinten Kräften und einigen Eimern Wasser eine schöne Suhle an, wo sie sich richtig im Schlamm wälzen können. Das scheint nicht nur Spaß zu machen, sondern ist auch wichtig für die Gesundheit der Tiere, sagt Erlebnisbauer Daniel Wack: Körperpflege, Sonnenschutz, Abkühlung, all das bietet das Bad im Matsch.

Und wenn es dann ans Füttern geht, steigt die Stimmung weiter. Bei uns und bei den Tieren. Denn die Schweine nehmen einfach mitten im Trog Platz, den wir mit Körnerfutter und Molke gefüllt haben, und grunzen offensichtlich zufrieden angesichts der bereitgestellten Genüsse.

Echte Tiere live erleben im Biohof Wack in Mandelbachtal. (Foto: Peter Weitzmann)
Hier darf ein Schwein sich auch mal suhlen.

Die Schweine fressen tüchtig, damit sie wachsen und gedeihen, um am Ende dann für unseren Genuss geschlachtet zu werden. Das ist ein Zusammenhang, der Bauer Daniel Wack besonders wichtig ist und den er deshalb nochmal besonders betont. Auch wenn die Stimmung nun erstmal sehr ernst wird.

Ein großer lehrreicher Spaß

Denn dieses Tier, das gerade im Schlamm liegt und das wir gerade gestreichelt haben, wird bald sterben, damit wir etwas Gutes zu essen haben. Deshalb sei Fleisch eben auch ein ganz besonderes Lebensmittel, das es wertzuschätzen gelte, sagt Daniel Wack. Wichtig sei ihm da vor allem, dass die Tiere – bevor sie getötet werden – gut und glücklich leben, was die Schweine hier draußen auf dem Biohof zweifelsohne tun.

Und so ist diese Hofführung letztlich nicht nur ein großer Spaß, wenn man in Kontakt mit den Tieren des Hofes kommt, und lehrreich, wenn man viel über das Leben und Bedürfnisse von Hühnern, Schweinen und Rindern erfährt. Sie regt auch dazu an, über unseren Umgang mit den Tieren und den vielleicht zu alltäglichen Produkten Fleisch und Wurst nachzudenken.

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Tour de Kultur 2019: Eine Erlebnisführung auf dem Biohof Wack
Audio [SR 3, Peter Weiznmann, 20.07.2019, Länge: 02:28 Min.]
Tour de Kultur 2019: Eine Erlebnisführung auf dem Biohof Wack


Auf einen Blick


Kontakt
Daniel Wack
Eichelberger Hof
66399 Mandelbachtal
Tel.: (06803) 99 59 450
E-Mail: der-erlebnisbauer@biolandhof-wack.de

Termine
Buchungen sind individuell möglich, auch die Führungen können nach Absprache individuell gestaltet werden.

Hinweis:
Das Büro des Erlebnisbauernhofes ist zu unregelmäßigen Zeiten zweimal in der Woche besetzt. Hinterlassen Sie eine Nachricht auf dem AB oder schicken Sie eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten.

Eintritt
Die Kosten liegen pro Stunde bei etwa 45,- € für die gesamte Gruppe.

Anfahrt

  • Über die Autobahn: A 6 Mannheim Saarbrücken, Abfahrt St. Ingbert Mitte, dann in Richtung Hassel/Blieskastel/Niederwürzbach. Durch Hassel durch, weiter Richtung Niederwürzbach. In Niederwürzbach im Kreisel rechts, der Straße folgen bis nach Seelbach. In Seelbach die dritte Straße rechts (Ommersheimer Weg), hinter dem ersten Hof rechts, der nächste ist der Biolandhof.
  • Bus: Mit dem Bus nach Ommersheim. Ab der Haltestelle „Ommersheim Baumschule“ ist noch ein Fußweg von etwa 20 Minuten zum Hof zurückzulegen.

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