Saarbrueckens Torwart Daniel Batz (l), Bone Uaferro und Anthony Barylla im eigenen Strafraum.  (Foto: picture alliance / Andreas Schlichter/FotoSchlichter)

FCS verpasst Sensation gegen Leverkusen

Kai Forst   10.06.2020 | 09:05 Uhr

Das Pokalwunder ist ausgeblieben: Der 1. FC Saarbrücken ist im Halbfinale des DFB-Pokals ausgeschieden. Der Viertligist unterlag am Dienstagabend dem Favoriten Bayer Leverkusen mit 0:3.

Am Ende war der Bundesligist eine Nummer zu groß für den Underdog. Im Halbfinale endet damit die bislang so erfolgreiche Pokalreise des 1. FC Saarbrücken. Zu konzentriert und mit zu großer individueller Klasse präsentierte sich Bayer Leverkusen am Dienstag vor leeren Rängen im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion.

Video [aktueller bericht, 10.06.2020, Länge: 3:26 Min.]
1. FCS: Traum vom Finale zerplatzt gegen Leverkusen

Leverkusen schlägt früh zu

Die Partie begann, wie es zu erwarten war. Der FCS formierte sich tief gestaffelt in der eigenen Hälfte und zwang den Bundesligisten, zu reagieren. Doch schon nach elf Minuten zeigte sich, dass die taktische Ausrichtung von FCS-Trainer Lukas Kwasniok an diesem Abend nicht aufgehen würde.

Ein langer Chipball von Kerem Demirbay auf den durchstartenden Moussa Diaby hebelte die Saarbrücker Abwehr aus. Der 20-jährige Franzose ließ Daniel Batz keine Chance und schob souverän durch die Beine des Keepers zum Führungstreffer ein.

Bayer dominiert

FCS verpasst Sensation gegen Leverkusen
Audio [SR 3, Thomas Wollscheid / Markus Person, 10.06.2020, Länge: 01:27 Min.]
FCS verpasst Sensation gegen Leverkusen
Es hat nicht sollen sein: Der 1. FC Saarbrücken ist im Halbfinale des DFB-Pokals ausgeschieden. Der Viertligist unterlag am Dienstagabend dem Favoriten Bayer Leverkusen mit 0:3.

Und der Tabellenfünfte der Bundesliga ließ keinen Zweifel daran, dass er das Duell David gegen Goliath frühzeitig zugunsten des Favoriten entscheiden wollte. Nach einer Flanke von der linken Außenbahn stieß FCS-Keeper Batz mit einem eigenen Mitspieler zusammen. Das Chaos nutzte Stürmer Lucas Alario in der 19. Minute zum 2:0 für die Werkself. In der Folge hatte die Mannschaft von Peter Bosz noch einige hochkarätige Möglichkeiten, konnte aber nicht erhöhen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit formierte sich der 1. FC Saarbrücken nicht mehr ganz so tief in der eigenen Hälfte. Am Spielgeschehen änderte sich aber wenig. Leverkusen beherrschte die Partie und sorgte in der 58. Minute für die Vorentscheidung. Nach einem Sololauf von Diaby in den Strafraum kam der eingewechselte Karim Bellarabi an den Ball und drosch das Leder zum 3:0 in die Maschen.

Gute Leistung nach langer Corona-Pause

In den letzten Minuten hatte der eingewechselte Markus Mendler noch einmal eine gute Chance, für den Ehrentreffer zu sorgen. Doch am Ende sollte es nicht sein. Dem 1. FC Saarbrücken, der in dieser Pokalsaison schon für so viele Sensationen gesorgt hat, gelang nicht das große Fußball-Wunder. Für die Mannschaft war es aufgrund der Corona-Pandemie das erste Pflichtspiel seit drei Monaten.

Trainer: " Haben uns nicht abschlachten lassen"

FCS-Trainer Lukas Kwasniok zeigte sich nach dem Spiel enttäuscht. "Wir wollten alle Waffen ziehen und haben mit Wattebällchen geworfen." Sein Team habe sich "achtbar aus der Affäre gezogen und nicht abschlachten lassen". Aber unter dem Strich überwiege die Enttäuschung, sagte der 38-Jährige. "Es war eine fantastische Reise. Aber es war nur noch ein Step bis zu einem Wunder." Irgendwann, so Kwasniok, würden alle stolz auf das Erreichte sein.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 09.06.2020 berichtet.

Audio:

"Ich hab nur die Torlinie gesehen"
Audio [SR 3, Michael Friemel / Thomas Wollscheid, 10.06.2020, Länge: 04:06 Min.]
"Ich hab nur die Torlinie gesehen"
Wie läuft das ab, wenn sämtliche Bundesmedien zu einem DFB-Pokal-Halbfinale auftauchen und der SR-Sportreporter für die ARD in einer eigens für Corona-Zeiten eingerichteten Box in einem Stadion sitzt? Das Stadion in Völklingen, das noch nicht mal für die Bundesliga gemacht ist? Thomas Wollscheid hat es gemeistert, und wie er das gemacht hat, erzählt er SR-Moderator Michael Friemel. Thomas' Fazit: Was ihm wirklich gefehlt hat, das waren die Fans.

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