das Logo des 1. FC Saarbrücken auf einer Anzeigetafel (Foto: SR)

Ludwigspark-Pläne: Noch drei Monate Warten

 

Bis Ende August soll entschieden sein, ob das Ludwigsparkstadion mit gebrauchten Hintertortribünen aus Mainz zu einer reinen Fußballarena umgebaut wird. Der Wille dazu scheint bei den Verantwortlichen da zu sein - offen ist die Frage, ob das Budget reichen wird.

(23.05.2014) "Der aktuelle Entwurf ist nur so eine Idee, es ist noch nichts geplant und auch noch nichts beschlossen". Jürgen Düwel, der zuständige Bereichsleiter bei der städtischen Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung (GIU), bemühte sich am Donnerstagabend sichtlich, der Kritik an Details zum neuen "Stadion-Modell B" von vorneherein den Wind aus den Segeln zu nehmen. Potenzielle Kritiker, das waren die rund 100 Fußballinteressierten, die sich zur Vorstellung der aktuellen Stadionpläne in der Fankontaktstelle "Innwurf" auf dem Saarbrücker Rodenhof eingefunden hatten. "Modell B", das war der erst wenige Wochen alte Entwurf für eine Neugestaltung des maroden Ludwigspark-Stadions.

Seine Eckpunkte: Abriss und Neubau der Haupttribüne mit VIP-Logen nah am Spielfeldrand, Sanierung der Victor's-Gegentribüne, Aufstellen zweier gebrauchter, überdachter Hintertor-Stahlrohrtribünen.

Notlösung "Sanierung im Bestand"

Dieses Modell B besitze wegen der damit zu erreichenden "echten Fußballatmosphäre" klare Vorteile im Vergleich zu "Modell A" von Saarbrückens Bauderzernentin Rena Wandel-Höfer, sagte Saarbrückens Sportdezernent Harald Schindel. Die Architektin hatte vor einem guten Jahr an gleicher Stelle ihre Pläne einer "Sanierung im Bestand" vorgestellt, die den ovalen Charakter des alten Leichtathletik-Stadions bewahrt hätten - mit den schon seit Jahren bemängelten Nachteilen wie etwa der großen Entfernung zwischen Zuschauer und grünem Rasen.

So richtig sei damals hinter den Kulissen auch niemand zufrieden gewesen mit Modell A, gab Schindel zu: Sowohl die Beratergesellschaft Lagarde als auch der Hauptmieter 1. FC Saarbrücken als auch er selbst hätten immer starke Zweifel gehegt, ob Wandel-Höfers "Sanierung im Bestand" den Park attraktiv genug für Fans und für zahlungskräftige VIP-Gäste machen würde. Doch das von Stadt und Land gemeinsam zugesagte Budget von 16 Millionen Euro habe seinerzeit eben nichts anderes zugelassen. Bis vor einigen Wochen eine Nachricht aus Mainz in die Saarbrücker Amtsstuben geflattert sei, dass der dort ansässige Bundesligist einen Abnehmer für seine beiden Stahlrohrtribünen aus dem alten Bruchwegstadion suche.

"Gebaut wird auf jeden Fall"

Fußball
Mainzer Tribünen im Ludwigspark
Die Sanierung des Ludwigsparks wird seit Jahren diskutiert. Nun haben sich die Pläne noch einmal grundlegend geändert. Bundesligist Mainz 05 will Tribünenteile verkaufen, die beim Umbau des FCS-Heimstadions verwendet werden können. Am Dienstag soll der Stadtrat darüber abstimmen.

Diese überraschende Option habe bei der erst Ende November gegründeten Projektgesellschaft "Sanierung Ludwigspark" den Ausschlag gegeben, noch mal von vorne anzufangen und das "Modell B" mit den Mainzer Hintertortribünen zu entwerfen. Drei Monate Zeit wollten sich nun alle Beteiligten nehmen, um die Realisierbarkeit des klar favorisierten B-Modells zu durchleuchten und Hintergrundgespräche zu führen, sagte GIU-und Projektgesellschafts-Geschäftsführer Jürgen Schäfer. Sollte man Ende August zu der Erkenntnis gelangt sein, dass Modell B aus welchen Gründen auch immer doch nicht zu stemmen sei, werde man automatisch auf Modell A zurückgreifen. Gebaut werde aber auf jeden Fall, versicherten Schäfer, Schindel und Düwel unisono. Man könne die städtische Immobilie Ludwigspark ja "nicht verfallen lassen", so Schindel, denn auch ein ersatzloser Abriss des Stadions würde etwa sieben Millionen Euro verschlingen. Dann solle man doch besser die "16 schon von Stadt und Land bereit gestellten Millionen" in die Hand nehmen und in den Park investieren - egal ob auf Grundlage A oder B.

Spielt Mainz mit?

Zu klären seien bis zur endgültigen Entscheidung aber noch etliche Detailfragen vor allem bautechnischer und sicherheitsrelevanter Natur. Und es gelte, die Rechnung nicht ohne den Wirt zu machen: "Wenn die Mainzer mehr für ihre Tribünen verlangen, als unser Budget hergibt, ist Modell B automatisch gestorben", so Schäfer.

FCS-Umzug vom Tisch

Wie auch immer am Ende umgebaut werde: Sämtliche Baumaßnahmen müssten auch während des laufenden Spielbetriebes realisiert werden können, so Düwel. Anderslautende Meldungen, nach denen der FCS für seine Heimspiele vorübergehend umziehen müsste, entbehrten jeder Grundlage.


Treffen zwischen FCS-Fans und Stadt

Am 22. Mai hat die Stadt den Fans des 1. FC Saarbrücken den zweiten Entwurf für den Umbau des Saarbrücker Ludwigsparkstadions vorgestellt. Vor allem die Ankündigung die Fankurven zu tauschen hatte im Vorfeld für schlechte Stimmung gesorgt.


Artikel mit anderen teilen