Symbolbild: LSVS (Foto: SR / Felix Schneider)

Gutachter spricht von "System der Unwissenheit"

Thomas Gerber   26.05.2020 | 17:29 Uhr

Wie kam das Millionendefizit beim Landessportverband zustande? Mit dieser Frage befasste sich am Dienstag der Untersuchungsausschuss des Landtags. In der Sitzung bescheinigte der Wirtschaftsgutachter Michael Harz dem LSVS ein "System der Unwissenheit".

Der Wirtschaftsforensiker Michael Harz hatte im Auftrag der Staatsanwaltschaft das Gutachten zum LSVS erstellt. Auf Basis seiner Ergebnisse war gegen das komplette ehemalige Präsidium wegen Haushaltsuntreue ermittelt worden. Die Verfahren wurden gegen hohe Geldauflagen von bis zu 100.000 Euro zwischenzeitlich beendet.

Video [aktueller bericht, 26.05.2020, Länge: 3:52 Min.]
Ergebnis des Untersuchungsausschusses zum LSVS-Skandal

LSVS bewegte sich seit Jahren auf den Ruin zu

LSVS-U-Ausschuss: Wer hat Schuld am Desaster?
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 26.05.2020, Länge: 03:15 Min.]
LSVS-U-Ausschuss: Wer hat Schuld am Desaster?

Vor dem Untersuchungsausschuss betonte der Forensiker Harz am Dienstag, er habe kein System der Manipulation, sondern eines der Unwissenheit vorgefunden. Es hätte schlichtweg die betriebswirtschaftliche Kompetenz gefehlt. Nur diese wenigen persönlichen Bemerkungen erlaubte sich der Experte.

Aus seinem Gutachten geht hervor, dass in allen Abschlüssen und Bilanzen Miese aufgetaucht seien, selbst bei den liquiden Mitteln seien die Zahlen über Jahre im roten Bereich gewesen. Die Personalkosten des LSVS seien jedoch gleichzeitig in die Höhe geschnellt.

Abschließende Sitzung im Juni

Abschließend stellte der Gutachter fest, dass sich der LSVS systematisch in Richtung des finanziellen Ruins bewegte und das objektiv erkennbar gewesen sei. Für wen? Harz nannte hierzu zwar keine Namen - aber den entsprechenden Paragraphen aus der Satzung. Das Präsidium um die ehemaligen Präsidenten Gerd Meyer und Klaus Meiser hatte den Haushalt zu verantworten.

Der Untersuchungsausschuss zum LSVS wird Mitte Juni ein letztes Mal tagen. Dann wird der frühere Hauptgeschäftsführer Paul Hans als Zeuge vernommen. Möglichweise gibt es dann neue Erkenntnisse. Das Strafverfahren gegen ihn wurde bereits eingestellt.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 26.05.2020.

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