Elf Forderungen für mehr Wettbewerbsfähigkeit der Saar-Wirtschaft

Saar-Wirtschaft stellt elf Forderungen für mehr Wettbewerbsfähigkeit

Mit Informationen von Wolfang Wirtz-Nentwig   26.03.2024 | 19:25 Uhr

Die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände hat eine „Saarbrücker Erklärung“ veröffentlicht. Darin beschreibt sie die aktuelle Problemlage der regionalen Unternehmen und stellt elf Forderungen auf, um die Wettbewerbsfähigkeit der Saar-Wirtschaft zu steigern.

Es brennt an allen Ecken und Enden, so die Analyse der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) zur gegenwärtigen Situation.

Kriege, Inflation, gestörte Lieferketten, keine Klarheit bei der Energiewende – und das gepaart mit Fachkräfte-Knappheit und einer überbordenden Bürokratie. Das ist in der Tat eine Gleichzeitigkeit elementarer Probleme, wie sie auch erfahrene Wirtschaftslenker kaum jemals erlebt haben.

Die VSU leitet daraus in ihrer „Saarbrücker Erklärung“ einen Elf-Punkte-Plan ab, der zum Teil schon lange bekannte Forderungen wiederholt, sie aber jetzt mit neuer Dramatik bündelt. Von der Landesregierung wird eine Strategie zur Begleitung des Strukturwandels gefordert, bei der auch gleich das Fairer-Lohn-Gesetz, der Bildungsurlaub und die Klimaziele geschliffen werden sollen.

Video [aktueller bericht, 26.03.2024, Länge: 1:52 Min.]
Saarländische Wirtschaft formuliert Forderungen für Wettbewerbsfähigkeit

Schlechter fordert neue Debatte über Sozialausgaben

„Wir müssen viele Investitionen im Bildungsbereich tätigen“, fordert VSU-Hauptgeschäftsführer Martin Schlechter. Gleichzeitig müsse man aber auch schauen, ob man sich alle Leistungen im Sozialbereich leisten könne.

Schlechter verwies dabei auf die Bürgergeld-Debatte. Darüber müsse man noch einmal nachdenken. „Entscheidend ist aber auch, dass Investitionen ja Wachstumsimpulse auslösen und Wachstumsimpulse am Ende auch dazu führen, dass der Staat mehr Geld einnimmt.“

Papier dürfte wirtschaftspolitischen Diskurs mitprägen

Weitere Punkte: Eine Beschleunigung der Energiewende und der Wasserstoff-Wirtschaft, Ausbau der Infrastruktur, weniger und dafür schnellere Bürokratie, Steuern senken, ein höheres Rentenalter und Einschränkungen beim Streikrecht.

Mit dem bisher Erreichten in der Politik ist Schlechter unzufrieden. „Wir hatten den Eindruck, dass die Probleme eigentlich erkannt sein sollten. Aber die Politik kommt nicht ins Handeln. Deshalb war es für uns jetzt nochmal wichtig, einen Weckruf zu starten, um nochmal ganz klar zu benennen, wo wir Handlungsfelder sehen, wo die Politik aktiv werden muss.“

Das Papier hat es in sich und wird den wirtschaftspolitischen Diskurs der nächsten Monate sicher maßgeblich mitprägen.

Über dieses Thema hat auch die SR info Rundschau im Radio am 26.03.2024 berichtet.


Mehr zur Saar-Wirtschaft

tagesschau.de
Palästinensische Gebiete: Was macht einen Staat zum Staat?
Neben Norwegen, Irland und Spanien haben bereits 143 UN-Länder die palästinensischen Gebiete als unabhängigen Staat anerkannt. Das hat insbesondere politisch eine hohe Bedeutung, erklärt der Völkerrechtler Pierre Thielbörger.

Weniger Focus-Modelle am Tag
Nach Ostern arbeiten Ford-Beschäftigte im Ein-Schicht-System
Bei Ford in Saarlouis sollen künftig am Tag weniger Focus-Modelle gebaut werden. In der Produktion wird deshalb nach Ostern das Schichtsystem umgestellt. Statt bisher zwei, gibt es nur noch eine Schicht. Beim Sozialplan für die Beschäftigten sind noch einige Punkte offen.

Milliardeninvestitionen geplant
ZF will weiter in E-Mobilität investieren
Der Automobilzulieferer ZF will weiter auf den Ausbau der E-Mobilität setzen. Dafür sind Milliardeninvestitionen geplant – ein Teil davon soll auch in die Standorte in Deutschland fließen. Was das für das ZF-Werk in Saarbrücken heißt, ist allerdings noch unklar.

Drei Millionen Euro für Lernzentrum
Landesregierung will Fachkräftemangel im MINT-Bereich entgegenwirken
Wie kann man mehr Schülerinnen und Schüler für Mint-Berufe begeistern, also Jobs in der Naturwissenschaft, Mathematik oder Informatik? Die Landesregierung investiert nun rund drei Millionen Euro in ein spezielles Lernzentrum an der Hochschule für Technik und Wirtschaft, das bis 2025 entstehen soll.
Unternehmen leiden unter steigenden Risiken
Saar-IHK fordert Kurswechsel bei Wirtschaftspolitik
Die Stimmung in der saarländischen Wirtschaft ist schlecht. Die Bundesregierung hat aus Sicht der IHK viel Vertrauen verloren. Das wirkt sich auch auf die Investitionsbereitschaft der Unternehmen aus.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja