Stillgelegter Förderturm der Grube König (Foto: dpa)

RAG will Grubenwasser-Pumpen abstellen

K. Mayer/red   27.02.2014 | 06:10 Uhr

Die saarländischen Gruben sollen bis 2035 vollaufen. Die RAG möchte nach und nach die Pumpen abstellen - schon Ende des Jahres könnte in Reden die erste abgeschaltet werden. Das geht aus dem Konzept hervor, das die RAG am Donnerstag vorgestellt hat.

Bisher wird in Reden das meiste Grubenwasser gepumpt - 13,9 Millionen Kubikmeter im Jahr. Das Wasser soll künftig unter Tage nach Ensdorf geleitet werden. Das wird nach Angaben der RAG durch die günstige topografische Lage im Saarland möglich. Weitere Pumpen in Camphausen, Luisenthal und Viktoria sollen 2017 und 2025 abgeschaltet werden.

Der Vorstandsvorsitzende der RAG, Bernd Tönjes, ist optimistisch, dass das Konzept genehmigt wird. Dem SR sagte er, es sei zwar möglich, dass die Erde sich im Zentimeterbereich hebt. Erschütterungen seien aber nicht zu erwarten. Gefahren für das Trinkwasser im Saarland sieht die RAG ebenfalls nicht. Das Unternehmen will die Bürgerinnen und Bürger über das Grubenwasserkonzept informieren und auch mit der Interessensgemeinschaft der Bergbaubetroffenen sprechen. "Wir nehmen die Besorgnis der Bürger sehr ernst", so Tönjes.

Wasserpegel soll steigen

Politik & Wirtschaft
Grubenwasser steigt langsamer als erwartet
Wie lange bleiben die Wasserpumpen in ehemaligen Kohleschächten angeschaltet? Darum entspinnt sich seit Monaten eine Debatte. Das Gesamtkonzept für die Wasserhaltung liegt nach Angaben der RAG noch nicht vor - das Grubenwasser steigt nach SR-Informationen aber langsamer als erwartet.

Bis 2017 soll das Wasser unter Tage (von 600) auf 300 Meter steigen. Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Bernd Wegner (CDU), teilte mit, das sei ein normaler Schritt. Auf dieses Niveau würde das Grubenwasser auch dann ansteigen, wenn die Pumpen weiterbetrieben würden.

Ab 2018 ist jedoch ein weiterer Anstieg geplant. Ab 2035 soll das Grubenwasser dann in die Saar eingeleitet werden. Die Pumpen in saarländischen Bergwerken könnten dann komplett abgestellt werden. Das ist das langfristige Ziel der RAG. Um dennoch das Wasserniveau regulieren zu können, sollen bestehende Pumpen auf Reservebetrieb umgebaut werden.

Bedenken müssen ernst genommen werden

Heinz Bierbaum, parlamentarischer Geschäftsführer der Linken im saarländischen Landtag, sagte, das Konzept mache einen überzeugenden Eindruck. Dennoch müssten Bedenken wegen Verunreingung des Trinkwassers oder Hebungen ernst genommen werden. Die Landesregierung will das Konzept gründlich prüfen.

Derzeit pumpt die RAG rund 17 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr in den ehemaligen Bergwerken. Die Wasserhaltung betreibt zurzeit Pumpen in Duhamel, Viktoria, Reden, Camphausen und Luisenthal.

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