Der RAG-Pumpstandort in Reden (Foto: SR)

Höhere Radonbelastung durch Grubenflutung

Karin Mayer / Onlinefassung: Thomas Braun   22.05.2018 | 21:11 Uhr

Bei einem Anstieg des Grubenwassers in ehemaligen Bergwerken muss gemessen werden, ob das radioaktive Gas Radon austritt. Das hat der Vorsitzende des Ausschusses für Grubensicherheit und Nachbergbau im saarländischen Landtag, Eugen Roth (SPD), dem SR mitgeteilt. Der Ausschuss hatte zuvor den Experten Karl-Michael Müller gehört.

Müller erwartet, dass wegen der Grubenflutung mehr Radon als bisher austritt. Das Gas gilt als krebserregend und ist nach seinen Angaben vor allem in geschlossenen Räumen gefährlich. Müller empfiehlt deshalb dauerhaftes Lüften von Kellerräumen, damit das Gas schnell abziehen kann.

Ausschusssitzung hinter verschlossenen Türen

"Falscher Umgang mit Radonbelastung"
Audio [SR 3, Renate Wanninger, 23.05.2018, Länge: 03:17 Min.]
"Falscher Umgang mit Radonbelastung"

Die Sitzung des Ausschusses, bei der neben der Radonbelastung auch die gesundheitlichen Folgen von PCB erörtert wurden, war nicht öffentlich. Zehn Mitglieder des Landesverbandes der Bergbaubetroffenen (IGAB) wurden nicht zur Sitzung zugelassen. Sprecher Manfred Reiter forderte den Ausschuss auf, die Öffentlichkeit bei brisanten Fragen nicht auszuschließen. Der Ausschussvorsitzende Roth verlangte von den Bergbaubetroffenen, solche Anfragen rechtzeitig zu stellen.

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Der Grubenwasseranstieg wird im Saarland voraussichtlich zu kleineren Erschütterungen und auch Hebungen von mehreren Zentimetern führen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das am Montag begleitend zum RAG-Antrag zur Grubenwasserhaltung veröffentlicht wurde. Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung sieht das Gutachten nicht, empfiehlt aber eine genaue Überwachung im Scheidtertal.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 22.05.2018 berichtet.

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