Grubenwasser unter Tage (Foto: dpa/Jan-Peter Kasper)

Regelmäßige Giftstoffkontrollen geplant

Thomas Braun   30.09.2015 | 15:58 Uhr

Die saarländische Landesregierung will vom kommenden Jahr an Gewässer, Böden und die Luft im ganzen Land regelmäßig auf Umweltgifte wie PCB untersuchen. Damit soll unter anderem auf Ängste in der Bevölkerung vor den Folgen des Grubenwasseranstiegs reagiert werden.

Das Monitoring-Programm zur Untersuchung der Gewässer soll 2016 anlaufen, wie Umweltminister Reinhold Jost (SPD) am Mittwoch mitteilte. Neben PCB sollen auch Schwermetalle und andere industrielle Schadstoffe - mit Ausnahme der Pestizide - untersucht werden. "Wir wollen uns damit auch unabhängig machen von anderen, die in diesem Bereich ebenfalls Daten sammeln“, so Jost.

15 Messstellen in Gewässern geplant

Insgesamt seien 15 Messstellen geplant, fünf davon direkt bei Grubenwassereinleitungen und drei etwas unterhalb der Einleitstellen. Darüber hinaus laufen laut Jost auch Vorbereitungen, PCB-Quellen im Boden und in der Luft zu erfassen.

Bodenhebungen und -senkungen per Satellit erfassen

Zudem sollen alle per Satellit ermittelten Daten über Bodenbewegungen in einem Kataster zusammengefasst werden. "Im Zusammenhang mit dem geplanten Grundwasseranstieg in den Gruben der RAG kann ein solches Kataster bei eintretenden Schäden den Betroffenen bei der Geltendmachung ihrer Ansprüche effektiv Hilfestellung leisten", so Jost.Hintergrund sind die Pläne des Bergbaubetreibers RAG, die stillgelegten Gruben im Land bis 2035 volllaufen zu lassen und das Wasser in die Saar abzuleiten. Umweltschützer fürchten, dass dadurch etwa das Trinkwasser verseucht werden könnte. Umstritten ist auch, inwieweit es nach Ende des Bergbaus zu Bodensenkungen kommen kann.

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