Schüler melden sich im Unterricht (Foto: picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst)

Saar-CDU fordert Überprüfung der Zusammenarbeit mit Ditib

Christian Leistenschneider   17.11.2023 | 15:11 Uhr

Der Generalsekretär der Saar-CDU Wagner hat das saarländische Bildungsministerium aufgefordert, die Kooperation mit dem türkisch-islamischen Verein Ditib beim islamischen Religionsunterricht an saarländischen Schulen auf den Prüfstand zu stellen. Es müsse „deutlich kritischer hingeschaut werden“.

Seit 2015 gibt es im Saarland das Modellprojekt Islamischer Religionsunterricht an Grundschulen. Im Sommer wurde es um vier Jahre verlängert. Einer der Kooperationspartner ist der größte Islamverband in Deutschland, Ditib. Dem werfen Kritiker eine zu große Nähe zum türkischen Staat vor.

"Neubewertung unabdingbar"

Ditib und der Islamunterricht im Saarland
Audio [SR 3, (c) SR/Christian Leistenschneider, 16.11.2023, Länge: 04:23 Min.]
Ditib und der Islamunterricht im Saarland
Den islamischen Religionsunterricht gibt es im Saarland seit 2015 schon an einigen saarländischen Grundschulen. Unter anderem ist auch der islamische Verband Ditib daran beteiligt, der direkt dem türkischen Staat untersteht.

Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel und den Reaktionen führender türkischer Politiker, nicht zuletzt von Staatschef Erdogan, der Israel unter anderem einen „Terrorstaat“ nannte, fordert der Generalsekretär der saarländischen CDU, Frank Wagner, eine Überprüfung der Zusammenarbeit mit Ditib: „Es muss deutlich kritischer hingeschaut werden.“

Den Kindern mit muslimischen Glaubenshintergrund solle ein qualifizierter Unterricht nicht vorenthalten werden, sagte Wagner. „Aber gerade, wenn man mit der Ditib kooperiert, ist eine Neubewertung unabdingbar - im Sinne eines unabhängigen und aufgeklärten Religionsunterrichts für die Kinder.“

Wagner verweist auf Hessen

In Hessen, wo Ditib auch am dortigen bekenntnisorientierten Islamunterricht an Schulen beteiligt ist, lässt die Landesregierung nach Medienberichten ein Gutachten als Bewertungsgrundlage der Fortführung der Zusammenarbeit erstellen. „Eine ähnlich durchdachte Vorgehensweise wie in Hessen würde ich mir auch von der saarländischen Landesregierung wünschen", sagte Wagner.


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