HWK-Präsident Bernd Wegner im Landtag. (Foto: IMAGO / BeckerBrede)

HWK-Präsident Wegner weist Vorwürfe des Rechnungshofes zurück

Thomas Gerber   24.11.2022 | 20:05 Uhr

Der Präsident der saarländischen Handwerkskammer, Bernd Wegner, hat auf die massive Kritik des Landesrechnungshofes am Haushaltsgebaren der Kammer reagiert. Über seinen Anwalt ließ er unter anderem mitteilen, einige der Vorwürfe seien "lebensfremd".

Der Präsident der Handwerkskammer, Bernd Wegner, hat die Vorwürfe aus dem jüngsten Landesrechnungshofbericht in weiten Teilen zurückgewiesen. Wegners Anwalt Hans-Georg Warken warf den Prüfern mangelnde Sorgfalt vor.

So habe sich der Rechnungshof bei seinen Vorwürfen unter anderem auf den Verhaltenskodex des Landes bezogen, in dem Höchstgrenzen für Bewirtungen und Übernachtungen festgelegt worden seien. Dieser Kodex sei explizit für Unternehmen erlassen worden, an denen das Land unmittelbar oder mittelbar beteiligt sei. Er sei deshalb für die selbstverwaltete Kammer nicht bindend und dürfe nicht als Maßstab angewandt werden.

Video [aktueller bericht, 24.11.2022, Länge: 3:03 Min.]
Kritik an Bericht des Landesrechnungshofes schlägt hohe Wellen

Geschenke "Teil moderner Mitarbeiterführung"

Zudem sei der Kodex erst 2019 in Kraft getreten. Für den vom Rechnungshof unter anderem monierten Empfang zum sechzigsten Geburtstag von Kammerpräsident Wegner im Jahr 2017 könne er schon allein aus zeitlichen Gründen keine Geltung haben. Warken bezeichnete einige Vorwürfe des Rechnungshofs zudem als lebensfremd.

Bewirtungen etwa bei Mitarbeitergesprächen oder kleine Geschenke an Mitarbeiterinnen bei der Geburt ihres Kindes seien Teil einer modernen Mitarbeiterführung. Ebenfalls lebensfremd sei die Bewirtungsobergrenze von 35 Euro pro Tag, die der Rechnungshof unter anderem für eine zweitägige Tagung von acht Kammervizepräsidenten in einem Saarbrücker Hotel angesetzt habe.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht im SR Fernsehen am 24.11.2022 berichtet.

Weitere Informationen zum Thema

Jahresbericht vorgelegt
Hohe Ausgaben, wenig Kontrolle – massive Kritik des Rechnungshofes
Wohl selten hat ein Bericht des Landesrechnungshofes im Saarland schon im Vorfeld so große Wellen geschlagen. Gleich mehrfach hat die Staatsanwaltschaft als Folge der Prüfungen Ermittlungen aufgenommen. Massive Kritik gibt es aber auch am Corona-Sondervermögen des Landes.


Thema der Landespressekonferenz
Landespolitik beschäftigt sich mit mehreren Skandalen im Land
Mehrere Skandale beschäftigen zurzeit die saarländische Politik: Durchsuchungen bei der Handwerkskammer des Saarlandes (HWH), ein Untreueverdacht gegen HWK-Präsident Wegner sowie Ermittlungen gegen den GIU-Geschäftsführer Welker. Am Montag waren die Skandale auch Thema der Landespressekonferenz.


Neues zur Untreue bei der Handwerkskammer
Von Luxusautos, Edelrestaurants und Weihnachtsfeiern
Nach den Hausdurchsuchungen bei der Handwerkskammer (HWK) und deren Präsident Wegner zuhause sind weitere Einzelheiten zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft bekannt geworden. Demnach soll der HWK nach vorläufigen Berechnungen der Staatsanwaltschaft ein Schaden von rund 35.000 Euro entstanden sein.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja