Ein kleines Spielzeughaus und eine Münze. (Foto: picture alliance/dpa | Jens Büttner)

Viele Saar-Kommunen haben Grundsteuer-Hebesatz erhöht

  19.08.2022 | 11:17 Uhr

Laut einer Studie sind die Hebesätze zur Grundsteuer B im Saarland am stärksten gestiegen. Damit steigt auch die finanzielle Belastung - im Vergleich liegt sie dennoch niedriger als im Bundesdurchschnitt.

Der Anteil der Kommunen, die im vergangenen Jahr den Hebesatz zur Grundsteuer B erhöht haben, war im Saarland mit 17 Prozent bundesweit am höchsten. Das geht aus einer Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young hervor.

Gleichwohl müssen die Saarländerinnen und Saarländer im Vergleich weniger Grundsteuern zahlen als in anderen Bundesländern, weil der Hebesatz nicht die einzige Größe zur Berechnung ist. Eine Rolle spielt letztlich etwa auch der Grundstücks- bzw. Immobilienwert.

Spitzenreiter bei den Grundsteuern war im vergangenen Jahr laut der Studie Nordrhein-Westfalen, wo im Durchschnitt 216 Euro pro Kopf an die Gemeindekasse überwiesen werden mussten. Im Saarland wurden dagegen 50 Euro weniger fällig. Mit 166 Euro lag der Betrag unter dem Bundesdurchschnitt von 175 Euro.

Saarland auf Rang drei bei Hebesätzen

Beim Vergleich der durchschnittlichen Hebesätze der Grundsteuer B, die auf bebaute und bebaubare Grundstücke erhoben und von Eigentümern bezahlt beziehungsweise auf Mieter umgelegt wird, liegt das Saarland mit 439 Prozent unter den 13 Flächenländern auf Rang drei.

Laut der Studie haben 77 Prozent aller saarländischen Städte und Gemeinden seit 2016 mindestens einmal die Hebesätze nach oben gesetzt. 2015 hatte ein Gutachten des Finanzexperten Martin Junkernheinrich die Grundsteuererhöhung als eine wichtige Maßnahmen empfohlen, um die teils desaströse finanzielle Situation der Kommunen zu verbessern.

Die Grundsteuer B wird auf bebaute und bebaubare Grundstücke erhoben. Wie sich die Grundsteuerreform auf die Hebesätze auswirkt, ist noch ungewiss.

Abgabefrist hat begonnen
Das Wichtigste zur neuen Grundsteuer
Die Grundsteuer in Deutschland wird neu berechnet. Bis Ende Oktober müssen deshalb auch saarländische Eigentümer eine Grundsteuererklärung abgeben. Worum es dabei geht und was zu beachten ist.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 19.08.2022 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja