Der RAG-Pumpstandort in Reden (Foto: SR)

Weiter Kritik an Grubenflutung

Uli Hauck / Onlinefassung: Kai Forst   05.06.2018 | 18:45 Uhr

Die Kritik an der geplanten Flutung der saarländischen Gruben reißt nicht ab. Im Landtagsausschuss für den Nachbergbau haben Abgeordnete die RAG aufgefordert, zu erklären, wie Grenzwerte eingehalten werden, wenn das Grubenwasser künftig zentral bei Ensdorf in die Saar eingeleitet wird.

Sollte das komplette Grubenwasser in einigen Jahren zentral in Ensdorf in die Saar eingeleitet werden, dann muss die RAG - aus Sicht der Abgeordneten – glaubhaft klären, wie sie die Grenzwerte beispielsweise für Salz dort einhalten will. Außerdem wurde klar, dass bislang nur für einzelne Studien in Fürstenhausen, Nalbach und Reisbach der Gehalt des radioaktiven Radons gemessen wurde. Die Abgeordneten fordern aber regelmäßige Messungen, das Monitoring müsse angepasst werden.

Video [aktueller bericht, 05.06.2018, Länge 3:34 Min.]
Jahresbilanz der RAG-Stiftung

RAG verteidigt geplante Flutung

Außerdem müsse abschließend geklärt werden, ob es einen Zusammenhang zwischen Radon und Krebshäufigkeit gibt. Umstritten ist außerdem, ob die Grubengase bei einem Wasseranstieg tatsächlich zentral an einer Stelle abgesaugt werden können. Neben Problemen beim Umweltschutz sieht die Bürgerinitiative Pro H20 auch rechtliche Probleme im laufenden Genehmigungsverfahren für die Grubenflutung.

RAG und Pro H2O im Landtag
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RAG und Pro H2O im Landtag
Das Thema Grubenflutung beschäftigt im Landtag einen eigenen Ausschuss. Dort kamen auch Vertreter von RAG und dem kritischen Verein Pro H2O zu Wort. Die Positionen beider Seiten zum Anstieg des Grubenwassers sind erwartungsgemäß komplett unterschiedlich, entsprechend wurden die bereits vorliegenden Gutachten auch jeweils unterschiedlich interpretiert. Allerdings sind auch neue Fragen an die RAG aufgetaucht. SR 3-Reporter Uli Hauck war im Ausschuss.

Die RAG hat im Ausschuss die geplante Flutung verteidigt. Dadurch werde Energie gespart, außerdem würde sich die Zahl der bergbaubedingten Beben reduzieren und es würde weniger Grubenwasser anfallen. Zudem teilte die RAG-Stiftung teilte auf ihrer Jahreskonferenz mit, sie sei für die Zeit nach dem Bergbau-Ende gut aufgestellt. Die Finanzierung der dauerhaften Folgekosten der Ende des Jahres auslaufenden Steinkohleförderung in Deutschland sei gesichert.

Grubenwasser bald wieder Thema im Landtag

Das Thema Grubenwasser wird demnächst auch wieder Thema im saarländischen Landtag sein. Die Volksinitiative gegen die Grubenflutung überreichte Landtagspräsident Stephan Toscani eine Sammlung von 5700 Unterschriften und erreichte damit das entsprechendes Quorum.

Über dieses Theme wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 05.06.2018 berichtet.

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