Grubenwasser unter Tage (Foto: dpa/Jan-Peter Kasper)

Filterung von PCB offenbar leichter möglich

Mit Informationen von Mirko Tomic   20.04.2018 | 17:04 Uhr

Die Filterung von giftigem PCB aus saarländischem Grubenwasser ist offenbar leichter möglich als von dem Bergbaukonzern RAG und der Landesregierung dargestellt. Nach Einschätzung des saarländischen Unternehmens Blue Filtration GmbH könnte schon in sechs Monaten eine entsprechende Anlage stehen.

Erst am vergangenen Mittwoch hatte sich der Landtag mit dem Thema Grubenwasser beschäftigt: Mit einem Antrag wollte die Linksfraktion, die RAG verpflichten, den giftigen Stoff PCB aus dem Grubenwasser herauszufiltern. Doch die Koalitionsfraktionen stimmten dagegen. Landesregierung und RAG sprechen von langwierigen Vorbereitungen und einem zweistelligen Millionenaufwand.

Video [aktueller bericht, 20.04.2018, Länge: 2:39 Min.]
Grubenwasserfilterung wohl günstiger als gedacht

Dem widerspricht jetzt das saarländische Unternehmen Blue Filtration GmbH und beziffert den Aufwand auf zwei bis drei Millionen Euro. Demnach könne man am ehemaligen Bergwerk Reden binnen sechs Monaten eine Anlage mit fast vollständiger Filterung von PCB aus dem Grubenwasser bauen.

Reduzierung der Schadstoffeinleitung

Bei der Demonstration mit schadstoffhaltigem Wasser beweist die eingesetzte Membrantechnik ihre unmittelbare Leistungsfähigkeit. Das im Wasser gelöste Eisen wird durch die Filterung komplett zurückgehalten. In Saudi-Arabien wird das System sogar zur Gewinnung von Trinkwasser eingesetzt. Das wäre bei den 14 Millionen Kubikmeter Grubenwasser in Reden gar nicht das Ziel, sondern lediglich die Reduzierung der Schadstoffeinleitung. Laut Geschäftsführer Martin Kaschek ist das technisch problemlos möglich. "PCB wäre damit zu 95 bis 98 Prozent auszufiltern."

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten am 20.04.2018 berichtet.

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