Französische Rettungskräfte in Schutzanzügen stehen an einem Krankenwagen (Foto: picture alliance/Jean-Francois Badias/AP/dpa)

Saarland bietet Grand-Est Hilfe an

Axel Wagner   22.03.2020 | 12:08 Uhr

Die Zahl der Corona-Infizierten, die ins Krankenhaus eingeliefert wurden, ist in der französischen Region Grand Est auf 1767 gestiegen. Das Saarland hat nun medizinische Hilfe angeboten.

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) kündigte an, dass im Saarland schwerkranke Patienten aus der französischen Region Grand-Est, die dringend auf Beatmung angewiesen sind, aufgenommen werden sollen. Dafür sollen im Rahmen der Kapazitäten und Möglichkeiten Beatmungsplätze zur Verfügung gestellt werden. „Wir gewinnen den Kampf gegen das Virus nur gemeinsam“, so Hans. „Deshalb ist grenzüberschreitende Unterstützung für uns selbstverständlich. Wir stehen zusammen.“

Die Zahl der Patienten, die in Grand-Est auf den Intensivstationen betreut werden müssen, war am Sonntag auf 435 gestiegen - 83 mehr als am Samstag. Das entspricht nach ARS-Angaben einer Steigerung von 38 Prozent innerhalb von 24 Stunden. Die Kapazitäten auf den Stationen wurden verdoppelt.

Schutzmasken weiter knapp

Gleichzeitig konnten 357 Personen aus den Krankenhäusern entlassen werden, ihr Gesundheitszustand wird als zufriedenstellend beschrieben. Nichtsdestotrotz geht aber auch die ARS davon aus, dass sich die Situation weiter zuspitzt, und rät dringend dazu, zuhause zu bleiben. Die Region Grand Est hat unterdessen ihre Zählweise geändert. Bekannt gegeben werden nur noch Infizierte, die auch ins Krankenhaus eingeliefert wurden.

Ab der kommenden Woche sollen in Grand Est 3,8 Millionen Masken an Gesundheitseinrichtungen, Mitarbeiter in Gesundheitsberufen und medizinisch-soziale Einrichtungen ausgeliefert werden. Eine gemeinsame Einheit aus ARS, der Regionsverwaltung und der Regionalpräfektur soll die Verteilung und weitere Beschaffung koordinieren. Dazu sind Firmen und Privatpersonen zu Spenden aufgerufen.

Aufruf an Freiwillige

Aber auch personell will die Region aufrüsten. Über die Internetseite der Gesundheitsbehörde werden alle Angehörigen der Gesundheitsberufe aus dem ganzen Land zur Mitarbeit aufgerufen, auch wenn sie schon seit einigen Jahren im Ruhestand sind. 400 Freiwillige haben sich bereits gemeldet, darunter auf Anästhesie spezialisierte Ärzte, Medizinstudenten und Krankenschwestern.

Mit Unterstützung des Gesundheitsdienstes der französischen Armee konnten sechs Patienten im Rahmen der „Operation Morpheus“ (opération Morphée) aus dem Krankenhaus in Mulhouse nach Bordeaux gebracht werden.

Hilfe auch aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz

Auch Krankenhäuser in Freiburg und Karlsruhe nahmen französische Patienten auf. Weitere Transfers dieser Art werden, auch mit Hilfe aus der Schweiz, an diesem Wochenende noch erwartet.

Rheinland-Pfalz kündigte unterdessen an, man wolle wie das Saarland und Baden-Württemberg schwerkranke Coronavirus-Patienten aus Frankreich behandeln. Die Krankenhäuser in der Grenzregion werden nach ihren Möglichkeiten französische Intensivpatienten übernehmen. Das hat das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium am Sonntag bei Twitter mitgeteilt.

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