Die Bruch Brauerei in Saarbrücken am traditionellen Brauereifest (Foto: imago/Becker&Bredel)

Bruch Brauerei meldet Insolvenz an

Karin Mayer/Mirko Tomic   27.06.2018 | 15:01 Uhr

Die Saarbrücker Traditions-Brauerei Bruch hat einen Insolvenzantrag gestellt. Es handelt sich um ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Ursachen sind nach Angaben des Generalbevollmächtigten Steuerschulden in sechsstelliger Höhe.

Der Generalbevollmächtigte Marc Herbert sagte dem SR, man habe bis zuletzt versucht, den Schritt zu vermeiden. Ursache seien Steuerschulden, die durch eine sechsstellige Nachzahlung für das Jahr 2017 bei der Einkommenssteuer entstanden seien. Auf eine vorgeschlagene Ratenzahlung habe sich die Finanzverwaltung bisher nicht eingelassen.

Insolvenz taktische Maßnahme?

Unternehmens-Chef Thomas Bruch nennt das Insolvenzverfahren dem SR gegenüber eine taktische Maßnahme, um Zeit zu gewinnen. Das Unternehmen sei rentabel und nicht überschuldet, so Bruch. Er könnte nur auf einen Schlag die gesamte Forderungssumme nicht aufbringen.

Video [aktueller bericht, 27.06.2018, Länge: 2:33 Min.]
Bruch Brauerei meldet Insolvenz an

Der Generalbevollmächtigte Herbert geht davon aus, dass bis Ende des Jahres die Situation bereinigt ist und das Verfahren abgeschlossen werden kann. Der Betrieb sei gesund. Die 17 Mitarbeiter behalten ihr Jobs und müssen keine Lohneinbußen hinnehmen. Es wird wie gewohnt weiter produziert.

Markt für kleine Brauereien schwierig

Taktische Insolvenz bei Bruch
Audio [SR 3, (c) Mirko Tomic, 27.06.2018, Länge: 00:47 Min.]
Taktische Insolvenz bei Bruch

Mark Baumeister von der Gewerkschaft Nahrung Genuss und Gaststätten sagte dem SR, der Markt für kleine Brauereien werde immer schwieriger. Der Druck durch den Einzelhandel führe dazu, dass den Betrieben Geld durch Investitionen entzogen werde. Die NGG wolle sich für den Erhalt der kleineren Brauereien einsetzen.

Die Bruch Brauerei ist die älteste Brauerei im Saarland und das zweitälteste Unternehmen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 27.06.2018 berichtet.

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