Ein Arzt misst den Blutdruck einer Patientin (Foto: dpa / Hauke-Christian Dittrich)

Was man gegen Bluthochdruck tun kann

  17.05.2022 | 06:54 Uhr

Bluthochdruck ist die häufigste chronische Erkrankung, die zu schweren Komplikationen wie zum Beispiel Schlaganfall führen kann. Manchmal kann der Bluthochdruck jedoch durch eine Änderung des Lebensstils ganz ohne Medikamente gesenkt werden. Darauf hat das Universitätsklinikum des Saarlandes am Welthypertonietag hingewiesen.

Jedes Jahr wird der Welthypertonietag am 17. Mai dafür genutzt, um die öffentliche Aufmerksamkeit auf Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) zu lenken. Laut Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) ist Bluthochdruck die häufigste chronische Erkrankung, die zu Komplikationen wie Schlaganfall, Demenz, Herzinfarkt und Herzinsuffizienz sowie Niereninsuffizienz führen kann.

Welthypertonie-Tag
Audio [SR 3, Frank Hofmann, 17.05.2022, Länge: 03:12 Min.]
Welthypertonie-Tag

„Aus Studien wissen wir, dass eine effektive Blutdrucksenkung das Risiko für schwerwiegende Komplikationen deutlich reduzieren kann", erklärt Felix Mahfoud, leitender Oberarzt der Klinik für Kardiologie am UKS. Pro 10 mmHg systolischer Blutdrucksenkung verringere sich das Risiko für einen Schlaganfall um 27 Prozent, für Herzinsuffizienz um 28 Prozent und für eine schwerwiegende kardiovaskuläre Erkrankung um 20 Prozent.

Lebensstil hat großen Einfluss

Leichter Bluthochdruck kann nach UKS-Angaben manchmal sogar ohne Medikamente einfach durch eine Änderung des Lebensstils gesenkt werden. Hilfreich sei es abzunehmen, weniger zu rauchen, auf Alkohol und Salz zu verzichten und mehr Sport zu treiben. Im weiteren Verlauf wird die Erkrankung meist durch blutdrucksenkende Medikamente behandelt.

Stellt sich der erhoffte Erfolg trotz Kombination verschiedener Präparate nicht ein oder vertragen die Betroffenen die Medikamente nicht gut, kommt möglicherweise das Verfahren der renalen Denervation als Therapie in Frage.

Dabei werden in einem kleinen Eingriff durch die Leistenarterie die überaktiven Nerven rund um die Nierenarterie mit einem Ultraschall-Katheter deaktiviert, so dass weniger Blutdruck erhöhende Impulse weitergeleitet werden.

UKS sucht Studienteilnehmer

Um das neue Verfahren der renalen Denervation mit Ultraschall-Katheter zur Blutdrucksenkung zu untersuchen, führt die Universitätsklinik für Kardiologie eine klinische Studie durch.

Wer zwischen 18 und 80 Jahre alt ist, derzeit zwei bis fünf blutdrucksenkende Mittel einnimmt und der Blutdruck trotz der Einnahme dieser Blutdrucksenker bezeihungsweise Kombipräparate bei 150/90 oder höher liegt, kann sich bei der Studienkoordinatorin Christina Koch per E-Mail christina.koch@uks.eu oder telefonisch unter (06841) 16 – 1 58 54 melden.


Über dieses Thema hat auch Guten Morgen auf SR 3 Saarlandwelle am 17.05.2022 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja