Teller mit Brot und Wurst stehen auf dem Tisch in einer Wärmestube. (Foto: picture alliance/dpa/)

Immer mehr Gäste in der Wärmestube Saarbrücken

Felicitas Fehrer   02.03.2018 | 11:05 Uhr

So kalt wie in diesem Jahr war der Februar schon seit dreißig Jahren nicht mehr. Für Obdachlose können die eisigen Temperaturen lebensbedrohlich sein. Deswegen schenkt die Wärmestube Saarbrücken tageweise ein Dach überm Kopf und eine warme Mahlzeit. Die Einrichtung steht jedem unbeschränkt offen. Immer mehr Gäste nehmen die Hilfe an.

Physische und soziale Wärme für Menschen in Not - damit wirbt die Wärmestube Saarbrücken. Sie gehört zum vielfältigen Saarbrücker Netzwerk der Wohnungslosenhilfe, das im Arbeitskreis „Hilfen für Wohnungslose in Saarbrücken“ arbeitsteilig kooperiert.

In der Wärmestube erhalten bedürftige Erwachsene Schutz, Gemeinschaft, eine heiße Dusche, Beratung und warmes Essen. Die Einrichtung ist ganzjährig geöffnet, jeweils von 9.00 bis 16.00 Uhr. Im Sommer an sechs Tagen und im Winter an sieben. Der Mittwoch ist allerdings in der Regel kein gewöhnlicher Öffnungstag, außer wie momentan bei der großen Kälte. Stattdessen gibt es mittwochs immer besondere Angebote für die Gäste, wie den Frauentreff, die Musikwerkstatt und das Entspannungstraining.

Besucherzahlen gestiegen

Saarbrücken
Bei Eiseskälte in der Wärmestube
Es war eine eiskalte Nacht bei bis zu 15 Grad Minus und auch am Montagvormittag blieb das Thermometer unter Null Grad stehen.

Jedes Jahr nutzen täglich rund 60 Menschen die Angebote der Wärmestube, im Winter sind es mehr. „In der aktuellen Kälteperiode kommen etwa 80 Menschen am Tag zu uns“, sagt Albert Ottenbreit aus dem Leitungsteam der Wärmestube. „Wir haben insgesamt etwa 100 Stammgäste, die regelmäßig kommen. Über das ganze Jahr verteilt suchen etwa 250 bis 300 Personen die Einrichtung auf.“

In den vergangenen Jahren sei die Zahl der Wärmestube-Gäste immer weiter angestiegen, so Ottenbreit. „Unsere Gäste bilden das gesamte Spektrum der Armutsbevölkerung ab: Es kommen Menschen in Wohnungsnot, einkommensarme Menschen, einsame, stark gesundheitlich beeinträchtigte oder kranke Menschen.“

Hoher Spendenanteil

Die Wärmestube finanziert sich durch öffentliche Fördergelder und vielfältige Spenden. Der Gesamtjahresetat beträgt ca. 400.000 Euro. Davon werden rund 62 Prozent aus öffentlichen Fördergeldern finanziert, 31 Prozent aus Spenden, die aus der ganzen Stadtgesellschaft kommen, wie Einzelpersonen oder Kirchengemeinden.

„Im Jahr 2017 haben wir insgesamt 115.000 Euro an Spendengeldern erhalten. In den Vorjahren betrug der Spendenanteil zwischen 100.000 und 135.000 Euro“, so Ottenbreit. „Zurzeit sind wir  finanziell ausreichend ausgestattet. Im Hinblick auf den notwendigen, hohen Spendenanteil muss dies allerdings jedes Jahr aufs Neue gelingen.“ 

Einen Aufnahmestopp auf Grund von zu hohem Anlauf gibt es bei der Wärmestube nicht. „Schon gar nicht nur für Migrantinnen und Migranten“, sagt Ottenbreit.

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