Justitia vor Gerichtsakten (Foto: dpa)

Ermittlungen zur Homburger Spitzelaffäre verzögern sich

Thomas Gerber   29.07.2016 | 12:42 Uhr

Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen die vier Mitarbeiter des Homburger Baubetriebshofs, die im Auftrag von Oberbürgermeister Schneidewind von Privatdetektiven überwacht worden waren, sind ins Stocken geraten. Die Stadtverwaltung hatte Strafanzeige erstattet. Der Staatsanwaltschaft fehlen jedoch nach SR-Informationen entscheidende Unterlagen.

Die Strafanzeige ist zwar per Fax bei der Staatsanwaltschaft eingegangen, der angekündigte 300 Seiten starke Aktenordner aber nicht. Dieser Ordner mit den Ergebnissen des 300.000 Euro teuren Detektiveinsatzes muss nun wieder neu zusammengestellt werden.

Zu den strafrechtlichen Vorwürfen bleibt die Stadtverwaltung weiterhin vage – es gehe um Betrugs- und Vermögensdelikte. Nach SR-Informationen aber hält sich der entstandene Schaden in Grenzen. In den Abmahnungen, die die vier Mitarbeiter zuvor erhalten hatten, sollen von einem gestohlenen Eimer Streusalz und zwei Benzinkanistern die Rede sein.

Betroffene wehren sich

Die Betroffenen wehren sich derweil gegen die arbeitsrechtlichen Maßnahmen. Seine Mandanten, so ihr Anwalt, sollten wegen Lappalien und zu langen Arbeitspausen im Minutenbereich zu Sündenböcken fürs fehlende Controlling im Baubetriebshof gemacht werden. Die Opposition im Stadtrat sieht das ähnlich. Personelle Konsequenzen für Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (SPD) werden angesichts der mageren Ermittlungsergebnisse von der Homburger Opposition nicht mehr ausgeschlossen.

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